
Pflegende Angehörige als unsichtbare Held:innen: Eine Million Menschen stemmen täglich die Pflege
FCG/GPA: Pflege darf nicht zur Belastungsfalle werden
Anlässlich des 7. Nationalen Aktionstags für pflegende Angehörige rückt die Fraktion christlicher Gewerkschafter:innen in der Gewerkschaft GPA jene Menschen in den Mittelpunkt, die Verantwortung für die Pflege eines nahestehenden Menschen übernehmen. Und das sind aktuell rund eine Million An- und Zugehörige.
„Pflegende Angehörige sind eine tragende Säule unseres Pflegesystems. Sie leisten tagtäglich Enormes und verdienen dafür nicht nur unsere Anerkennung, sondern konkrete Unterstützung und spürbare Entlastung. Niemand darf mit der Verantwortung für die Pflege eines Angehörigen allein gelassen werden“, stellt Markus Hiesberger, FCG/GPA-Bundesgeschäftsführer, klar. Gerade aus gewerkschaftlicher Sicht sei es entscheidend, Pflege und Beruf besser vereinbar zu machen und soziale Absicherung sicherzustellen.
„Pflege und Betreuung sind Großteils Frauenarbeit. Viele Frauen müssen ihre Arbeitszeit reduzieren oder gar ihre Erwerbstätigkeit unterbrechen. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf Einkommen, Karrierechancen und später auch auf die Pension, was der jährliche Gender Pension Gap verdeutlicht. Wer pflegt, darf nicht gleichzeitig beruflich und finanziell ins Abseits geraten“, ergänzt Karin Zeisel, FCG/GPA-Bundesfrauenvorsitzende.
UNTERSTÜTZUNG MUSS DORT ANKOMMEN, WO SIE GEBRAUCHT WIRD
„Eine solidarische Gesellschaft darf Pflege nicht zur privaten Angelegenheit von Familien machen. Wer täglich Verantwortung für andere übernimmt, braucht selbst Schutz, Unterstützung und faire Rahmenbedingungen. Genau hier müssen wir ansetzen. Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, bei der sozialen Absicherung und bei ausreichenden Entlastungsangeboten“, so Hiesberger.
Karin Zeisel bringt ein weiteres Faktum ein: In Österreich gibt es über 42.000 (!) pflegende Kinder und Jugendliche, sogenannte Young Carers. Sie unterstützen im Haushalt, kümmern sich um jüngere Geschwister, übernehmen Pflegetätigkeiten und tragen (zu) viel Verantwortung. Es ist beschämend, dass in Österreich, einem der reichsten Länder der Welt mit einem starken Sozialsystem, so viele Kinder und Jugendliche Care-Arbeit leisten müssen. Das ist nicht akzeptabel und erfordert entschlossenes Handeln“, betont Zeisel. Ein umfassendes Unterstützungsangebot bietet das Sozialministerium an. https://www.young-carers-austria.at/
Der Aktionstag macht deutlich: Pflegende Angehörige brauchen Anerkennung – aber das allein reicht nicht. Entscheidend sind verlässliche Unterstützungsangebote, finanzielle Absicherung, gute mobile Pflegedienste, Möglichkeiten zur Ersatzpflege und eine bessere Vereinbarkeit von Pflege, Beruf und Privatleben. „Unser Ziel muss sein, pflegende Angehörige nachhaltig zu stärken und ihnen die bestmögliche Unterstützung zu bieten“, betonen Zeisel und Hiesberger abschließend.
FCG/GPA
Mag. Gertraud Kreiml, MA
Telefon: 0676/817111395
E-Mail: gertraud.kreiml@gpa.at
Website: https://www.fcg-gpa.at
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