
Bauernbund: EU-Parlament verhindert Anschlag auf heimische Sojaproduktion
Strasser: „Das ist ein wichtiger Erfolg für den Sojaanbau in Österreich und die europäische Eiweißversorgung.“
Das Europäische Parlament hat heute den Einspruch gegen den delegierten Rechtsakt zur Einstufung von Soja als Rohstoff mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen angenommen. 388 Abgeordnete stimmten für den Einspruch, 248 dagegen, 24 enthielten sich. Für die Annahme war die absolute Mehrheit aller Mitglieder des Europäischen Parlaments und damit die Zustimmung von mindestens 361 Abgeordneten notwendig. Der geplante Rechtsakt der EU-Kommission kann damit nicht in Kraft treten.
„Das ist ein wichtiger Erfolg für unsere Sojabauern und die europäische Eiweißversorgung. Mein besonderer Dank gilt Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und unserem EU-Abgeordneten Alexander Bernhuber, die sich mit Nachdruck für diese Lösung und den Schutz des heimischen Sojaanbaus eingesetzt haben. Die EU-Kommission wollte europäisches Soja mit problematischem Anbau in Übersee in einen Topf werfen. Das wäre ein Anschlag auf unsere Betriebe, die regionale Wertschöpfung und den weiteren Ausbau der europäischen Eiweißproduktion gewesen. Das Europäische Parlament hat heute die Notbremse gezogen“, betont BAUERNBUND-PRÄSIDENT ABG.Z.NR DI GEORG STRASSER.
LANDWIRTSCHAFTSMINISTER MAG. NORBERT TOTSCHNIG, MSC, betont: „Wer die europäische Eiweißversorgung stärken und die Importabhängigkeit verringern will, darf den heimischen Sojaanbau nicht schwächen. Soja leistet einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit, verbessert durch natürliche Stickstoffbindung die Bodenfruchtbarkeit, bindet CO2 und stärkt die regionale Wertschöpfung. Genau deshalb habe ich mich bereits im Mai im Agrarministerrat, unterstützt von neun Mitgliedstaaten, gegen ein Verbot von Soja als wichtigen erneuerbaren Energieträger ausgesprochen. Das Europäische Parlament bestätigt mit seiner heutigen Entscheidung den österreichischen Zugang. Das ist ein wichtiges Signal für die europäische und österreichische Landwirtschaft.“
PAUSCHALE EINSTUFUNG HÄTTE EUROPÄISCHES SOJA GETROFFEN
Die EU-Kommission wollte Soja auf Grundlage weltweiter Durchschnittsdaten als Rohstoff mit hohem Risiko indirekter Landnutzungsänderungen einstufen. Sojaöl in Biokraftstoffen hätte dadurch schrittweise nicht mehr auf die europäischen Ziele für erneuerbare Energie angerechnet werden können. Bis 2030 wäre die Anrechnung auf null gesunken.
Diese pauschale Einstufung hätte auch europäisches Soja getroffen, das unter hohen Standards und ohne die Rodung wertvoller Flächen erzeugt wird. Damit wäre ein wichtiger Absatzweg verloren gegangen und der heimische Sojaanbau geschwächt worden.
„Wir wollen den Anbau von Eiweißpflanzen in Europa ausbauen und mehr Wertschöpfung in unseren Regionen schaffen. Wer europäisches Soja mit Entwaldung in anderen Teilen der Welt gleichsetzt, gefährdet genau diese Ziele“, unterstreicht STRASSER.
„Europäisches Soja stärkt unsere Versorgung, schafft Wertschöpfung in den Regionen und verringert die Abhängigkeit von Importen. Diese Leistungen müssen anerkannt und der Anbau weiter gestärkt werden“, so STRASSER abschließend.
Bauernbund Österreich
Martin Grob, MA
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