Wer Sicherheit will, muss entscheiden.

Österreichische Offiziersgesellschaft fordert rasche Umsetzung der Empfehlungen der Wehrdienstkommission

Sechs Monate nach Vorlage des Abschlussberichts der Wehrdienstkommission ist die fachliche Lage unverändert klar. Was fehlt, ist die politische Entscheidung.

Die Österreichische Offiziersgesellschaft spricht sich weiterhin für die Umsetzung des Modells „Österreich Plus“ aus: acht Monate Grundwehrdienst, verpflichtende Milizübungen und ein auf zumindest zwölf Monate angepasster Wehrersatzdienst.

Die aktuelle Diskussion konzentriert sich fast ausschließlich auf die Dauer des Grundwehrdienstes. Damit gerät ein wesentlicher Teil der Reform aus dem Blick. Wehrdienst und Wehrersatzdienst bilden ein gemeinsames System. Wer nur an einer Seite arbeitet, bringt das Gleichgewicht des Ganzen in Gefahr. Bleibt der Wehrersatzdienst unverändert, entstehen zwangsläufig Fehlanreize. Das schwächt langfristig nicht nur die personelle Basis des Bundesheeres, sondern gefährdet letztlich auch die Stabilität des Zivildienstes.

Die Empfehlung der Wehrdienstkommission war das Ergebnis einer breit abgestützten fachlichen Analyse. Wer davon abweichen will, sollte überzeugend darlegen, warum eine andere Lösung Österreich sicherer macht.

Mit jedem Monat des Zuwartens verkürzt sich außerdem der Zeitraum für eine geordnete Umsetzung ab 1. Jänner 2027. Das betrifft das Bundesheer ebenso wie die Zivildienstorganisationen.

Die Österreichische Offiziersgesellschaft erwartet daher, dass die Bundesregierung spätestens im Ministerrat am 27. Juli eine tragfähige Entscheidung trifft. Die Wehrdienstkommission hat ihre Arbeit erledigt. Jetzt muss die Politik ihre Verantwortung wahrnehmen.

„Die Geschichte lehrt, dass sicherheitspolitische Versäumnisse selten im Moment ihrer Entstehung erkannt werden. Sichtbar werden sie meist erst dann, wenn es zu spät ist, sie noch zu korrigieren.“

Österreichische Offiziersgesellschaft (ÖOG)
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