IV zu Bundesminister Wiederkehr: Reformprojekte weiter konsequent umsetzen

Bildungspflicht konkretisieren – frühe Deutschförderung stärken – Ergebnisse der Reformpartnerschaft umsetzen

Die jüngsten PISA-Ergebnisse zeigen aus Sicht der Industriellenvereinigung (IV) erneut dringenden Handlungsbedarf: In Lesen und Mathematik erreichten mehr als jede bzw. jeder vierte 15-Jährige in Österreich das grundlegende Kompetenzniveau nicht. „Bei der Sicherung der Grundkompetenzen sind jetzt schnell konkrete Maßnahmen gefragt. Entscheidend ist, dass alle Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Pflichtschule ausreichend lesen, schreiben und rechnen können. Wir brauchen daher rasch eine verbindliche Bildungspflicht mit klaren Kompetenzzielen in Deutsch, Mathematik und Englisch und gezielter individueller Förderung, sobald Defizite sichtbar werden“, betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

BEI DEUTSCHFÖRDERUNG FRÜH ANSETZEN

Fast jedes dritte vier- und fünfjährige Kind weist Förderbedarf in Deutsch auf. Umso wichtiger ist es, bei der Sprachförderung früh anzusetzen. „Wer dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann, hat es in allen Fächern schwer. Die Reform der Deutschförderung ist aus IV-Sicht positiv zu bewerten. Die Sprachförderung muss aber bereits im Kindergarten beginnen und konsequent fortgesetzt werden, bis das notwendige Sprachniveau erreicht ist. Dafür müssen relevante Informationen über den Förderbedarf und die bisherigen Lernfortschritte verlässlich an die Schule weitergegeben werden“, so Neumayer.

SECHSJÄHRIGE VOLKSSCHULE: SCHULVERSUCH IST EIN ANFANG, ABER GESAMTKONZEPT ERFORDERLICH

Die IV sieht den Schulversuch als sinnvollen ersten Schritt zu einer späteren Bildungswegentscheidung. Entscheidend ist aber, die Reform nicht bei sechs Jahren Volksschule enden zu lassen. „Für die Umsetzung einer Gemeinsamen Schule, braucht es ein klares Gesamtkonzept bis zum Ende der Sekundarstufe I. Sonst wird die bestehende Trennung nur um zwei Jahre nach hinten verschoben“, so der IV-Generalsekretär.

Die IV tritt daher für eine gemeinsame, in sich differenzierte Schule bis 14 ein, in der unterschiedliche Leistungsniveaus gezielt gefördert werden. Der Schulversuch kann dafür ein wichtiger Baustein sein – wenn er genutzt wird, um Übergänge besser zu gestalten, individuelle Förderung zu stärken und Erkenntnisse für ein durchgängiges Gesamtkonzept bis zum Ende der Sekundarstufe I zu gewinnen.

REFORMPARTNERSCHAFT BILDUNG RASCH IN UMSETZUNG BRINGEN

Bei der Reformpartnerschaft Bildung kommt es nun auf die konkrete gesetzliche Umsetzung an. „Die politische Einigung ist erzielt, viele richtige Weichen sind gestellt. Jetzt müssen die vereinbarten Maßnahmen rasch, verbindlich und ambitioniert in Gesetzestexte gegossen werden. Entscheidend ist, dass der Bundesqualitätsrahmen in der Elementarbildung, die nachhaltige Finanzierung, klare Personalverantwortung aus einer Hand und mehr Handlungsspielraum für Schulen nicht verwässert werden, sondern tatsächlich bei den Kindern und Jugendlichen ankommen“, erklärt Neumayer abschließend.

Industriellenvereinigung
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