
Welttag der Patient:innensicherheit: Hitzeschutz ist Patient:innensicherheit
Klimawandel erhöht gesundheitliche Risiken – klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen stärken Patient:innen- und Versorgungssicherheit
Patient:innensicherheit bedeutet, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und vermeidbare Schäden zu verhindern. Der diesjährige Sommer hat erneut gezeigt, wie stark anhaltende Hitzewellen insbesondere ältere Menschen, chronisch Kranke und das Gesundheitssystem belasten können. Anlässlich des Welttages der Patient:innensicherheit am 17. September macht das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz darauf aufmerksam, dass Hitzeschutz heute ein wichtiger Bestandteil einer sicheren Gesundheitsversorgung ist.
Der Welttag der Patient:innensicherheit wird 2026 unter dem Motto „Sichere Gesundheitsversorgung – ein Leben lang“ begangen. Die WHO betont, dass Sicherheitsrisiken entlang der gesamten Versorgungskette frühzeitig erkannt und reduziert werden müssen – dazu gehören zunehmend auch klimabedingte Gesundheitsrisiken.
„Der Klimawandel macht nicht vor den Türen unserer Krankenhäuser, Pflegeheime oder Ordinationen halt. Die zunehmende Hitze ist längst eine konkrete Gesundheitsgefahr – besonders für ältere Menschen, chronisch Kranke und andere vulnerable Gruppen. Der Kampf gegen den Klimawandel bedeutet deshalb heute auch, jene Menschen zu schützen, deren Gesundheit durch seine Folgen besonders bedroht ist. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass unsere Gesundheitseinrichtungen auf diese Veränderungen vorbereitet sind und auch unter schwierigeren klimatischen Bedingungen eine sichere Versorgung gewährleisten können“, betont Gesundheits-Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig.
SICHERE, KLIMAFREUNDLICHE UND KLIMARESILIENTE GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN
Der aktuelle Jahresbericht zur österreichischen Patient:innensicherheitsstrategie zeigt, dass Klimaschutzmaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen gleichzeitig die Gesundheitsförderung von Patient:innen und Mitarbeitenden stärken, die Patient:innensicherheit erhöhen sowie die Versorgungs- und Krisensicherheit verbessern. Dazu tragen unter anderem klimafreundliche und hitzeresiliente Gebäude, Begrünung, energieeffiziente Lüftungs- und Kühlsysteme sowie eine gesundheitsfördernde und klimafreundliche Gemeinschaftsverpflegung bei.
Mit dem Nationalen Hitzeschutzplan verfügt Österreich über einen bundesweiten Rahmen, um die gesundheitlichen Folgen von Hitze zu reduzieren und besonders gefährdete Menschen zu schützen. Für Gesundheitseinrichtungen empfiehlt der Hitzeschutzplan unter anderem eigene Hitzeschutzpläne, die Identifikation besonders gefährdeter Patient:innen, die Überwachung der Raumtemperaturen, die Sicherstellung der Kühlketten für Medikamente sowie organisatorische Maßnahmen während Hitzewellen.
Eine aktuelle Analyse der Gesundheit Österreich zeigt, dass Gesundheitseinrichtungen selbst zunehmend von Hitze betroffen sind. Im Hitzesommer 2026 waren bereits rund drei Viertel aller Gesundheitseinrichtungen von mindestens 20 Hitzetagen betroffen. Das unterstreicht die Notwendigkeit, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und weitere Gesundheitseinrichtungen frühzeitig an die Folgen des Klimawandels anzupassen.
Das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der Gesundheit Österreich unterstützt das Gesundheitsministerium dabei, das österreichische Gesundheitssystem klimafreundlich und klimaresilient weiterzuentwickeln. Bereits heute arbeiten im Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“ 148 Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken sowie 178 Senioren- und Pflegeeinrichtungen daran, ihre Standorte klimafreundlich und gleichzeitig hitzeresilient zu gestalten. Konkrete Maßnahmen sind unter anderem Beschattung, Begrünung, thermische Sanierung, moderne Lüftungs- und Kühlsysteme sowie nachhaltige Mobilitäts-, Beschaffungs- und Verpflegungskonzepte. Klimaanlagen können dabei ein wichtiger Baustein sein, sind jedoch nur Teil eines umfassenden Hitzeschutzkonzepts.
Darüber hinaus werden die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels untersucht, die integrierte Gesundheitsberichterstattung weiterentwickelt und Maßnahmen zum Kompetenzaufbau für Gesundheitsberufe umgesetzt. Im Auftrag des Gesundheitsministeriums werden zudem Klimamanager:innen ausgebildet und die Klimakompetenz im Gesundheitswesen gestärkt – etwa durch Fortbildungsangebote und praxisnahe Werkzeuge für Gesundheitsberufe.
„Klimaschutz und Klimaresilienz im Gesundheitswesen sind heute untrennbar mit Patient:innensicherheit verbunden. Maßnahmen gegen Hitze schützen nicht nur Patient:innen, sondern stärken gleichzeitig die Versorgungsqualität und machen unser Gesundheitssystem widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Krisen. Als nationales Public-Health-Institut unterstützen wir diese Entwicklung mit wissenschaftlichen Grundlagen und konkreten Umsetzungsprojekten“, sagt Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich.
INFORMATION SCHAFFT SICHERHEIT
Ein weiterer Baustein ist das österreichweite Hitzetelefon des Gesundheitsministeriums. Es bietet kostenlose Informationen und Beratung rund um Hitze und Hitzeschutz und unterstützt insbesondere ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie deren Angehörige dabei, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Damit wird deutlich: Patient:innensicherheit beginnt nicht erst im Behandlungszimmer. Sie umfasst auch die Rahmenbedingungen, unter denen Gesundheitsversorgung stattfindet. Dazu gehört zunehmend auch der Schutz vor den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels.
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz
Jakob Kramar-Schmid, BA MA
E-Mail: jakob.kramar-schmid@sozialministerium.gv.at
Website: https://www.sozialministerium.gv.at/
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