Kaineder: Wir müssen Oberösterreich klimatisieren

Grüne fordern Landesoffensive gegen Hitze – Unterstützung für Wohnungen, Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser

Oberösterreich muss sich auf eine neue Realität einstellen. Hitzewellen mit Temperaturen deutlich über 35 Grad werden immer häufiger. Für die Landesrat Stefan Kaineder und die Grünen Oberösterreich ist deshalb klar: So wie früher die Heizung selbstverständlich geworden ist, wird heute die Klimatisierung zu einem Teil moderner Daseinsvorsorge.

„Wir müssen Oberösterreich klimatisieren. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Hitze ist längst kein Sommerproblem mehr, sondern ein Gesundheitsrisiko. Die Politik muss darauf endlich Antworten geben“, sagt der oberösterreichische Landessprecher und Landesrat Stefan Kaineder.

Allein im vergangenen Sommer starben in Österreich rund 450 Menschen an den Folgen extremer Hitze, rund 70 davon in Oberösterreich. Im Jahr davor waren es österreichweit sogar fast 1.000 Menschen. „Hitze kostet Leben. Trotzdem schaut die schwarz-blaue Landesregierung seit Jahren zu, anstatt Oberösterreich auf immer heißere Sommer vorzubereiten“, kritisiert Kaineder.

UNTERSTÜTZUNG FÜR MENSCHEN STATT HITZE IN DER WOHNUNG

Besonders betroffen sind Menschen in dicht verbauten Städten und Ortszentren. „Wer im obersten Stock einer schlecht gedämmten Wohnung lebt, kann der Hitze oft nicht entkommen. Wer keinen Garten, keinen Balkon und keinen schattigen Park vor der Haustür hat, leidet besonders. Hitzeschutz darf keine Frage des Einkommens oder der Wohnadresse sein.“

Die Grünen schlagen deshalb ein LANDESPROGRAMM „KLIMATISIERUNG OBERÖSTERREICH“ vor.

Im Mittelpunkt steht eine soziale Förderung für Menschen, die ihre Wohnung gegen extreme Hitze schützen müssen. Kaineder: „Wir wollen, dass vor allem Familien, ältere Menschen und Haushalte mit geringem Einkommen Unterstützung bekommen. Gerade dort, wo Hitzeinseln entstehen und sich Wohnungen tagelang aufheizen, braucht es rasch wirksame Lösungen.“

ÖFFENTLICHE GEBÄUDE MÜSSEN VORBILD WERDEN

Neben privaten Haushalten muss das Land auch seine eigene Infrastruktur endlich hitzefit machen. „Es kann nicht sein, dass Kinder in überhitzten Klassen lernen, Pflegekräfte unter Extrembedingungen arbeiten oder Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern zusätzlich unter der Hitze leiden.“ Die Grünen fordern deshalb ein Investitionsprogramm für Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sowie die konsequente Verbindung von Photovoltaik und moderner Klimatisierung bei öffentlichen Gebäuden.

BEGRÜNUNG IST ZENTRALER BAUSTEIN

Kaineder betont, dass Bäume, Grünflächen, Entsiegelung und Beschattung unverzichtbare Maßnahmen der Klimaanpassung sind und konsequent umgesetzt werden müssen. „Mehr Grün ist ein entscheidender Teil der Lösung. Aber gerade in dicht verbautenStadtgebieten sowie in Krankenhäusern oder Pflegeheimen reicht das allein nicht aus. Politik muss beides schaffen: unsere Städte langfristig abkühlen und gleichzeitig dort sofort handeln, wo Menschen heute unter der Hitze leiden.“

WIND, WASSER UND SONNE MACHEN KLIMATISIERUNG LEISTBAR

Mit jedem heißen Sommer steige auch der Strombedarf für Kühlung. „Wer Oberösterreich klimatisieren will, muss gleichzeitig Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft ausbauen. Gerade wenn die Sonne am stärksten scheint, liefern Photovoltaikanlagen besonders viel Strom. Erneuerbare Energie macht Hitzeschutz leistbar.“

SCHWARZ-BLAU HAT WERTVOLLE JAHRE VERLOREN

Für Kaineder ist klar, dass die Landeskoalition wertvolle Zeit verspielt hat. „Seit Jahren wissen wir, dass die Sommer heißer werden. Trotzdem gibt es bis heute keinen umfassenden Plan für Hitzeschutz. Statt vorauszudenken, wird zugeschaut. Die Menschen brauchen aber keine Ausreden mehr, sondern Unterstützung.“

Abschließend richtet Kaineder einen klaren Appell an die FPÖVP-Koalition: „Wir müssen Oberösterreich klimatisieren. Das ist keine Frage des Komforts. Es geht um Gesundheit, Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit. Wer Menschen vor extremer Hitze schützt, schützt Leben.“

Die Grünen Oberösterreich, Mag. Markus Ecker, Pressereferent, Tel.:
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