Volkshilfe fordert: Kinder raus aus der Sozialhilfe!

Nur Kindergrundsicherung garantiert, dass alle Kinder die soziale Absicherung erhalten, die ihnen zusteht

„Die Regierung verhandelt seit Monaten über ein Sozialhilfegesetz, ohne die Expertise der Sozialorganisationen miteinzubeziehen. Die Erfahrung zeigt uns: das wird nicht gut gehen. Wir fordern die Verhandler*innen auf, zumindest für die Kinder das Richtige zu tun. Kinder gehören raus aus diesem System und durch eine Kindergrundsicherung abgesichert. Nur so kann sichergestellt werden, dass alle Kinder die notwendige soziale Absicherung erhalten, die ihnen zusteht. In der Sozialhilfe ist das aktuell aufgrund der hohen Non-take-up-Rate nicht garantiert“, betont Erich Fenninger, Direktor der Volkshilfe Österreich.

„Unser Konzept der Kindergrundsicherung basiert auf der Optimierung und Vereinfachung bestehender Leistungen. Das beinhaltet Infrastruktur- und Sachleistungen, die Kosten für Kinder senken und die Erwerbstätigkeit der Eltern unterstützen, und auch Geldleistungen. Ein einheitlicher Universalbetrag für alle Kinder bündelt bereits bestehende Leistungen und macht den Familienbonus Plus sozial gerechter Zusätzliche einkommensabhängige Transferleistungen kommen allen Familien mit niedrigem Einkommen zugute, egal ob es Kinder aus Haushalten sind, die Sozialhilfe beziehen, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind oder deren erarbeitetes Einkommen nicht ausreicht, den sogenannten Working-Poor-Haushalten,“ erläutert Fenninger das Modell der Kindergrundsicherung.

Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der armuts- und ausgrenzungsgefährdeten sowie erheblich deprivierter Kinder bis 2030 zu halbieren. Seit diesen Bekenntnissen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der Europäischen Garantie für Kinder sind die beiden Indikatoren gegenüber den Ausgangswerten aus dem Jahr 2022 allerdings angestiegen und nicht gesunken: die Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung von 21,6 auf 24,4 Prozent im Jahr 2025 und die erhebliche Deprivation von 2,2 auf 3,0 Prozent. Die Zwischenziele für 2025 – 17,5 bzw. 1,5 Prozent – wurden folglich nicht erreich. Dabei verursacht Kinderarmut jährliche Folgekosten in Höhe von 3,6 Prozent des BIP bzw. 18,5 Mrd. Euro.

„Wir fordern deshalb die Regierung jetzt auf, Kinder aus der Sozialhilfe rauszuholen und die Kindergrundsicherung endlich einzuführen. Damit wäre der erste wichtige Schritt gesetzt, um mittelfristig eine Halbierung der Kinderarmut zu erreichen und sie langfristig in Österreich abzuschaffen“, schließt Fenninger.

Volkshilfe Österreich
Ulrike Schöflinger
Telefon: 067683402247
E-Mail: ulrike.schoeflinger@volkshilfe.at
Website: https://volkshilfe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender