
Airline-Insolvenzen: Reisebüros warnen vor unterschätztem Risiko für Urlauber:innen
WKÖ-Kadanka: Hohe Kerosinpreise erhöhen wirtschaftlichen Druck auf Fluggesellschaften – individuell zusammengestellte Pauschalreisen aus dem Reisebüro bieten mehr Sicherheit
Nach airBaltic befindet sich nun auch die spanische Fluggesellschaft Volotea in einem Restrukturierungsverfahren. Beide Airlines führen ihren Flugbetrieb vorerst weiter. Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen ein finanzielles Risiko, das vielen Urlauber:innen bei ihrer Reisebuchung kaum bewusst ist: Wer Flug, Hotel und Mietwagen unabhängig voneinander bucht, kann bei einer Insolvenz der Fluggesellschaft auf erheblichen Kosten sitzen bleiben.
Der Fachverband der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) weist angesichts des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks auf die Luftfahrtbranche auf die Vorteile professioneller Reiseberatung und rechtlich abgesicherter Pauschalreisen hin.
WIRTSCHAFTLICHER DRUCK AUF AIRLINES STEIGT DEUTLICH
Airline-Insolvenzen sind keineswegs ein seltenes Phänomen. Laut einer Untersuchung des internationalen Zahlungsdienstleisters WEX haben zwischen 2000 und 2024 weltweit mehr als 1.200 Fluggesellschaften ihren Betrieb eingestellt – im Durchschnitt rund 50 pro Jahr. Zwischen 2011 und 2019 waren allein in Europa rund 5,6 Mio. Passagiere von Airline-Insolvenzen betroffen.
Für 2026 hat sich die wirtschaftliche Situation der Branche nochmals verschärft. Laut dem internationalen Luftfahrtverband IATA werden die durchschnittlichen Kerosinpreise heuer voraussichtlich um knapp 70 Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Gleichzeitig dürfte die weltweite Nettogewinnmarge der Airlines von 4,2 auf nur noch 2,0 Prozent zurückgehen. Gerade Fluggesellschaften mit geringer Eigenkapitalausstattung, hohen Verbindlichkeiten und knappen Liquiditätsreserven geraten damit zusätzlich unter Druck.
BEI EINZELBUCHUNGEN KANN WEIT MEHR ALS DER FLUGPREIS VERLOREN GEHEN
„Viele Konsumentinnen und Konsumenten achten bei ihrer Urlaubsplanung auf den günstigsten Flugpreis, machen sich aber kaum Gedanken darüber, was eigentlich passiert, wenn die Fluggesellschaft zahlungsunfähig wird“, erklärt Gregor Kadanka, Obmann des Fachverbandes der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich. „Wer sein Flugticket direkt bei einer Airline kauft, hat keine gesetzliche Insolvenzabsicherung. Ob und in welcher Höhe man im Falle einer Insolvenz das bereits bezahlte Geld zurückkommt, ist in der Regel mangels ausreichender Insolvenzmasse ungewiss. Noch problematischer sind häufig die Folgekosten: Die separate Buchung des Hotels bleibt grundsätzlich aufrecht, ebenso der Mietwagen oder bereits bezahlte Ausflüge. Kann die Reise aufgrund des Flugausfalls nicht angetreten werden, trägt der Kunde diese Kosten unter Umständen selbst. Hinzu kommen mögliche Mehrkosten für kurzfristige Ersatzflüge oder eine alternative Heimreise. Aus einem vermeintlich günstigen Flugticket kann damit schnell ein erheblicher finanzieller Schaden werden“, so Kadanka weiter.
INDIVIDUELL REISEN UND TROTZDEM UMFASSEND ABGESICHERT SEIN
Das muss nicht so sein. Individuelle Urlaubsreisen mit umfassendem Schutz sind heute in jedem Reisebüro möglich. „Eine Pauschalreise bedeutet längst nicht mehr zwei Wochen Strandurlaub aus dem Katalog. Die österreichischen Reisebüros können praktisch jeden individuellen Reisewunsch in Form einer abgesicherten Pauschalreise abbilden – von der maßgeschneiderten Rundreise über das kleine Boutique-Hotel bis hin zur Kombination aus unterschiedlichen Fluggesellschaften, Unterkünften, Mietwagen und besonderen Erlebnissen“, erklärt Kadanka.
Der Reisende genießt dabei vollen Schutz. Fällt bei einer Pauschalreise der gebuchte Flug aus, muss der Veranstalter grundsätzlich eine geeignete Alternative organisieren. Kann die Reise nicht mehr durchgeführt werden, besteht ein entsprechender Anspruch auf Rückerstattung. Darüber hinaus sind Reiseveranstalter gesetzlich verpflichtet, eine Insolvenzabsicherung für den Fall ihrer eigenen Zahlungsunfähigkeit bereitzustellen. Das heißt, Kund:innen erhalten auch bei Insolvenz des Reiseveranstalters den bezahlten Reisepreis zurück.
Hinzu kommt die persönliche Betreuung: Tritt vor oder während der Reise ein Problem auf, haben Kund:innen mit ihrem Reisebüro einen kompetenten Ansprechpartner, der bei der Suche nach einer Lösung unterstützt. Der Fachverband empfiehlt Reisenden daher, bei der Urlaubsplanung nicht ausschließlich Preise einzelner Reiseleistungen zu vergleichen, sondern sich auch über die jeweilige vertragliche Absicherung beraten zu lassen.
„Die österreichischen Reisebüros sind die richtigen Ansprechpartner für individuelle Reisewünsche inklusive umfassenden Schutz. Und gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sollte man nicht nur darauf achten, wohin man reist und was die Reise kostet – sondern auch darauf, wer im Problemfall die Verantwortung übernimmt“, so Kadanka abschließend. (PWK491/EL)
Wirtschaftskammer Österreich
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