
„Erinnern an das Unfassbare“ – Gemeinderätin Rompolt bei Gedenkreise in Riga
Gedenken an Deportationen von Wien nach Riga
Zwischen Dezember 1941 und Februar 1942 wurden mindestens 4.200 Jüdinnen und Juden aus Wien per Zug vom ehemaligen Aspangbahnhof nach Riga deportiert. Endstation war der Bahnhof Škirotava, von wo aus Erwachsene wie Kinder ins Rigaer Ghetto, ins Konzentrationslager Jungfernhof oder in den direkten Tod in die Wälder von Rumbula und Bikernieki geschickt wurden.
Viele dieser Gedenkorte hat Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin Rompolt, die in Vertretung von Bürgermeister Michael Ludwig an dieser Erinnerungsreise teilgenommen hat, besucht. Am ehemaligen Konzentrationslager Jungfernhof hat Astrid Rompolt eine bewegende Rede gehalten, in Anwesenheit der Gruppe _Überlebende Kinder vom Jungfernhof_. „Besonders das Treffen mit den Nachkommen der Opfer aus Wien war sehr berührend“. Und weiter: „Was wir an diesen Orten lernen, ist, dass allen Ideologien, die Menschengruppen ausgrenzen, entschieden Einhalt geboten werden muss. Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Miteinander zu schützen, ist unser gemeinsamer Auftrag.“
Von den deportierten Österreicher*innen haben nur wenige die Gräuel überlebt. Besonders im KZ Jungfernhof herrschten schreckliche Zustände: Zwangsarbeit, Mangelernährung, Temperaturen von minus 45 Grad und ein besonders grausamer Lagerkommandant.
Zu Beginn der Reise stand der gemeinsame Besuch des Rathauses von Riga, wo die Gruppe des Riga-Komitees von Bürgermeister Viesturs Kleinbergs herzlich empfangen wurde.
DAS DEUTSCHE RIGA-KOMITEE
Organisiert wurde die Erinnerungsreise vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, das im Jahr 2000 das Deutsche Riga Komitee in Berlin ins Leben gerufen hat. Die Stadt Wien ist seit 2001 Mitglied dieses europaweit einzigartigen Städtenetzwerks, das mittlerweile über 80 Städte, umfasst. So zum Beispiel Dresden, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg, Brünn und Prag. Aus all diesen Städten wurden Menschen im Zuge der nationalsozialistischen Verfolgung ins Baltikum deportiert. Über die Hälfte dieser Städte waren durch fachliche und politische Vertreter*innen in Riga anwesend.
Rathauskorrespondenz
Stadt Wien – Kommunikation und Medien, Diensthabende*r Redakteur*in
Service für Journalist*innen, Stadtredaktion
Telefon: 01 4000-81081
E-Mail: dr@ma53.wien.gv.at
Website: https://presse.wien.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender