
Ärzt:innen und Europas Wasserversorger warnen vor TFA im Grundwasser
GLOBAL 2000 widerspricht Landwirtschaftsministerium: Alle 16 Vergleichsmessstellen zeigen steigende Werte
Die von GLOBAL 2000 veröffentlichte Auswertung amtlicher Grundwasserdaten findet deutliche Unterstützung aus der Umweltmedizin und von den europäischen Wasserversorgern. Die Vereinigung Ärztinnen und Ärzte für eine gesunde Umwelt (ÄGU) spricht von einer „im doppelten Sinne problematischen“ Entwicklung. Umweltmediziner Hanns Moshammer warnt, dass die vorhandenen Hinweise auf toxische Effekte angesichts der Beständigkeit von TFA und der steigenden Konzentrationen sehr ernst genommen werden müssen.
Noch deutlicher reagiert der europäische Dachverband der Wasserversorger (EurEau). Generalsekretär Oliver Loebel spricht von einem „besorgniserregenden Trend rasch steigender TFA-Konzentrationen“ und fordert ein rasches Verbot aller TFA-emittierenden oder TFA-bildenden Produkte, einschließlich PFAS-Pestiziden. Nur so könne verhindert werden, dass die Belastung der europäischen Trinkwasserressourcen kritische Werte erreicht.
AUSWAHL DER MESSSTELLEN ERKLÄRT TFA-ANSTIEG NICHT
Das Landwirtschaftsministerium (BMLUK) erklärte, die Zahl der direkt vergleichbaren Messstellen sei gering und diese seien „gezielt in potenziell belasteten Gebieten ausgewählt“ worden. Daher ließen die Ergebnisse keine allgemeine Aussage über die Entwicklung des gesamten österreichischen Grundwassers zu.
GLOBAL 2000 widerspricht dieser Einordnung. Der beobachtete Anstieg ist keinesfalls als Folge einer „belastungsorienterten“ Auswahl erklärbar. „Die 16 Messstellen verteilen sich auf acht Bundesländer und reichen von niedrigen bis zu hohen Ausgangsbelastungen. Gestiegen ist TFA an allen 16 Messstellen, im Mittel von 1,36 auf 2,86 Mikrogramm pro Liter. Das ist ein Plus von über 100 Prozent“, erklärt Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei GLOBAL 2000 und Erstautor der Studie. Und weiter: „Dass sich aus 16 Messstellen keine Hochrechnung für ganz Österreich ableiten lässt, hat GLOBAL 2000 nie behauptet“. Die Details dazu hat GLOBAL 2000 in einem Kurz-Factsheet dokumentiert.
MINISTERIUM MUSS GRUNDWASSER SCHÜTZEN
GLOBAL 2000 erwartet konkrete Maßnahmen statt Beschwichtigungen. „Mich enttäuscht, dass das Ministerium auf einen derart konsistenten Befund zunächst mit einer Relativierung seiner Aussagekraft reagiert. Statt Ausmaß und Anstieg der Belastung kleinzureden, sollte es erklären, warum der Vergleich der beiden Messserien in den amtlichen Wassergüteberichten nicht dargestellt wurde und welche Konsequenzen es jetzt für den Schutz unseres Grundwassers zieht“; so Burtscher-Schaden abschließend.
Factsheet zu den 16 Vergleichsmessstellen
Preprint über den rasanten TFA-Anstieg im Grundwasser
Dr. Helmut Burtscher-Schaden
Umweltchemiker GLOBAL 2000
+43 699 14 2000 34
helmut.burtscher@global2000.at
Christoph Gerhardt
Pressesprecher GLOBAL 2000
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christoph.gerhardt@global2000.at
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