Schulbeginn: 71 Schulpsychotherapeut:innen starten im neuen Schuljahr an Chancenbonusschulen

Psychotherapeutische Kompetenz kommt direkt in der Schule – ÖBVP sieht wichtigen Meilenstein für psychische Gesundheit und Chancengerechtigkeit

Mit Beginn des neuen Schuljahres startet ein zukunftsweisendes Angebot für Kinder und Jugendliche: Erstmals werden Psychotherapeut:innen direkt an Chancenbonusschulen tätig. Den Anfang machen Wien, Niederösterreich und das Burgenland mit dem Schulstart am 7. September, die übrigen Bundesländer folgen am 14. September. Insgesamt nehmen im neuen Schuljahr österreichweit 71 Psychotherapeut:innen ihre Arbeit auf.

Damit wird psychotherapeutische Kompetenz dort verankert, wo Kinder und Jugendliche einen wesentlichen Teil ihres Alltags verbringen: in der Schule. Der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) sieht darin einen wichtigen Schritt, um psychische Gesundheit zu stärken, Belastungen frühzeitig wahrzunehmen und Chancengerechtigkeit im Bildungssystem zu fördern.

„_Der Schulbeginn ist für viele Kinder und Jugendliche mit Vorfreude und Neugier verbunden – für manche aber auch mit Unsicherheit, Ängsten oder Überforderung. Psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Lernen, Bildungserfolg, soziale Teilhabe und eine gute Entwicklung. Dass mit den Schulpsychotherapeut:innen nun erstmals psychotherapeutische Kompetenz direkt im Lebensraum Schule verankert wird, ist deshalb ein wichtiger und richtiger Schritt_“, betont BARBARA HAID, PRÄSIDENTIN DES ÖBVP.

FRÜH UNTERSTÜTZEN, BEVOR BELASTUNGEN GRÖSSER WERDEN

Psychische Belastungen werden im schulischen Alltag häufig früh sichtbar – etwa durch Leistungsdruck, Schulangst, soziale Konflikte, Rückzug oder Schwierigkeiten im Umgang mit Veränderungen. Gleichzeitig sind Schulen zunehmend mit komplexen sozialen, familiären und gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert.

Schulpsychotherapeut:innen ergänzen die bestehenden Unterstützungsstrukturen und bringen ihre spezifische psychotherapeutische Kompetenz in multiprofessionelle Teams ein. Sie bieten Kindern und Jugendlichen niederschwellige Unterstützung, Begleitung und Orientierung und können dazu beitragen, Belastungen frühzeitig zu erkennen und bei weitergehendem Unterstützungs- oder Behandlungsbedarf die entsprechenden nächsten Schritte einzuleiten.

„_Schulpsychotherapeut:innen als Expert:innen für psychische Gesundheit, direkt in der Schule, ermöglichen einen barrierefreien Zugang zu professioneller Unterstützung. Zu Schulbeginn wird deutlich, wie unterschiedlich Kinder, aber auch Jugendliche, mit neuen Herausforderungen zurechtkommen. Schulpsychotherapeut:innen sind nun da, vor Ort, in der Schule, jederzeit erreichbar und können so für diese Kinder und Jugendliche gezielt Unterstützung und Begleitung anbieten. Gemeinsam mit den Lehrerpersonen und Eltern sorgen Schulpsychotherapeut:innen dafür, dass schon zu Beginn die Chancen auch von Kindern, die sich ein bisschen schwerer tun, gewahrt bleiben_“, erklärt HERTA WIMBERGER-SPÖRKER, LEITERIN DES FACHREFERATES SCHULPSYCHOTHERAPIE IM ÖBVP UND STELLVERTRETENDE VORSITZENDE DES OBERÖSTERREICHISCHEN LANDESVERBANDS FÜR PSYCHOTHERAPIE (OÖLP).

Zwei Drittel der neuen Schulpsychotherapeut:innen wurden von Volks- und Mittelschulen in Wien angefordert. „_Gerade in Wien stehen die Schulen vor großen psychosozialen Herausforderungen. Ab dem neuen Schuljahr begleiten 45 Schulpsychotherapeut:innen die Kinder und Jugendlichen im Schulalltag. Es ist gelungen, die Psychotherapie im multiprofessionellen Unterstützungssystems des Lebensraums Schule zu verankern“_,_ _freut sich_ _LEONORE LERCH, VORSITZENDE DES WIENER LANDESVERBANDS FÜR PSYCHOTHERAPIE (WLP).

PSYCHISCHE GESUNDHEIT SCHAFFT BILDUNGSCHANCEN

Für den ÖBVP ist der Chancenbonus auch gesundheitspolitisch ein wichtiges Signal: Bildungschancen hängen nicht nur von Unterricht und schulischen Rahmenbedingungen ab. Kinder und Jugendliche brauchen auch psychische Stabilität, tragfähige Beziehungen und Unterstützung in belastenden Lebenssituationen. Frühzeitige, gut erreichbare Angebote können dazu beitragen, dass Schwierigkeiten nicht chronisch werden und Kinder ihre Entwicklungs- und Bildungschancen besser wahrnehmen können.

Österreichweit werden im neuen Schuljahr 71 SCHULPSYCHOTHERAPEUT:INNEN IN TEIL- UND VOLLZEITANSTELLUNGEN AN CHANCENBONUSSCHULEN tätig sein.

„_Die große Nachfrage der Schulen zeigt, wie dringend solche Angebote gebraucht werden. Die Psychotherapie ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und ihre Kompetenz dort einzubringen, wo Kinder und Jugendliche sie brauchen. Die 71 Schulpsychotherapeut:innen sind ein wichtiger Anfang. Unser Ziel muss sein, psychische Gesundheit dauerhaft und selbstverständlich im Lebensraum Schule mitzudenken – und dieses zukunftsweisende Angebot Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und auszubauen_“, so BARBARA HAID UND HERTA WIMBERGER abschließend.

Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie
Fabienne Patek, MSc
Telefon: +43 676 306 59 41
E-Mail: oebvp.patek@psychotherapie.at
Website: https://www.psychotherapie.at

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