
Bauern- und Umwelt-Verbände fordern zukunftssichere Landwirtschafts- und Umweltpolitik
Klimawandel: Trockenheit & Extremwetter belasten Landwirtschaft & Umwelt. Resiliente Ökosysteme & Klimaschutz wichtiger denn je, um Herausforderungen langfristig zu bewältigen.
Während die Auswirkungen des Klimawandels Europa zwischen Trockenheit, Unwettern und Waldbränden in Atem halten, laufen in der Europäischen Union die Verhandlungen über das nächste Budget sowie die Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028. Ungeachtet der aktuellen Herausforderungen sind ausgerechnet bei Agrarumweltmaßnahmen und Natur- und Umweltschutz finanzielle Kürzungen und inhaltliche Aufweichungen vorgesehen. Dabei braucht es gerade jetzt vorsorgende Maßnahmen in der Landwirtschaft, um diese langfristig dabei zu unterstützen, Ernteausfällen und Futtermittelknappheit vorzubeugen.
Eine ambitionierte Umsetzung der Verordnung zur Wiederherstellung der Natur schützt die Natur und die Gesellschaft vor den Folgen des Klimawandels. “Die Bundesregierung muss Klima, Wasser und Natur schützen und zwar mit ausreichend Geld. Das ist eine Frage des Überlebens. Unsere Ökosysteme funktionieren nur, wenn wir die Artenvielfalt erhalten und sie nicht länger mit gefährlichen Chemikalien verschmutzen. PFAS-Pestizide gehören zu den größten Gefahren und müssen sofort verboten werden“, so Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von GLOBAL 2000.
Resiliente, agrarökologische Landwirtschafts-Systeme, wie die biologische Landwirtschaft, sind Teil der Lösung und müssen stärker politisch priorisiert werden. BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler sagt dazu: „Dieser Sommer wird keine Ausnahme bleiben. Dass es kurzfristig Unterstützungsmaßnahmen für betroffene Betriebe braucht, steht außer Frage. Für eine langfristige Perspektive braucht es jedoch eine starke Verankerung von Klimawandelanpassung und Klimaschutz in der Agrarpolitik. Bäuerinnen und Bauern müssen für Agrarumweltmaßnahmen, die dafür sorgen die Landwirtschaft resilient und zukunftsfähig zu gestalten, ausreichend abgegolten werden.“
Bauern- und Umweltverbände – GLOBAL 2000, ÖBV-Via Campesina Austria, BirdLife Österreich, BIO AUSTRIA und Erde & Saat – fordern in einem gemeinsamen Schulterschluss, dass die erforderlichen Mittel für Klimaschutz und Agrarumweltmaßnahmen entsprechend dem dringenden öffentlichen Interesse aus nationalen und EU-Mitteln aufzubringen sind. Bei der österreichischen Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 darf nicht an der falschen Stelle gespart werden. Kurzsichtige Reduktionen bei Agrarumweltmaßnahmen, Klima- und Naturschutz werden für die Gesellschaft nur umso höhere Kosten in der Zukunft verursachen. Erde & Saat Obmann Matthias Böhm bekräftigt: “Jetzt zu sparen wäre fatal! Es bedarf wesentlich mehr Geld und Investitionen für den Umbau unserer Landwirtschaft, denn nur so machen wir auch unsere Lebensmittelversorgung zukunftsfit. Wenn jetzt politisch die richtigen Weichen gestellt werden, zahlt jeder gut investierte Euro auf die Sicherung der gesellschaftlichen Grundbedürfnisse ein: Die Erhaltung widerstandsfähiger Ökosysteme, die Stärkung biologischer Landwirtschaft und der Ausbau von Umwelt- und Naturschutz sichern unsere Lebensmittel- und Trinkwasserversorgung und machen uns resilienter gegenüber Extremwetterereignissen.”
„Die Trockenheit bedroht die Existenzen vieler Bäuerinnen und Bauern. Kurzfristige finanzielle Mittel allein werden aber nicht reichen. Wir brauchen endlich eine verbindliche, wirksame Klimaschutzpolitik, die ihren Namen auch verdient und eine starke Verankerung von Klimaschutz in der Agrarpolitik. Gerade kleine und mittlere Strukturen, sowie Berglandwirtschaften haben großes Potential, positiv zum Klima- und Naturschutz beizutragen. Daher sollten sie, gemeinsam mit einer agrarökologischen Ausrichtung, gezielt gestärkt werden,“ so Ludwig Rumetshofer, Vorstandsmitglied der ÖBV-Via Campesina Austria.
Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich, ergänzt: “Neben den Agrarumweltförderungen braucht es auch weiterhin effektive begleitende Förderungen zur Stärkung des ländlichen Raums. Dazu gehören im Sinne der Wiederherstellungsverordnung auch maßgeschneiderte Naturschutzprojekte, die nicht nur unsere Tiere und Pflanzen unterstützen, sondern gleichzeitig auch wertvolles Regenwasser speichern helfen, vor Hochwasser schützen, die Bestäubung unserer Kulturpflanzen sichern und attraktive Landschaften für Naherholung und Tourismus bieten können.”
BIO AUSTRIA
Mag. Birgit Ebermann
Telefon: 0676 / 842 214 214
E-Mail: birgit.ebermann@bio-austria.at
Website: https://www.bio-austria.at
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