
Zweites Leben für Wiener Sporthalle – SPORT & FUN HALLE Leopoldstadt mit neuer Nutzung in Niederösterreich
In Kettlasbrunn in Niederösterreich beginnt im September das „zweite Leben“ für ein Bauwerk, das mehr als 20 Jahre in Wien gute Dienste im Rahmen der Sportausübung geleistet hat.
Im Vorfeld der baulichen Umsetzung des neuen Fernbus-Terminals wurde die Sport & Fun Halle Leopoldstadt von der WH Fernbus-Terminal Projektentwicklung GmbH, einem Unternehmen der Wien Holding-Tochter WSE Wiener Standortentwicklung, nicht klassisch „abgerissen“, sondern verwertungsorientiert rückgebaut – ein weiterer Baustein für klima- und ressourcenschonendes Bauen. Ziel war, einen Großteil der Bauteile und Baumaterialien in den Wiederverwendungskreislauf zu integrieren und so aktiv zur Reduktion von Emissionen und Abfall beizutragen.
Die Halle wurde am Standort der Firma Zöchling in Kettlasbrunn wieder errichtet. Nahezu sämtliche rückgebauten Bauteile und Konstruktionselemente konnten dabei erneut verwendet werden. Neu hergestellt wurden lediglich die Fundamente. Die Fertigstellung des Wiederaufbaus wurde Ende August 2026 abgeschlossen.
Die SPORT & FUN Halle Leopoldstadt wurde im Jahr 2002 errichtet und verfügte über eine Hallenfläche von rund 4.000 m² bei einem umbauten Raum von 44.000 m³. Das Gebäude war etwa 100 Meter lang, 41 Meter breit und rund 11 Meter hoch (inklusive Fachwerkträger etwa 14 Meter). Das Tragwerk bestand aus einer Stahlkonstruktion mit neun Fachwerkträgern, zehn Achsfeldern und einer freistehenden Stahlgalerie. Im Zuge der Errichtung des neuen zentralen Fernbus-Terminals Wien wurde die Halle nicht konventionell abgebrochen, sondern nach den Grundsätzen eines verwertungsorientierten Rückbaus demontiert.
RÜCKBAU MIT NACHHALTIGER PERSPEKTIVE
Ziel des Projekts war die größtmögliche Wiederverwendung von Bauteilen und Baustoffen im Sinne der Kreislaufwirtschaft sowie die hochwertige Verwertung nicht wiederverwendbarer Materialien.
Im Rahmen der Projektentwicklung wurden verschiedene Verwertungsoptionen untersucht:
* Re-Use der Halle durch Verkauf und Wiederaufbau an einem anderen Standort
* Konventioneller Abbruch der Halle mit Verwertung der Wertstoffe
Vor Beginn der eigentlichen Demontage wurden sämtliche Schad- und Störstoffe fachgerecht entfernt, um eine hochwertige Wiederverwendung und Verwertung der Materialien sicherzustellen.
Der verwertungsorientierte Rückbau erfolgte nach einem detaillierten Demontagekonzept und in einer festgelegten Reihenfolge, um eine spätere Wiederverwendung der Bauteile zu ermöglichen.
Abschließend wurden die Bodenplatte sowie die Köcherfundamente rückgebaut. Die anfallenden mineralischen Baurestmassen wurden direkt vor Ort aufbereitet und dem Recycling zugeführt.
STAHLBAUTEILE ZUR WIEDERVERWERTUNG GESICHERT
Im Zuge des Rückbaus wurden rund 165 Tonnen Stahlbauteile dokumentiert und zerstörungsfrei demontiert. Dazu zählen unter anderem Fachwerkträger, Stahlstützen, Pfetten und Knotenbleche.
Durch die sorgfältige Demontage konnten die Bauteile für eine weitere Nutzung erhalten und an einen neuen Standort transportiert werden.
FASSADENELEMENTE AUFBEREITET
Ergänzend zu den Stahlbauteilen wurden Fassadenelemente, mehr als 3.900 m² Trapezblech-Dachfläche, 31 Lichtkuppeln einschließlich ihrer Unterkonstruktionen sowie Teile der Galerieebene und technische Einbauten wie Container-Module fachgerecht ausgebaut und für eine spätere Wiederverwendung aufbereitet. Sämtliche rückbaubaren Bauteile wurden mit dem Ziel des Re-Use zerstörungsfrei demontiert.
