Fernkältetag 2026: Die Zukunft des Kühlens ist effizient, intelligent und klimaneutral

DER 1. AUGUST IST TAG DER FERNKÄLTE.

Dieser Aktionstag 2026 erinnert daran, dass wir die Zukunft der Kälteversorgung gestalten müssen. Angesichts steigender Temperaturen und wachsender Städte gewinnt Fernkälte zunehmend an Bedeutung. Die Frage stellt sich: Wie können wir Bürogebäude, Krankenhäuser, Rechenzentren oder Industrieanlagen zuverlässig und energieeffizient kühlen?

Kühlen gehört weltweit zu den am schnellsten wachsenden Energieanwendungen. „Mit den immer extremeren Temperaturen wird es immer wichtiger, Menschen vor Hitze zu schützen, etwa am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Gebäuden wie Krankenhäusern. Die Herausforderung besteht darin, den steigenden Kühlbedarf mit möglichst geringem Energieeinsatz und niedrigen CO₂-Emissionen zu decken“, sagt Alexander Wallisch, Bereichssprecher im Fachverband Gas Wärme.

VIELE LÖSUNGSANSÄTZE

Fernkälte bietet dafür vielversprechende Lösungsansätze. Statt jedes Gebäude mit eigenen Kälteanlagen auszustatten, wird die Kälte zentral erzeugt und über ein Leitungsnetz an viele Verbraucher verteilt. Dadurch lassen sich Anlagen effizienter betreiben, Lastspitzen reduzieren und unterschiedliche Energiequellen optimal nutzen.

Besonders großes Potenzial bieten technologische Innovationen, die bereits heute in modernen Fernkältesystemen zum Einsatz kommen oder derzeit in der Weiterentwicklung sind:

* ABSORPTIONS- UND ADSORPTIONSKÄLTEMASCHINEN: Diese Systeme erzeugen Kälte mithilfe von Wärme. Als Energiequelle dienen beispielsweise industrielle Abwärme, Fernwärme oder Solarthermie. Dabei wird Energie genutzt, die andernfalls ungenutzt verloren ginge.
* GROSSWÄRMEPUMPEN UND REVERSIBLE WÄRMEPUMPEN: Moderne Anlagen können je nach Jahreszeit sowohl heizen als auch kühlen. Sie verbinden Wärme- und Kältenetze miteinander und erhöhen die Flexibilität des Systems.
* ABWÄRMENUTZUNG: Rechenzentren, Industrieanlagen oder gewerbliche Produktionsstätte erzeugen große Wärmemengen. Innovative Konzepte koppeln diese Wärmequellen mit Wärme- und Kältenetzen und steigern so die Gesamteffizienz.
* EISSPEICHER UND THERMISCHE ENERGIESPEICHER: Kälte kann dann erzeugt werden, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar oder der Strombedarf gering ist. Die gespeicherte Kälte steht später während der heißen Tagesstunden zur Verfügung und entlastet die Stromnetze.
* DIGITALE NETZSTEUERUNG: Sensorik, künstliche Intelligenz und intelligente Regelungssysteme können den Betrieb von Fernkältenetzen in Echtzeit optimieren. Sie passen die Erzeugung an den tatsächlichen Bedarf an und reduzieren Energieverluste.
* FREE COOLING: Natürliche Umgebungskälte etwa aus Flüssen, Seen oder der Außenluft kann direkt zur Kühlung genutzt werden. Kältemaschinen müssen dabei deutlich seltener betrieben werden.

Auch die Vernetzung von Fernwärme und Fernkälte gewinnt zunehmend an Bedeutung. In sogenannten Niedertemperaturnetzen wird Energie mehrfach genutzt: Was an einem Ort als überschüssige Wärme entsteht, kann an anderer Stelle zum Heizen oder zur Kälteerzeugung dienen. So entstehen intelligente Energiesysteme, die Ressourcen effizient einsetzen.

In Österreich setzen vor allem die Großstädte wie Graz, Linz, St. Pölten oder Wien auf Fernkälte. Hier werden bereits viele Krankenhäuser, Fachhochschulen, Bahnhöfe oder Einkaufszentren mit Fernkälte versorgt.

VERANTWORTUNGSVOLLE ENERGIEVERSORGUNG

Der Tag der Fernkälte erinnert auch daran, dass nachhaltiges Kühlen weit mehr bedeutet als moderne Klimaanlagen. Es geht um einen bewussten Umgang mit Energie, den Ausbau effizienter Infrastrukturen und die konsequente Nutzung innovativer Technologien. Denn die Frage lautet nicht mehr, ob wir künftig mehr kühlen müssen, sondern wie wir das möglichst ressourcenschonend gestalten können.

Der 1. August bietet deshalb Anlass, das Thema Fernkälte stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Effiziente Kühlsysteme sind ein wichtiger Baustein einer klimaneutralen Energieversorgung und leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, Städte und Gebäude auch in einer wärmeren Zukunft lebenswert zu halten.

ÜBER FERNKÄLTE

Fernkälte ist die umweltfreundliche Alternative zur Einzelklimatisierung. Isolierte Rohre transportieren das auf 5 bis 6 Grad Celsius gekühlte Wasser zu den Kunden. Mit etwa 16 Grad Celsius fließt es zur neuerlichen Abkühlung wieder zurück. Wie bei Fernwärme werden die Objekte in der Regel zentral versorgt. Für die Abkühlung des gelieferten Wassers werden hocheffiziente mit Strom betriebene Kompressoren oder Absorber, die mit Wärme betrieben werden, genutzt. Die Verwendung dieser hocheffizienten Technologien spart massiv Strom. In den Absorptionskältemaschinen werden dieselben Energiequellen, die für die Erzeugung von Fernwärme benutzt werden, als Antriebsenergie verwendet. Insbesondere Abwärme aus Industrie, Abfallverbrennung oder Geothermie, die das ganze Jahr zur Verfügung stehen, eignen sich hervorragend für die Kälteerzeugung.

Fachverband der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen (FGW)
Mag. Katalin-Andrea Griessmair-Farkas
Telefon: +43 (1) 513 15 88-31
E-Mail: griessmair@fgw.at
Website: https://www.fgw.at

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