
AK: Ein Drittel der Inflation geht auf Trumps Konto
„Rund ein Drittel der aktuellen Teuerung in Österreich geht auf das Konto der sogenannten Trumpflation“, rechnet AK Chefökonom Matthias Schnetzer vor. Denn nach dem Angriff der USA auf den Iran schoss der Ölpreis in die Höhe – und mit ihm in Folge die Preise für Sprit und Heizen. „Die aggressive Außenpolitik des US-Präsidenten hat schwere Folgen für die Weltwirtschaft und auch für Österreich. Denn vor dem Krieg hatte die Inflation bereits das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent erreicht“, sagt Schnetzer. Die Maßnahmen der Regierung – von Spritpreisbremse bis Mietenbremse – dämpfen zwar den Anstieg, reichen gegen die „Trumpflation“ laut Schnetzer aber bei Weitem nicht aus: „Die Teuerung muss rasch eingedämmt werden. Und Österreich muss endlich unabhängig von fossiler Energie werden!“
Der kräftige Anstieg der Ölpreise trifft Europa mit voller Wucht. Für Österreich heißt das: Die „Trumpflation“ verursacht durch den Preisanstieg bei Treibstoffen und Heizöl unmittelbar rund ein Drittel der aktuellen Inflation von 3,6 Prozent. Laut AK Schätzungen sind es 1,3 Prozentpunkte, um die der US-Angriff auf den Iran Österreichs Inflation in die Höhe treibt.
AK Chefökonom Schnetzer weist auch auf die Folgeeffekte hin: „Öl- und Gaspreise schlagen sich durch die Produktions- und Transportkosten nahezu in der gesamten Wirtschaft nieder. Ein Teil davon ist wohl bereits bei den Verbraucher:innen angekommen. Ohne diese negativen Effekte wären wir bereits nahe beim EZB-Zielwert von zwei Prozent.“
Um einen Durchmarsch im gesamten Warenkorb zu bremsen, hat die Bundesregierung einzelne Maßnahmen wie etwa die Spritpreisbremse umgesetzt. Auch in die Mieten wurde eingegriffen sowie ein Strom-Sozialtarif eingeführt. Laut AK Schätzungen haben all diese Maßnahmen die Inflationsrate im September um 0,6 bis 0,7 Prozentpunkte reduziert. Dazu Schnetzer: „Ab Oktober bringt die Spritpreisbremse zwar weitere 0,2 Prozentpunkte, allerdings laufen 2027 temporäre Maßnahmen wie etwa die Senkung der Elektrizitätsabgabe aus. Das wird die Teuerung im kommenden Jahr zusätzlich befeuern.“
Deshalb muss die Bundesregierung jetzt rasch Maßnahmen setzen, um die steigende Inflation zu bekämpfen. „Preiseingriffe wirken schnell und dämpfen die Teuerung direkt. Darüber hinaus entlasten abfedernde Maßnahmen wie etwa Sondertarife bei Energie einkommensschwache Haushalte und Unternehmen, damit sie ihre Verkaufspreise halten können“, zählt der AK Chefökonom wirksame Mittel auf. Um das angespannte Budget nicht zu belasten, unterstützt Schnetzer die Forderung mehrerer EU-Finanzminister nach „einer Übergewinnsteuer für Krisengewinner:innen“. Und: „Österreich muss unabhängiger von fossilen Energiequellen werden – das heißt: Förderung von eigener erneuerbarer Energie, statt Abhängigkeit von russischem Gas oder Öl aus Krisenherden“, schließt Schnetzer.
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