DOKUMENTIERTE DEMONTAGE ALS GRUNDLAGE
Bereits im Rückbaukonzept wurde die spätere Wiederverwendung der Halle mitgedacht. Zur Sicherstellung einer effizienten Wiedermontage wurde eine systematische Bauteildokumentation vorgesehen, beispielsweise durch Kennzeichnung und Zuordnung der einzelnen Bauteile. Dadurch konnten Konstruktionselemente nicht nur erhalten, sondern auch für den Wiederaufbau an einem anderen Standort nachvollziehbar vorbereitet werden.
3.000 TONNEN BAURESTMASSEN RECYCELT
Parallel zur Bauteildemontage erfolgte die Verwertung mineralischer Baurestmassen direkt auf der Baustelle. Dabei wurden über 3.000 Tonnen Beton-, Ziegel- und Asphaltbruch sortenrein aufbereitet und zu hochwertigem Recyclingmaterial verarbeitet. Durch die Aufbereitung vor Ort konnten Transportwege reduziert und eine Deponierung der Materialien vermieden werden. Damit leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
RÜCKBAU IN NUR DREI MONATEN
Die Arbeiten vom Rückbau über die Aufbereitung der Bauteile und Baustoffe bis hin zum Abtransport für den Wiederaufbau an einem anderen Standort konnten innerhalb von nur drei Monaten umgesetzt werden.
Die Halle wird nun als Zwischenlagerhalle für Abfälle jeglicher Art genutzt. Der dafür notwendige Bodenaufbau sowie Abwassersammeleinrichtungen werden bereits im Bau berücksichtigt und werden für die jeweilige Nutzung spezifisch ausgeführt. So kommen unterschiedliche Bodenaufbauten aus Beton und Asphalt zum Einsatz.
Mittel- bzw. Langfristig soll in der Halle eine Entmetallisierungsanlage errichtet werden, welche aus angeliefertem Abfall noch zu verwertende Stoffe filtert, um diese wieder dem Produktkreislauf zuzuführen zu können. Diese Anlage wird nach Fertigstellung ca. die Hälfte der Grundfläche in Anspruch nehmen, wobei die restliche Halle weiterhin als Zwischenlager genutzt werden kann.
WSE ALS VORREITERIN DES WANDELS IN DER BAUBRANCHE
Die WSE Wiener Standortentwicklung GmbH, ein Tochterunternehmen der Wien Holding, ist die zentrale Ansprechstelle, Initiatorin und Ausführende wichtiger Stadtentwicklungsprojekte in Wien. Und das immer unter der Prämisse, einen nachhaltigen Mehrwert für die Bevölkerung und die Wirtschaft Wiens zu schaffen. Klimaschutz, Energiewende, zukunftsgerechte Mobilität, Hitzeprävention und Daseinsvorsorge sind nur einige der Herausforderungen in der Weiterentwicklung einer Stadt. Die WSE findet die zeitgemäßen und zukunftsweisenden Lösungen und trägt damit wesentlich dazu bei, dass Wien noch attraktiver und lebenswerter wird.
Größten Wert auf umwelt- und klimafreundliche sowie energieeffiziente Technologien legen die Unternehmen der WSE daher bei allen ihren Vorhaben. Geothermie, Photovoltaikanlagen, Gründächer und -fassaden, Betonkernaktivierung, Wärmerückgewinnung, modernste Belüftungsanlagen, höchstwärmedämmende Materialien und höchstmögliche Ressourcenschonung sind Maßnahmen, die nach Möglichkeit bei allen Projekten zum Einsatz kommen.
Lukas Nigl
Öffentlichkeitsarbeit WSE Wiener Standortentwicklung
E-Mail: lukas.nigl@wse.at
Tel.: +43 676 44 32 188
Mag. Elisabeth Bauer
Wien Holding GmbH
Corporate Communications
E-Mail: e.bauer@wienholding.at
Tel.: +43 1 408 25 69 – 47
www.wienholding.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender