
Stromimport erreicht bereits jetzt fast den Gesamtwert von 2025
Der im Zeitraum von Jänner bis August 2026 verzeichnete Nettoimport in der Höhe von 5.206 GWh erreicht bereits jetzt fast das Niveau für das gesamte Vorjahr (5.360 GWh).
Der August 2026 war der wärmste der österreichischen Messgeschichte und von einer extremen Hitzewelle wie auch von mehreren Hitzerekorden geprägt. Die in diesem Sommer vorherrschende außergewöhnliche Trockenheit setzte sich auch im August fort. Dies spiegelte sich klar in den hohen Importen wider.
War Österreich (Regelzone APG*) im August 2025 ein Export-Land (426 GWh Export-Saldo auf Basis der Fahrpläne, 23 Tage bilanzieller Strom-Export), so war das Land im August 2026 – untypisch verglichen mit den letzten Jahren – deutlicher Strom-Importeur (955 GWh Import-Saldo).
ERNEUERBARE LIEFERN 27 PROZENT WENIGER STROM
Wasserkraft war im August (KW 32-35) wie auch bereits in den Vormonaten Sorgenfaktor in der erneuerbaren Produktion. Nach etlichen Unterschreitungen von historischen saisonalen Minima und einer Entwicklung im Monatsverlauf weit unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre kam die Einspeisung aus Laufkraftwerken im August 43 Prozent unter dem Vergleichszeitraum zu liegen.
„Die eklatanten Rückgänge bei der erneuerbaren Produktion aus Wasserkraft konnten nur zu einem Bruchteil durch Photovoltaik und Windkraft kompensiert werden“, sagt Gerhard Christiner, Vorstandssprecher von Austrian Power Grid (APG).
PV konnte im August zwar nicht mehr eine so große Steigerung wie im Vormonat Juli erzielen, erhöhte sich im August allerdings immerhin um acht Prozent zum Vorjahr.
Auch die Windkraft erhöhte sich um acht Prozent gegenüber dem August des Vorjahres.
Doch dieser Produktionsanstieg konnte die Einbrüche bei der Wasserkraft nicht wett machen und so kam die erneuerbare Produktion (3.120 GWh) fast 27 Prozent unter dem Vorjahresmonat zu liegen. Damit konnten die Erneuerbaren nur etwa 77 Prozent des Stromverbrauchs (4.034 GWh**) decken, während im August 2025 der gesamte Stromverbrauch bilanziell durch Erneuerbare gedeckt und sogar noch exportiert werden konnte.
„Österreich verfügt grundsätzlich über einen breit diversifizierten Mix erneuerbarer Energiequellen. Neben Wasserkraft tragen Windkraft, Photovoltaik, Biomasse und weitere erneuerbare Energieträger zur Energieversorgung bei. Wenn wir Schwankungen aus Wasserkraft kompensieren wollen, ist ein weiterer Ausbau von PV und Wind zwingend erforderlich. Parallel mit diesem Ausbau muss auch die Strominfrastruktur weiter an Kapazität gewinnen. Pump- und Batteriespeicher rücken als Ausgleichshebel zusätzlich in den Fokus bei der Integration erneuerbarer Energien und der bis 2040 angestrebten Klimaneutralität“, unterstreicht Christiner.
JÄNNER BIS AUGUST: 30 REDISPATCH-TAGE MEHR ALS IN DER VERGLEICHSPERIODE 2025
Mussten Redispatch-Maßnahmen im Zeitraum von Jänner bis August 2025 insgesamt an 125 Tagen gesetzt werden, so waren diese in der Vergleichsperiode dieses Jahres an 155 Tagen erforderlich. Durch das Abregeln erneuerbarer Erzeugung sind im August 2026 gesamt 3.035 MWh „verloren“ gegangen – hauptsächlich davon betroffen war die Windkraft.
* Die Regelzone APG umfasst ganz Österreich mit Ausnahme je eines Korridors in Vorarlberg und Tirol.
Austrian Power Grid AG
Mag. DI (FH) Carolina Burger, MBA, Leitung Corporate Communications &
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