
UNOS zum Entbürokratisierungsbericht: 20 Milliarden Euro Bürokratiekosten sind Österreichs größtes ungenutztes Wachstumspotenzial
UNOS-Bernhard: „20 Mrd Euro Bürokratiekosten sind kein Verwaltungsproblem, sondern ein Wettbewerbsproblem. Jeder überflüssige Behördenweg kostet Unternehmen Zeit, Geld & Wachstum“
Der heute präsentierte erste Entbürokratisierungsbericht des Staatssekretariats für Deregulierung und Entbürokratisierung bestätigt erstmals mit belastbaren Zahlen, was Unternehmerinnen und Unternehmer seit Jahren erleben: Bürokratie kostet Zeit, Geld und Wettbewerbsfähigkeit. BIS ZU 20 MILLIARDEN EURO PRO JAHR UND FAST SIEBEN PROZENT IHRER PERSONALKAPAZITÄTEN MÜSSEN ÖSTERREICHISCHE UNTERNEHMEN ALLEIN FÜR REGULATORISCHE ANFORDERUNGEN AUFWENDEN – Ressourcen, die für Investitionen, Innovation und Wachstum fehlen. Für UNOS – Unternehmerisches Österreich zeigt der Bericht damit vor allem eines: das enorme Standortpotenzial, das im konsequenten Bürokratieabbau steckt.
BÜROKRATIE FRISST ZEIT UND WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
Wie sehr die Bürokratie den Standort bremst, macht der Bericht deutlich: Zwischen 2018 und 2025 wuchs die österreichische Wirtschaft real um lediglich 4,5 Prozent – die EU kam im selben Zeitraum auf 9,2, die USA auf über 18 Prozent. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen, denen oft die personellen Kapazitäten fehlen, um immer neue Melde-, Dokumentations- und Berichtspflichten zu erfüllen.
„Der Bericht bestätigt mit Daten, was Unternehmerinnen und Unternehmer seit Jahren tagtäglich erleben: Überbordende Bürokratie kostet Zeit, bindet wertvolle Ressourcen und bremst Investitionen sowie Innovationen. Wer Österreich als Wirtschaftsstandort stärken will, muss Bürokratie entschlossen abbauen“, sagt UNOS Bundessprecher Michael Bernhard.
ERSTE MASSNAHMEN ZEIGEN: WENIGER BÜROKRATIE IST MÖGLICH
Positiv bewerten UNOS, dass die Reform auf einem breiten Fundament steht: Über die SEDA-Plattform haben mehr als 5.000 Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Verwaltungsmitarbeiter konkrete bürokratische Hürden gemeldet. Erstmals basiert Entbürokratisierung damit auf systematisch erhobenen Erfahrungen statt auf Vermutungen. Mit dem ersten Entbürokratisierungspaket wurden bereits konkrete Erleichterungen umgesetzt: darunter die digitale Gewerbeanmeldung über GISA-Express, Vereinfachungen im Unternehmensrecht und Rechnungswesen, reduzierte Dokumentationspflichten bei Förderungen sowie ein verbesserter Datenaustausch zwischen Behörden. Von den 113 Maßnahmen des Pakets ist gut die Hälfte bereits umgesetzt – ein ermutigender, aber gemessen an der Dimension des Problems kleiner Schritt.
„Gerade die Digitalisierung von Behördenverfahren und das Once-Only-Prinzip sind entscheidende Schritte. Unternehmen sollten Daten nicht immer wieder an unterschiedliche Stellen übermitteln müssen. Der Staat muss seine Verwaltung so organisieren, dass Betriebe sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, anstatt aufs Ausfüllen von Formularen“, so Bernhard.
Besonders begrüßen UNOS, dass der Bericht die Situation kleiner und mittlerer Unternehmen ausdrücklich in den Mittelpunkt stellt. Denn während große Konzerne oft eigene Compliance- und Rechtsabteilungen beschäftigen können, müssen in vielen KMU dieselben Personen Kunden betreuen, Mitarbeiter führen und gleichzeitig Verwaltungsaufgaben erledigen.
JETZT BRAUCHT ES NÄCHSTE REFORMSCHRITTE: FÖDERALE DOPPELGLEISIGKEITEN ABBAUEN
Zugleich zeigt der Bericht, wo die größten Baustellen liegen. Die Auswertung der SEDA-Meldungen ist eindeutig: 15 bis 20 Prozent aller Anliegen betreffen Föderalismus und Kompetenzwirrwarr, ebenso viele die Berichts- und Dokumentationspflichten, ein Viertel bis knapp ein Drittel die Digitalisierung. Nach wie vor verursachen Mehrfachmeldungen an verschiedene Behörden – etwa im Zusammenhang mit dem Wirtschaftliche-Eigentümer-Register oder Förderabrechnungen – erheblichen Aufwand. Föderale Doppelgleisigkeiten, bei denen Bund und Länder dieselben Sachverhalte parallel regeln, erschweren effiziente Verfahren zusätzlich.
„Der Bericht versteht sich selbst als Zwischenbilanz – und genau das sollte er auch sein. Jetzt gilt es, die offenen Maßnahmen konsequent umzusetzen und strukturelle Doppelgleisigkeiten endlich zu beseitigen. Österreich braucht eine Verwaltung, die Unternehmen ermöglicht, statt sie auszubremsen“, betont Bernhard. Für UNOS steht fest: Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit für Wertschöpfung, mehr Spielraum für Innovation und letztlich mehr Wettbewerbsfähigkeit. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten zählt jede zusätzliche Stunde, die Unternehmerinnen und Unternehmer für ihre Kundinnen und Kunden sowie ihr Unternehmen einsetzen können.
UNOS – Unternehmerisches Österreich vertreten seit 2014 die Interessen liberal denkender Unternehmerinnen und Unternehmer und sind in acht Wirtschaftsparlamenten präsent.
UNOS – Unternehmerisches Österreich
Mag. Lena Nagl
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