Pharmaindustrie zu Heilmittelreport: Nutzen innovativer Therapien in die Gesamtbetrachtung einbeziehen

Moderne Arzneimittel können Krankenhausaufenthalte und Pflegebedürftigkeit vermeiden und damit das Gesundheitssystem entlasten

Anlässlich der heutigen Präsentation des Heilmittelreports des Dachverbands der Sozialversicherungsträger weist die pharmazeutische Industrie auf den Nutzen von medikamentösen Therapien hin. Anstiege bei Arzneimittelausgaben müssen unter mehreren Aspekten betrachtet werden: Österreichs Bevölkerung wird immer älter. Dass Menschen länger leben, ist dem medizinischen Fortschritt sowie innovativen Therapien zu verdanken. Mit zunehmendem Alter steigt der Bedarf an medizinischer Versorgung und damit auch an Arzneimitteln. Höhere Ausgaben für Medikamente sind daher eine nachvollziehbare Folge der demografischen Entwicklung.

Zudem entstehen durch moderne Therapien Einsparungen in anderen Bereichen. „Leider zeigt der Heilmittelreport nicht den Nutzen von Medikamenten. Dabei entstehen die wahren Kosten erst dort, wo wirksame Therapien fehlen“, merkt Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs, an und ergänzt: „Wer die Arzneimittelausgaben betrachtet, muss auch berücksichtigen, dass wir heute mehr – und mehr ältere – Menschen versorgen als jemals zuvor. Dass Österreicherinnen und Österreicher länger leben und viele Krankheiten heute behandelbar sind, ist eine Erfolgsgeschichte der modernen Medizin. Und dazu leisten Arzneimittel einen entscheidenden Beitrag. Jeder Krankenhausaufenthalt, jede Invalidität und jede Pflegebedürftigkeit, die verhindert werden kann, muss daher in eine Evaluierung der Kosten miteinfließen.“

Gerade innovative Arzneimittel ermöglichen heute Behandlungen, die vor wenigen Jahren noch nicht möglich waren. Sie können Krankheiten heilen, chronisch kontrollierbar machen oder deren Fortschreiten deutlich verlangsamen. Dadurch lassen sich erhebliche Folgekosten an anderen Stellen des Gesundheitssystems vermeiden, etwa im stationären Bereich oder in der Langzeitpflege.

„Eine Analyse zu den Heilmitteln darf nicht einzelne Ausgabenbereiche isoliert betrachten, sondern muss den langfristigen Nutzen medizinischer Innovationen sowie die Versorgung der Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt stellen.“

Wichtig ist dem Fachverband noch anzumerken, dass der Report auf Listenpreisen basiert. Die tatsächlich von den Sozialversicherungsträgern getragenen Kosten liegen jedoch aufgrund von Rabatten und vertraulichen Preisvereinbarungen vielfach darunter. Die ausgewiesenen Zahlen geben daher nur ein unvollständiges Bild der tatsächlichen Ausgabenentwicklung wieder.

Weiters sind bei der Thematisierung von Arzneimittelausgaben Versorgungssicherheit und Zugang zu Innovationen die wichtigsten Aspekte für den Patienten. Die Lieferengpässe der vergangenen Jahre haben gezeigt: Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Genauso ist es bei der Spitzenmedizin. Österreich ist bei Arzneimittelpreisen keineswegs ein Hochpreisland, vielmehr orientieren sich die Preise erstattungsfähiger Medikamente am europäischen Durchschnitt. Nur faire Preise ermöglichen Produktion in Europa und damit die sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten.

FCIO – Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Mag. Dorothea Pritz
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