Präsentation der „Neuen Big Five“ gegen die bestehende Herzepidemie in Österreich

Österreichische Kardiologische Gesellschaft präsentiert fünf Handlungsempfehlungen gegen die Herzepidemie und lädt Fachgesellschaften, Politik und Partner zum Schulterschluss ein

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in Österreich: Alle 15 Minuten stirbt ein Osterreicher oder Österreicherin an einer Herzerkrankung.

Um der bestehenden Herzepidemie entgegenzuwirken will die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) die Herzgesundheit stärker ins Zentrum der gesundheitspolitischen Debatte rücken. Im Rahmen eines Stakeholder-Dialogs im Future Health Lab präsentierte die ÖKG ihre fünf Handlungsempfehlungen für Herzgesundheit in Österreich und ebnete einen Schulterschluss mit ALLEN eingeladenen nationalen, medizinischen Fachgesellschaften (Nephrologie, Diabetologie, Innere Medizin, Neurologie, Allgemeinmedizin und Sportmedizin) und Systempartner, um einen gemeinsamen Weg einzuschlagen.

HERZGESUNDHEIT ZUM GEMEINSAMEN GESUNDHEITSZIEL MACHEN

Die „Neuen Big Five“, die fünf Handlungsempfehlungen der ÖKG reichen von der nachhaltigen Verankerung von Herzgesundheit als Public-Health-Priorität über mehr Bewusstsein in der Bevölkerung und einer Modernisierung der Vorsorgeuntersuchung bis hin zu einem digitalen Herzgesundheitsmanagement und einer vernetzten Qualitäts- und Datengrundlage.

Die ÖKG versteht die präsentierten Themenschwerpunkte als Einladung zum gemeinsamen Handeln. Sie sind als Ausgangspunkt für einen breiteren Prozess gedacht, um von der Einzelmaßnahme zu einem nationalen Herzgesundheitsplan zu kommen. Ziel müsse es sein, die europäische Dynamik des „Safe Hearts Plan“ für Österreich zu nutzen und Herzgesundheit dauerhaft als gesundheitspolitische Priorität zu verankern. Dafür brauche es die Zusammenarbeit über Fach- und Sektorengrenzen hinweg. „_Wir wollen mit klarer Stimme vorangehen, aber wir wollen diesen Weg nicht alleine gehen._“, betont Daniel Scherr, Präsident der ÖKG.

AWARENESS UND MODERNISIERUNG DER ÖSTERREICHISCHEN VORSORGE ALS SCHLÜSSELELEMENTE FÜR MEHR GESUNDE LEBENSJAHRE

In der gelungenen Auftaktveranstaltung, in der sich die anwesenden Expert:innen und Entscheidungsträger:innen für Initiative und Einladung zur Zusammenarbeit bedankt haben, wurden insbesondere zwei Punkte einhellig als prioritär hervorgehoben: 1. Das Bewusstsein für Herz-Kreislauf-Gesundheit in der Bevölkerung muss deutlich steigen und 2. die österreichische Vorsorgeuntersuchung, deren Programminhalt zuletzt 2005 adaptiert wurde, muss modernisiert werden.

Die Expert:innen aus den sieben medizinischen Fachgesellschaften schlagen deshalb neben einer wissenschaftlich fundierten und leitnlinienangepassten Modernisierung der Vorsorgeuntersuchung auch eine nationale, mehrjährige Aufklärungskampagne vor. Im Mittelpunkt sollen nicht nur Krankheiten und Risiken stehen, sondern die Frage: Was kann jede und jeder selbst tun, um möglichst viele gesunde Lebensjahre zu gewinnen? „_Wir müssen Herzgesundheit aus der Arztpraxis und aus dem Krankenhaus stärker in den Alltag und das Bewusstsein der Menschen bringen._“, so Scherr.

Als konkreten Ansatz nennt die ÖKG etwa die Vermittlung von vier zentralen Herz-Kreislauf-Werten: Blutdruck, Bodymass Index (Gewicht/Körpergröße2) sowie Nüchternblutzucker und den Cholesterinwert LDL, welcher jeder Österreich und Österreicherin bestimmenhaben und kennen sollte – „KNOW YOUR NUMBERS!“ heißt hierbei das langfristige Ziel für GANZ Österreich.

DIGITALE VERSORGUNG UND BESSERE DATEN ALS WEITERE BAUSTEINE

Neben den beschriebenen Zielen, fordern die weiteren Empfehlungen eine stärker vernetzte Versorgung ab. Mit „Mein Herzplan“ soll innerhalb von ELGA perspektivisch ein strukturierter Überblick über Risikofaktoren, Befunde, Medikation, Diagnosen sowie individuelle Therapie- und Präventionsziele entstehen. Leitliniengerechte Behandlungspfade und telemedizinische Angebote sollen eine integrierte Versorgung unterstützen.

Gleichzeitig fordert die ÖKG einen österreichischen kardiovaskulären Kerndatensatz und standardisierte Qualitätsindikatoren. Ein regelmäßig erscheinender österreichischer Herzreport könnte Entwicklungen, regionale Unterschiede und Versorgungsergebnisse transparent machen und damit eine evidenzbasierte Gesundheitspolitik unterstützen.

DIE FÜNF HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN DER ÖKG IM ÜBERBLICK:

* Herzgesundheit nachhaltig als prioritäres Public-Health-Thema verankern
* BEWUSSTSEIN FÜR HERZ-KREISLAUF-GESUNDHEIT IN DER BEVÖLKERUNG STÄRKEN
* VORSORGEUNTERSUCHUNG MODERNISIEREN
* Digitales Herzgesundheitsmanagement „Mein Herzplan“ etablieren
* Vernetzte Dokumentation und standardisierte Qualitätsdaten schaffen und einen österreichischen Herzreport entwickeln

Link zum Download: https://atcardio.at/storage/app/media/Formulare/final_%C3%96KG%20Handlungsempfehlungen%20September%202026.pdf

Österreichische Kardiologische Gesellschaft
Prof. Lukas J. Motloch
Telefon: 0664 834 5488
E-Mail: lukas.motloch@ooeg.at
Website: https://www.atcardio.at/

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