
ÖGB-Kemperle: Wer Frauen mit 50+ keinen Job gibt, soll dafür zahlen
Die Vorsitzende der ÖGB-Pensionist:innen unterstützt Forderungen nach mehr Chancen für Frauen 50+ und kritisiert Schlechtreden des öffentlichen Pensionssystems
Beim heutigen Pressegespräch von Christine Mayrhuber, Ingrid Korosec und Birgit Gerstorfer wurden mehr Jobs, mehr Chancen und mehr Respekt für Frauen 50+ am Arbeitsmarkt gefordert. Die Vorsitzende der ÖGB-Pensionist:innen, Monika Kemperle, unterstützt diese Forderungen ausdrücklich.
„Viele Frauen über 50 werden vom Arbeitsmarkt verdrängt. Da ist es völlig realitätsfremd, gleichzeitig über längeres Arbeiten oder ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter zu diskutieren“, sagt Monika Kemperle.
BONUS-MALUS-SYSTEM FÜR BETRIEBE
Kemperle fordert daher ein Bonus-Malus-System für Betriebe. Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer:innen beschäftigen und halten, sollen belohnt werden. Wer ältere Beschäftigte verdrängt oder erst gar nicht beschäftigt und die Kosten der Allgemeinheit überlässt, soll einen finanziellen Beitrag leisten.
„Wer Verantwortung übernimmt, soll belohnt werden. Wer ältere Arbeitnehmer:innen aufs Abstellgleis schiebt, soll dafür zahlen“, so Kemperle.
ALTERSGERECHTE ARBEITSPLÄTZE SCHAFFEN
Gleichzeitig brauche es mehr alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze. „Das eigentliche Problem ist nicht, dass ältere Arbeitnehmer:innen nicht arbeiten wollen, sondern fehlende Chancen und Arbeitsplätze, auf denen Menschen gesund bis zur Pension arbeiten können“, betont Kemperle.
FINGER WEG VON DEN PENSIONEN
Deutliche Kritik übt Kemperle am Schlechtreden des öffentlichen Pensionssystems und an Forderungen nach einem höheren gesetzlichen Pensionsantrittsalter.
„Die Pensionen sind finanzierbar. Statt das Regelpensionsalter zu erhöhen oder Menschen in private Vorsorge zu drängen, müssen wir die Beschäftigung steigern und das öffentliche Pensionssystem absichern. Wer Geld für das Budget sucht, soll bei großen Vermögen und Millionenerbschaften hinschauen und nicht bei Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen, die ohnehin einen großen Beitrag leisten“, sagt Monika Kemperle.
„Frauen 50+ brauchen endlich mehr Jobs, mehr Chancen und mehr Respekt. Das wäre die richtige Antwort auf die Herausforderungen am Arbeitsmarkt und bei den Pensionen“, ist Kemperle überzeugt.
DER ÖGB FORDERT:
* Bonus-Malus-System für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer:innen
* Mehr alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze
* Mehr Chancen für Frauen 50+ am Arbeitsmarkt
* Keine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters
* Stärkung des öffentlichen Pensionssystems
* Vermögensbezogene Steuern statt Belastungen für Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
ÖGB Kommunikation
Christine Esterbauer
Telefon: +43664 8333619
E-Mail: christine.esterbauer@oegb.at
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