
ÖGJ: Studieren ist teuer genug – beim Nebenjob darf niemand abgezockt werden
Immer mehr Studierende müssen neben dem Studium arbeiten, um sich Wohnen, Essen und den Alltag leisten zu können – Gewerkschaftsjugend klärt über Rechte auf
Studieren und gleichzeitig arbeiten: Für viele junge Menschen gehört das längst zum Alltag. Die Kosten für Wohnen, Lebensmittel und das tägliche Leben steigen immer weiter. Ein Nebenjob ist deshalb für viele Studierende keine freiwillige Entscheidung, sondern notwendig, um sich das Studium überhaupt leisten zu können. Zwei Drittel der Studierenden in Österreich arbeiten neben ihrem Studium, durchschnittlich 20 Stunden pro Woche.
„Wer neben dem Studium arbeitet, ist Arbeitnehmer:in und hat auch entsprechende Rechte. Ein Studium darf nicht bedeuten, dass man beim Job auf faire Bezahlung oder einen ordentlichen Arbeitsvertrag verzichten muss“, sagt Jennifer Huemer, Bundesjugendvorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). „Gerade junge Menschen müssen wissen, was ihnen zusteht und dürfen sich nicht darauf verlassen, dass Arbeitgeber schon alles richtig machen“, so die Gewerkschafterin.
DIENSTZETTEL, KOLLEKTIVVERTRAG UND BEZAHLUNG
Ob geringfügig, Teilzeit oder Vollzeit: Auch für Studierende gelten arbeitsrechtliche Regeln. Ein Dienstzettel steht jeder beschäftigten Person zu. Darauf müssen unter anderem Tätigkeit, Arbeitszeit, Arbeitsort, Entgelt und Kündigungsfristen festgehalten sein. Welcher Kollektivvertrag gilt, ist ebenfalls wichtig: Er legt unter anderem fest, welches Mindestentgelt zusteht. Gratis-Probearbeit ist grundsätzlich nicht erlaubt.
Auch bei Arbeitszeit und Pausen gelten klare Regeln. Überstunden müssen grundsätzlich entsprechend abgegolten werden. Wer mehr als sechs Stunden arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Auch Urlaub und Entgeltfortzahlung im Krankenstand gelten für Studierende, die in einem normalen Arbeitsverhältnis beschäftigt sind.
ÖGJ: ARBEITEN DARF NICHT ZUM RISIKO FÜR DAS STUDIUM WERDEN
„Studierende leisten mit ihrem Nebenjob doppelte Arbeit: Sie lernen für ihren Abschluss und verdienen gleichzeitig Geld, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Faire Arbeitsbedingungen sind deshalb keine Nebensache. Wer arbeitet, muss auch wissen, was ihm oder ihr zusteht“, so Huemer.
Der ÖGB weist außerdem darauf hin, dass Studierende auf ihre Zuverdienstgrenzen achten sollten, etwa bei Familien- oder Studienbeihilfe. Je nach Beschäftigungsform gelten unterschiedliche Regelungen bei Sozialversicherung und Ansprüchen.
Der ÖGB und seine Gewerkschaften beraten Studierende bei arbeitsrechtlichen Fragen und bieten Mitgliedern Rechtsschutz. Alle wichtigen Informationen zum Thema „Studieren & Arbeiten“ gibt es auf www.oegb.at
ÖGB Kommunikation
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