Klimaziel 2040: Ehrgeiz braucht es bei Maßnahmen, nicht nur bei Zielen

Wer Klimaneutralität verspricht, muss jetzt die Voraussetzungen dafür schaffen: Ohne eFuels bleibt das Klimaziel ein unerfüllbares Versprechen

Die Bundesregierung hat beschlossen, ein Klimaschutzgesetz zu erlassen. Dort will sie festschreiben, dass Österreich bis 2040 klimaneutral sein soll. Die EU will dieses Ziel erst 2050 erreichen, bis 2040 sollen 90% der Treibhausgas-Emissionen reduziert werden. Daraus folgt, dass die Transformation im wichtigsten Sektor, der Mobilität, bis 2040 abgeschlossen werden muss.

„Nachhaltige Kraftstoffe müssen bis 2040 so wie heute Diesel und Benzin an den Tankstellen tankbar sein. Elektromobilität kann einen Beitrag leisten, aber das Ziel nicht allein erreichen. Im Jahr 2040 werden nach allen gängigen Modellen noch rund zwei Drittel der PKW mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sein. Durch Verwendung alternativer Kraftstoffe werden aber auch sie klimaneutral betrieben werden können,“ stellt Jürgen Roth, Vorstandsvorsitzender der österreichischen eFuel-Alliance fest. Heute liegt der Elektroanteil bei etwa 5%, bei LKW 1% des jeweiligen Fahrzeugbestandes.

Ein starker Trend geht international in Richtung hybrider Antriebe, die sowohl über einen Elektromotor als auch einen Verbrennungsmotor verfügen. Der zweite (Verbrennungsmotor) ist die Versicherung gegen Stromknappheit, Stromausfälle und fehlende Lademöglichkeiten abseits der hochfrequentierten Straßen. Die Lösung mit eFuels entlastet das Stromnetz, das bei Dunkel- und Hitzeflaute an seine Grenzen stößt.

„Wenn die Politik A sagt, muss sie auch B sagen, das heißt den Markthochlauf der alternativen Kraftstoffe vorantreiben“, fordert Jürgen Roth. Dazu braucht es Grenzwerte, die nicht eine Technologie festschreiben und die anderen ausschließen, und ambitionierte Zielpfade für die Transformation der Kraftstoffe im Erneuerbaren Energiegesetz Verkehr. Der vorgelegte Entwurf trägt dem Klimaziel in keiner Weise Rechnung, weil er die Maßnahme alternative Kraftstoffe verkümmern lasse. „Österreich muss die technologieoffene Reform der Flottengrenzwerte unterstützen, die nach der Sommerpause in Brüssel entschieden wird.“

STUDIE GEGEN EINSCHRÄNKUNG AUF EINE MASSNAHME

Eine heute veröffentliche Studie der TU-München unterstreicht, dass der Nettoeinsparungseffekt der Elektromobilität deutlich kleiner ist als von den Regelungen unterstellt wird, das CO2 fällt zwar nicht im Auspuff an, aber bei der Batterieerzeugung, dem Rohstoffabbau und der Bereitstellung des Ladestroms. „Nur auf den Auspuff zu schauen, widerspricht dem Denken in ganzheitlichen Ökobilanzen über die ganze Lieferkette bis hin zur Rohstoffgewinnung in der dritten Welt. Emissionen, die bei uns wegfallen, wachsen in anderen Ländern zu, für das Klima ist damit nichts gewonnen“, argumentiert der eFuel Alliance-Chef.

Wenn die Bundesregierung Klimaneutralität für 2040 verspricht, muss sie die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die benötigten Technologien startklar sind.

Hält die EU die Entwicklung alternativer Kraftstoffe und anderer Technologien weiter zurück, bedeutet das, dass mehr Erdölprodukte getankt werden und das selbstgesteckte Klimaziel 2040 verfehlt wird. „Ehrgeiz braucht es vor allem bei Maßnahmen und nicht nur bei Zielen“, so Jürgen Roth abschließend.

eFuel Alliance Österreich
Prof. Stephan Schwarzer
Telefon: 0664/3818826
E-Mail: s.schwarzer@efuel-alliance.at
Website: https://www.efuel-alliance.at

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