
Neuer Ansatz für personalisierte Therapie nach Nierentransplantation
Studie liefert erste Hinweise auf Potenzial von blutbasiertem Biomarker bei Abstoßungsreaktionen
EIN INTERNATIONALES FORSCHUNGSTEAM UNTER LEITUNG DER MEDUNI WIEN HAT IM RAHMEN EINER STUDIE ERSTMALS EINEN BLUTBASIERTEN BIOMARKER ZUR INDIVIDUELLEN STEUERUNG DER THERAPIE BEI ANTIKÖRPER-VERMITTELTER ABSTOSSUNGSREAKTION NACH NIERENTRANSPLANTATION EINGESETZT. DIE ERGEBNISSE ZEIGEN, DASS DIE SOGENANNTE DONOR-DERIVED CELL-FREE DNA (DD-CFDNA) GENUTZT WERDEN KÖNNTE, UM EINE SCHÄDIGUNG DES TRANSPLANTATS UND DEN BEDARF FÜR WEITERE THERAPIEGABEN ZU ERKENNEN. GLEICHZEITIG BESTÄTIGEN DIE DATEN, DASS EINE LÄNGERFRISTIGE BEHANDLUNG MIT DEM WIRKSTOFF FELZARTAMAB DIE AKTIVITÄT DER ABSTOSSUNGSREAKTION BEI VIELEN PATIENT:INNEN UNTER KONTROLLE HALTEN KANN. DIE STUDIE WURDE AKTUELL IM FACHMAGAZIN THE LANCET REGIONAL HEALTH – EUROPE PUBLIZIERT.
Antikörper-vermittelte Abstoßungsreaktionen (Antibody-Mediated Rejection, AMR) zählen zu den wichtigsten Ursachen für den Funktionsverlust transplantierter Nieren. Bisher erfolgt die Beurteilung der Krankheitsaktivität vor allem mittels Gewebeentnahme aus dem Organ. Der Biomarker dd-cfDNA könnte einen neuen und deutlich weniger invasiven Ansatz bieten: Dabei werden DNA-Fragmente gemessen, die aus dem transplantierten Organ stammen und bei Schädigungen vermehrt ins Blut freigesetzt werden. Erhöhte Werte können daher auf eine aktive Abstoßungsreaktion hinweisen.
Die nun vorgelegte Studie knüpft an eine zuvor veröffentlichte randomisierte, placebokontrollierte Phase-2-Studie zur Wirksamkeit und Sicherheit des CD38-Antikörpers Felzartamab an. Nachdem sich gezeigt hatte, dass die Abstoßungsaktivität nach Ende der Behandlung mit diesem Wirkstoff häufig wieder zunimmt, untersuchte das Forschungsteam, ob eine längere Therapie und eine Steuerung der Behandlung anhand von dd-cfDNA-Werten zielführend sind.
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Mag. Johannes Angerer
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