
Viel Strom aus Photovoltaik macht Österreich im Juni wieder zu Strom-Export-Land
Hohe PV-Erzeugung kompensiert quantitativ im Juni den leicht gestiegenen Stromverbrauch und den deutlichen Rückgang bei der Wind- und Wasserkraft.
Der Stromverbrauch* lag im Juni 2026 (KW 23-26) leicht über dem Vorjahreswert (+2,5 Prozent). Gleichzeitig ging die Stromerzeugung aus Windkraft deutlich zurück, konkret um 15 Prozent, wobei die Windstromerzeugung vor allem in der zweiten Monatshälfte besonders niedrig war.
Ebenso reduziert war die Wasserkraft im Juni, diese ging nochmals um 2 Prozent gegenüber dem bereits trockenen Juni 2025 zurück und gestaltete sich im Monatsverlauf besonders volatil mit entsprechend hohen Schwankungsbreiten. Die Laufwassererzeugung bewegte sich am Monatsbeginn auf einem niedrigen Niveau, ist Mitte Juni aufgrund der Regenfälle deutlich gestiegen und reduzierte sich gegen Monatsende hin auf das Niveau des historischen Juni-Minimumwertes.
Der klare Rückgang bei der Windkraft, die Reduktion bei der Wasserkraft wie auch die dezente Erhöhung beim Stromverbrauch konnten jedoch durch eine klar gestiegene Photovoltaik-Produktion bilanziell kompensiert werden. Der Juni war in Österreich von einer ausgeprägten Hitzewelle und entsprechend hohen Temperaturen bzw. vielen Sonnenstunden geprägt. Vor diesem Hintergrund stieg die PV-Produktion im Vorjahresvergleich um 15 Prozent.
Insgesamt pendelte sich die erneuerbare Erzeugung etwa auf dem Vorjahresniveau (-0,2 Prozent) ein.
„Der Juni hat einmal mehr gezeigt, wie eng Österreichs Stromhandelsbilanz mit der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien verknüpft ist: In Zeiten hoher Einspeisung Erneuerbarer – in diesem Monat vor allem Photovoltaik – konnten Stromüberschüsse exportiert werden. Nächtliche Defizite wurden durch Importe ausgeglichen, sodass die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet war“, sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
PHOTOVOLTAIK EBNET WEG ZURÜCK ZUM STROM-EXPORT-SALDO
Die gute PV-Produktion drehte die Strombilanz im Juni ins Plus. War Österreich in den vergangenen neun Monaten Strom-Import-Land, so wurde im Juni erstmals wieder ein Export-Saldo dokumentiert. Per Saldo ergab sich über den Gesamtmonat Juni in Österreich (Regelzone APG**) ein Export in der Höhe von 218 GWh (auf Basis der Fahrpläne). Dies entspricht dem ebenfalls guten Niveau des Vorjahres (275 GWh Export-Saldo).
Besonders in Zeiten hoher PV-Produktion standen im Juni ausreichende Strommengen zur Verfügung, sodass Österreich an 16 Tagen bilanziell Strom in das Ausland exportieren konnte (Vergleichswert: 20 Tage bilanzieller Strom-Export ins Ausland im Juni 2025).
ENERGIEAUSTAUSCH IM BUNDESGEBIET
Die enormen Schwankungen in der erneuerbaren Erzeugung im Juni unterstrichen die Bedeutung des Energieaustausches im Bundesgebiet Österreich, im Zuge dessen Stromüberschüsse der einzelnen Bundesländer österreichweit verteilt und somit Defizite kompensiert werden konnten.
Im Juni zeichnete sich im Energieaustausch innerhalb Österreichs folgendes Bild: In Niederösterreich (267 GWh) und in Tirol (258 GWh) wurden die höchsten Energiemengen in das APG-Netz eingespeist und damit österreichweit zur Verfügung gestellt. Von Wien (490 GWh) und Kärnten (153 GWh) wurde der meiste Strom aus dem APG-Netz bezogen. Dieser Austausch ist nur über das Übertragungsnetz der APG möglich.
REDISPATCH AUF HOHEM VORJAHRESNIVEAU
Im Rahmen des Engpassmanagements*** waren im Juni an 25 Tagen (Vergleich: 12 Tage mehr als im Juni des Vorjahres) Eingriffe auf Anforderung des Regelzonenführers notwendig, um Netzengpässe zu lösen. Durch das Abregeln von erneuerbarer Erzeugung gingen im Juni 10.105 MWh „verloren“, wobei davon zur Gänze Laufwasser betroffen war. Im Zuge des Redispatchings fielen in diesem Jahr bis Ende Juni Kosten in der Höhe von 37,0 Millionen Euro an (Vergleich: 43,5 Mio. Euro bis Juni 2025).
„Der Juni hat einmal mehr gezeigt, wie anspruchsvoll und hochkomplex die Steuerung eines modernen Stromsystems geworden ist. Die hohe Volatilität der erneuerbaren Stromerzeugung machte erneut einen flexiblen Ausgleich auf mehreren Ebenen erforderlich: Überschüsse aus Photovoltaik konnten im Juni exportiert und innerhalb Österreichs dorthin transportiert werden, wo sie benötigt wurden. Gleichzeitig wurden Defizite bei geringerer Erzeugung – insbesondere in den Nachtstunden – durch internationale Importe ausgeglichen. Dieses Zusammenwirken war entscheidend dafür, dass sowohl Netzstabilität als auch Versorgungssicherheit trotz der stark schwankenden Erzeugung aus erneuerbaren Energien jederzeit gewährleistet blieben“, unterstreicht Gerhard Christiner.
Austrian Power Grid AG
Mag. DI (FH) Carolina Burger, MBA, Leitung Corporate Communications &
Reputation Management/Unternehmenssprecherin
Telefon: +43 664 883 42 948
E-Mail: carolina.burger@apg.at
Website: https://www.apg.at
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