Gerstorfer: Betriebspension stärken – gesetzliche Pension nicht schlechtreden

PVÖ begrüßt Reform der betrieblichen Altersvorsorge – gesetzliche Pension bleibt wichtigste Säule der Alterssicherung

Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) begrüßt die beschlossene Reform der betrieblichen Altersvorsorge grundsätzlich. Der breitere Zugang zu Pensionskassen und zusätzliche Möglichkeiten für eine lebenslange Zusatzpension sind sinnvolle Neuerungen, die mehr Wahlfreiheit bringen. „Aber eines muss klar sein: Die gesetzliche Pension ist und bleibt das Fundament unserer Alterssicherung“, betont PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. „Sie darf nicht ständig schlechtgeredet oder als unsicher dargestellt werden.“ ****

OHNE STARKE ERSTE SÄULE GIBT ES KEINE SICHERE ALTERSSICHERUNG

Die Größenordnungen zeigen die Bedeutung der gesetzlichen Pension: 2025 waren im Jahresdurchschnitt 3,69 Millionen Menschen in der österreichischen Pensionsversicherung pflichtversichert. Ihre Beiträge für Erwerbstätige beliefen sich auf 40,7 Milliarden Euro. Im Dezember 2025 wurden rund 2,6 Millionen Pensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung ausbezahlt. Demgegenüber gab es Ende Juni 2026 rund 1,15 Millionen Anwartschafts- und Leistungsberechtigte bei den Pensionskassen. Tatsächlich bezogen 163.917 Personen eine Pensionskassenleistung. Derzeit hat etwa ein Viertel der unselbständig Erwerbstätigen Anspruch auf eine solche Leistung. „Die zweite Säule kann und soll die gesetzliche Pension sinnvoll ergänzen. Sie kann sie aber nicht ersetzen“, so Gerstorfer.

SCHLUSS MIT DEM PENSIONSBASHING

Gerstorfer warnt davor, die Stärkung der betrieblichen Vorsorge mit einer Abwertung der gesetzlichen Pension zu verbinden. „Wer den Menschen ständig sagt, ihre gesetzliche Pension sei nicht sicher oder die Jungen würden später ohnehin nichts mehr bekommen, zerstört Vertrauen. Damit muss Schluss sein. Unser Pensionssystem muss selbstverständlich stetig weiterentwickelt werden und wird es auch – aber auf Basis von Fakten und nicht durch permanentes Pensionsbashing.“

MEHR KAPITALMARKT DARF NICHT WENIGER SICHERHEIT BEDEUTEN

Die beschlossene Reform eröffnet ab 2028 neue Möglichkeiten in der betrieblichen Altersvorsorge. Unter anderem können Abfertigungsanwartschaften in eine Pensionskasse übertragen werden. Zudem wird eine stärker kapitalmarktorientierte Veranlagungsform ermöglicht. Bei dieser Option entfällt allerdings die bisherige Kapitalgarantie, ebenso die Möglichkeit einer vorzeitigen Auszahlung in bestimmten Fällen. Die Entscheidung dafür bleibt freiwillig. „Wer mehr Risiko übernimmt, muss genau wissen, worauf er sich einlässt. Deshalb braucht es volle Wahlfreiheit, verständliche Information, transparente Kosten und den Erhalt sicherer Optionen“, fordert Gerstorfer.

ERSTE SÄULE STÄRKEN – NICHT SCHWÄCHEN

„Die betriebliche Altersvorsorge zu verbessern ist richtig. Aber sie darf niemals als Vorwand dienen, die gesetzliche Pension zu schwächen“, so Gerstorfer abschließend. „Die erste Säule ist und bleibt die wichtigste Säule unserer Alterssicherung. Sie gibt Millionen Menschen Sicherheit – und genau dieses Vertrauen müssen wir stärken.“ (Schluss)

Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: presse@pvoe.at

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