Wohnort entscheidet über Höhe der Gasrechnung: 573 Euro Unterschied innerhalb Österreichs

Aktuelle durchblicker-Auswertung zeigt: Bis zu 486 Euro Ersparnis im Osten möglich, Landesversorger im Westen mit günstigsten Tarifen.

Die Gaspreise haben heuer wieder deutlich angezogen. durchblicker hat berechnet, dass die Preise für das günstigste abschließbare Gasangebot Ende August rund 15 Prozent über den Preisen im Jänner liegen und sich damit dem höchsten Stand von 2023 nähern.1 Wer jetzt vor Beginn der Heizsaison noch seinen Gasvertrag wechselt, kann seine monatlichen Fixkosten dennoch spürbar senken: Für Haushalte, die ihr Gas derzeit über einen Vertrag ohne Preisgarantie beziehen, gibt es bei einem Tarifwechsel ein Sparpotenzial von 218 Euro im Median2. Die mögliche Ersparnis durch einen Anbieterwechsel hängt jedoch stark vom Bundesland ab. Während in Niederösterreich derzeit bis zu 486 Euro im ersten Jahr eingespart werden können, sollten Haushalte in Tirol und Vorarlberg nur mit Bedacht wechseln – dort ist kein Tarif günstiger als der jeweilige Landesversorger.

OST-WEST-GEFÄLLE: WOHNORT BLEIBT WICHTIGER KOSTENFAKTOR

durchblicker hat in einer aktuellen Auswertung den Standardtarif des jeweiligen Landesenergieversorgers mit dem günstigsten verfügbaren Angebot verglichen. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Bundesländer-Gefälle. “Der Wohnort entscheidet nach wie vor maßgeblich darüber, wie hoch die monatliche Gasrechnung ausfällt“, erklärt durchblicker-Energieexperte Stefan Spiegelhofer. Denn während private Anbieter oft bundesweit zum selben Tarif verfügbar sind, unterscheiden sich die Preise der Landesversorger deutlich – für exakt dieselbe Leistung. So zahlt ein Musterhaushalt mit 12.000 kWh Jahresverbrauch beim Landesversorger in Vorarlberg derzeit 1.345 Euro pro Jahr, in Niederösterreich hingegen 1.918 Euro. Allein aufgrund des Wohnortes ergibt sich damit ein Preisunterschied von 573 Euro jährlich.

Ein Teil dieser Differenz ist auf regionale Netzkosten und andere fixe Bestandteile zurückzuführen. Die Auswertung zeigt jedoch, dass Konsumentinnen und Konsumenten den höheren Kosten nicht völlig ausgeliefert sind. Je nach Bundesland lässt sich durch einen Anbieterwechsel ein erheblicher Teil des Preisunterschieds wieder ausgleichen. In Niederösterreich beträgt das Sparpotenzial bei einem Wechsel vom Landesversorger zum günstigsten Alternativangebot aktuell 486 Euro im ersten Jahr, gefolgt vom Burgenland mit 238 Euro, der Steiermark mit 225 Euro und Wien mit 218 Euro. Demgegenüber fallen die möglichen Einsparungen in Oberösterreich (112 Euro), Salzburg (59 Euro) und Kärnten (68 Euro) deutlich geringer aus. In Tirol und Vorarlberg liegt das günstigste verfügbare Angebot derzeit sogar um bis zu 100 Euro über dem Tarif des Landesversorgers. “Unsere Auswertung zeigt, dass der Wohnort aktuell einen größeren Einfluss auf das Sparpotenzial hat als die rekordhohen Gaspreise“, so Spiegelhofer.

VOR DER HEIZSAISON LOHNT SICH EIN TARIFVERGLEICH

Aus Sicht von durchblicker unterstreichen die aktuellen Preisunterschiede die Bedeutung regelmäßiger Tarifvergleiche. Auch wenn die Höhe des Einsparpotenzials regional stark variiert, können viele Haushalte ihre Energiekosten durch einen Wechsel deutlich senken. Gerade vor Beginn der Heizsaison kann eine Überprüfung bestehender Verträge finanzielle Entlastung bringen.

„Wer aktuell einen Tarif ohne Preisgarantie hat, sollte jetzt aktiv werden. Auch nach dem jüngsten Anstieg der Gaspreise gibt es in vielen Regionen Österreichs attraktive Alternativen zu bestehenden Verträgen. Ein Tarifvergleich dauert nur wenige Minuten und kann sich finanziell rasch bezahlt machen“, so Spiegelhofer.

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QUELLEN

1 Der reine Energiepreis des günstigsten verfügbaren Gasangebots (Arbeits- und Grundpreis ohne Netzentgelte, Abgaben und Wechselbonus; 806 Ꞓ, Median für einen 12.000-kWh-Haushalt, Stand August 2026) entspricht wieder in etwa dem Niveau von Juli 2023 (812 Ꞓ). Netzentgelte und Steuern sind in dieser Betrachtung ausgeklammert, da sie reguliert sind und unabhängig vom Marktpreis für Gas festgelegt werden.

2 Median-Sparpotenzial eines 12.000-kWh-Musterhaushalts über alle Bundesländer hinweg, im ersten Vertragsjahr inkl. Wechselbonus, Stand 05.–07.09.2026.

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