
Vor morgiger EU-Deadline zum Renaturierungsplan: Greenpeace fordert sechs zentrale Maßnahmen für Österreich
Greenpeace kritisiert intransparenten Prozess und fordert Renaturierungsmilliarde von Umweltminister Totschnig sowie strengeren Naturschutz von Landesregierungen
Bis morgen müssen alle EU-Mitgliedsstaaten ihre nationalen Pläne zur Renaturierung an die EU-Kommission übermitteln. Greenpeace kritisiert den österreichischen Prozess als extrem intransparent. Der jüngste Hitzesommer führt eindringlich vor Augen, wie essenziell eine intakte Natur ist. Um Österreich bei der Renaturierung auf Kurs zu bringen, fordert Greenpeace von Umweltminister Totschnig sowie den Landeshauptleuten sechs zentrale Maßnahmen im nationalen Plan zu verankern. Etwa müssen mindestens zehn Prozent der Landesfläche geschützt, der Flächenfraß gestoppt sowie eine Renaturierungsmilliarde für Gemeinden bereitgestellt werden.
Ursula Bittner, Sprecherin von Greenpeace Österreich: _“Mehr Natur hilft uns allen: Renaturierte Flüsse sind nicht nur wertvolle Lebensräume, sie schützen uns vor Überschwemmungen. Bäume, begrünte Dächer sowie Fassaden kühlen im Sommer unsere überhitzten Städte und verbessern die Luft- und Lebensqualität merklich. Um unsere hitzegeplagten Städte und Gemeinden zukunftsfit zu machen, muss Umweltminister Totschnig jetzt Meter machen und eine Renaturierungsmilliarde für Entsiegelung und Begrünung sicherstellen.”_
* 10 PROZENT STRENGER SCHUTZ: Derzeit stehen nur 2,5 Prozent der Landesfläche Österreichs unter strengem Naturschutz (EU-Schnitt: 3,5 Prozent). Sowohl die EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 als auch das globale UN-Biodiversitätsabkommen (CBD) geben klar vor: Mindestens 10 Prozent der Fläche müssen streng geschützt werden. Dieser Anteil muss daher in Österreich rasch erhöht werden.
* GRÜNE INFRASTRUKTUR & FLÄCHENFRASS-STOPP: Aufbau eines österreichweiten ökologischen Netzwerks durch einen drastischen Stopp des Flächenverbrauchs.
* BAUSTOPP IN SCHUTZGEBIETEN: Umgehender Stopp aller Bau-, Abbau- und Entnahmeprojekte in und um Naturschutzgebiete jeglicher Art. Bereits genehmigte Projekte müssen umgehend beendet werden.
* SCHUTZ VON GRÜNFLÄCHEN – LOKAL VERANKERT STATT STATISTISCH VERSCHOBEN: Ein Grünflächen-Verlust in Wien lässt sich nicht durch ein paar neue Bäume in Graz wieder gutmachen. Deshalb muss das Ziel „Netto-Null beim Grünflächen-Verlust“ strikt für jede einzelne Stadt gelten.
* BÜRGERNAHER HITZESCHUTZ: Die Menschen vor Ort wissen am besten, wo Asphalt brennt und wo Bäume Schatten spenden müssen. Bürger:innen brauchen einfache Mitbestimmungsrechte, um mehr Grün in ihrer eigenen Gasse einzufordern. Damit es nicht ein Wunsch bleibt, brauchen Bund, Länder und Gemeinden verbindliche Zielvorgaben zur Begrünung.
* RENATURIERUNGSMILLIARDE: Umweltminister Totschnig muss eine Renaturierungsmilliarde für Gemeinden bereitstellen, damit Städte versiegelten Beton in schattenspendende Oasen und natürliche Kühlzonen verwandeln können.
Greenpeace fordert Umweltminister Totschnig auf, den nationalen Renaturierungsplan umgehend zu veröffentlichen und die ökologischen Notwendigkeiten verbindlich im finalen Dokument zu verankern.
Ursula Bittner
Sprecherin
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 96 06 429
E-Mail: ursula.bittner@greenpeace.org
Réka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace Österreich
Tel.: + 43 (0) 664 857 45 98
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org
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