
Bundesjugendvertretung und Seniorenrat zum Klimagesetz-Entwurf: Generationenstimmen bleiben auf der Strecke
Klimagesetz-Entwurf sieht Klimadialoge mit Stakeholdern vor. BJV und Seniorenrat kritisieren, dass sowohl die Jugend als auch die ältere Generation nicht eingebunden werden sollen.
Die Regierung hat nach langen Verhandlungen einen Entwurf für das neue Klimagesetz vorgelegt. Dieser sieht vor, dass für die Erarbeitung zentraler Klimastrategien Klimadialoge stattfinden sollen, u.a. mit Sozialpartnern, Interessenvertretungen und anerkannten Umweltschutzorganisationen. Nicht aufgelistet sind im Entwurf die Bundesjugendvertretung (BJV) sowie der Seniorenrat als Interessenvertretungen der jungen und älteren Generationen.
Mit einem Schulterschluss wenden sich nun die Generationen-Sozialpartner an die Regierung. Weder die Interessen der Jugendlichen noch die der älteren Bevölkerung dürfen ignoriert werden.
„Die Bekämpfung der Klimakrise ist eine Herausforderung, die wir nur gemeinsam stemmen können und gerade junge Menschen zeigen seit Jahren, wie wichtig ihnen Klimaschutz ist. Sie haben jahrelang auf ein neues Klimagesetz gedrängt – und jetzt soll Österreichs Klimafahrplan offenbar ohne die Stimme der Jugend erarbeitet werden. Das ist völlig inakzeptabel“, sagt BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic.
Ingrid Korosec, Präsidentin des Seniorenrats und des Seniorenbundes, betont, wie wichtig die Zusammenarbeit der Generationen beim Klimaschutz ist: „Es ist unverständlich und inakzeptabel, dass der Seniorenrat in einem Gremium, das über Klimaschutz entscheidet, nicht am Tisch sitzt. Seniorinnen und Senioren gehören zu jenen, die Hitze, Extremwetter und die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels am stärksten zu spüren bekommen – und ihre Stimme fehlt. Klimaschutz betrifft auch die Jugend und ihre Zukunft. Klimapolitik ohne die Stimme der Jungen und der älteren Generation ist unvollständige Klimapolitik.“
INTERESSENVERTRETUNGEN FORDERN REGIERUNG AUF, GENERATIONEN AN DEN TISCH ZU HOLEN
Die Generationen-Sozialpartner erwarten sich nun ein klares politisches Bekenntnis, die Jugend und die ältere Bevölkerung in die geplanten Klimadialoge einzubinden.
„Klimapolitik ist Generationenpolitik – sie gelingt nur, wenn alle Generationen mitreden können. Ältere Menschen sind von Hitze und Extremwetter besonders betroffen und bringen zugleich viel Erfahrung im sorgsamen Umgang mit Ressourcen mit. Dass die Interessenvertretung von 2,5 Millionen Seniorinnen und Senioren in den Klimadialogen nicht vorgesehen ist, ist nicht nachvollziehbar. Wir fordern die Regierung auf, den Entwurf nachzubessern“, betont Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Seniorenrats und des Pensionistenverbandes Österreichs.
Und BJV-Vorsitzende Anna Schwabegger ergänzt: „Junge Menschen haben das Recht auf eine gesunde Umwelt und sie sind die Generation, die am längsten die Auswirkungen der Klimakrise spüren werden. Wer unsere Zukunft ernst nimmt, kann unsere Anliegen nicht ignorieren. Wir rufen die Regierung auf, der Jugend mehr Mitspracherecht einzuräumen und den Dialog zwischen den Generationen zu fördern.“
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