
Spritpreisschock bringt Taxibetriebe unter Druck
WKÖ-Branchensprecher Mayrhofer sieht akuten Handlungsbedarf und fordert Länder auf, bei Tarifordnungen rasch zu reagieren
„Für viele Taxibetriebe ist die aktuelle Entwicklung eine Katastrophe“, sagt Gunter Mayrhofer, Sprecher der österreichischen Taxibranche in der WKÖ, und warnt vor den Folgen der jüngsten Treibstoffpreissteigerungen. Während die Kosten innerhalb weniger Wochen massiv gestiegen sind, bleiben die Tarife in vielen Regionen unverändert. Die Betriebe können die Mehrbelastungen daher vielfach nicht an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben. Besonders betroffen sind Taxiunternehmen in Tarifgebieten, deren Preise behördlich festgelegt werden. Anders als viele andere Unternehmen können Taxibetriebe damit nicht auf die gestiegenen Kosten reagieren. „Die Preise an den Tankstellen steigen von einem Tag auf den anderen, unsere Tarife aber nicht. Die Kosten laufen davon, während die Einnahmen gleichbleiben. Viele Betriebe stoßen dadurch an ihre wirtschaftlichen Grenzen“, so Mayrhofer.
Die Taxibranche fordert die Landespolitik auf, die außergewöhnlichen Kostensteigerungen bei den Taxitarifen rasch zu berücksichtigen. „Tarifordnungen müssen auch auf solche Entwicklungen reagieren können. Es kann nicht sein, dass die Kostenexplosion allein von den Betrieben getragen wird. Wer Mobilität sichern will, muss den Unternehmen auch wirtschaftlich eine Perspektive geben“, fordert Mayrhofer.
SCHÜLER-, KINDERGARTEN-, BEHINDERTEN UND KRANKENBEFÖRDERUNG: PLANUNGSSICHERHEIT DRINGEND ERFORDERLICH
Positiv bewertet die Branche die mit 1. September 2026 erfolgte Anpassung der Tarife für die Schülerbeförderung um 3,2 Prozent. Dies bedeutet jedoch kein finanzielles Plus für die Unternehmen, sondern dient in erster Linie der Abgeltung der Inflation und der Erhaltung der bisherigen Leistungsfähigkeit. „Diese Anpassung war ein wichtiges und wertschätzendes Signal für die Branche. Die seit März massiv gestiegenen Treibstoffkosten können dadurch jedoch bei Weitem nicht ausgeglichen werden“, stellt Mayrhofer klar.
Auch bei den Kindergarten- und Behindertentransporten, die überwiegend durch die Bundesländer finanziert werden, stehen viele Unternehmen vor ähnlichen Herausforderungen. Die deutlich höheren Aufwendungen für Treibstoff und den laufenden Betrieb können vielfach nicht zeitnah in bestehenden Vereinbarungen berücksichtigt werden. Noch größer sind die Herausforderungen in der Krankenbeförderung. Dort stehen die Unternehmen einer anhaltend starken Kostenbelastung gegenüber, ohne dass eine entsprechende Tarifanpassung erfolgt ist. Viele Betriebe erbringen diese Leistungen auf Basis langfristiger Vereinbarungen und tragen die Mehrkosten derzeit weitgehend selbst.
„In der Schülerbeförderung wurde ein wichtiges Signal gesetzt. Bei Kindergarten-, Behinderten und Krankenbeförderungen besteht hingegen weiter erheblicher Handlungsbedarf. Umso wichtiger ist es jetzt, rasch Planungssicherheit für das kommende Jahr zu schaffen und die tatsächliche Kostenentwicklung bei den künftigen Tarifverhandlungen zu berücksichtigen“, betont Mayrhofer.
POLITIK UND AUFTRAGGEBER MÜSSEN HANDELN
Neben einer Überprüfung der Tarifsysteme braucht es weitere Maßnahmen, um die Folgen der anhaltend hohen Treibstoffkosten abzufedern. Da auf den internationalen Energiemärkten keine rasche Entspannung zu erwarten ist, benötigen die Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen. „Die Ursache dieser Kostenexplosion liegt nicht bei den Unternehmen. Trotzdem tragen sie die Folgen derzeit weitgehend alleine. Das ist auf Dauer nicht tragbar. Bund, Länder und Auftraggeber sind gefordert, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Betriebe rasch abzusichern“, so Mayrhofer abschließend. (PWK453/DFS)
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