
Alleinerziehend heißt nicht allein gelassen werden
FCG/GPA fordert bessere Vereinbarkeit, leistbare Kinderbetreuung und Schutz vor Altersarmut
Am 28. September ist der Internationale Tag der Alleinerziehenden. Dieser Aktionstag ist weit mehr als nur ein Datum im Kalender – er ist ein wichtiges jährliches Signal für die Sichtbarkeit, den Respekt und die gesellschaftliche Solidarität mit Familien, in denen nur ein Elternteil hauptverantwortlich ist. „Alleinerziehende leisten täglich Enormes. Sie brauchen faire Einkommen, leistbare Kinderbetreuung, ausreichend Unterhalt und eine soziale Absicherung, die ihnen und ihren Kindern ein Leben ohne Armutsrisiko ermöglicht“, betont Karin Zeisel, Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen in der Gewerkschaft GPA. Wesentlich ist auch, gegen die drohende Altersarmut gewappnet zu sein, wenn man etwa sein Leben lang Teilzeit arbeitet, um die Kinderbetreuung zu stemmen.
ARBEIT MUSS ZUM LEBEN PASSEN – UND NICHT UMGEKEHRT.
Der Ausbau der Kinderbetreuung zeigt zwar Fortschritte, der Bedarf ist aber weiterhin groß. So lag die Betreuungsquote der 0- bis 2-Jährigen im Kindergartenjahr 2024/25 bei 34,8 Prozent. Bei den 3- bis 5-Jährigen beträgt die Betreuungsquote mittlerweile 94,3 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich bei der Vereinbarkeit mit Vollzeitarbeit weiterhin Handlungsbedarf: Österreichweit besuchten 2024/25 erst 60 Prozent der 0- bis 5-Jährigen eine Betreuungseinrichtung, deren Öffnungs- und Rahmenzeiten eine Vollzeitbeschäftigung der Eltern ermöglichen. „Gerade für Alleinerziehende sind verlässliche Betreuungszeiten entscheidend, weil sie nicht auf ihren Partner/ihre Partnerin zurückgreifen können, wenn Arbeitszeiten und Öffnungszeiten nicht zusammenpassen“, so Hiesberger.
Bis 2030 sollen Bund, Länder und Gemeinden insgesamt 4,5 Milliarden Euro in den Ausbau und die Qualität der Kinderbildung und -betreuung investieren. Die FCG/GPA pocht darauf, dass diese Mittel dort ankommen, wo sie im Alltag gebraucht werden: bei zusätzlichen Betreuungsplätzen, längeren und verlässlichen Öffnungszeiten und einem Angebot, das sich an den tatsächlichen Arbeitszeiten der Eltern orientiert. Oder es werden alternativ mehr flexible und planbare Arbeitszeitmodelle sowie insgesamt familienfreundlichere Arbeitsbedingungen geschaffen.
„Alleinerziehende brauchen keine Almosen, sondern faire Chancen, Sicherheit und echte Wahlmöglichkeiten. Dafür müssen Politik und Arbeitswelt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Leistbare Kinderbetreuung, eine spürbare steuerliche Entlastung, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und Unterstützung bei zusätzlicher Care-Arbeit sind dafür zentrale Bausteine“, so Zeisel und Hiesberger abschließend.
FCG/GPA
Mag. Gertraud Kreiml, MA
Telefon: 0676/817111395
E-Mail: gertraud.kreiml@gpa.at
Website: https://www.fcg-gpa.at
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