Polen beschleunigt die digitale Transformation des Gesundheitswesens

Polen treibt die digitale Transformation des Gesundheitswesens konsequent voran. E-Rezepte, elektronische Überweisungen, das Internet-Patientenkonto (IKP), die App mojeIKP und die elektronische Patientenakte sind längst Teil des Alltags von Millionen Menschen. Nun geht das Land den nächsten Schritt: von der Digitalisierung einzelner Dokumente hin zu einer umfassend digital gesteuerten Gesundheitsversorgung.

Laut der „Digital Decade eHealth Indicator Study 2025“ erreicht Polen einen E-Health-Reifegrad von 92 % – deutlich über dem EU-Durchschnitt von 83 %. Mehr als 21 Millionen Menschen haben ihr Internet-Patientenkonto aktiviert, fast 6 Millionen nutzen die mobile Version. Über das IKP erhalten Patientinnen und Patienten Zugang zu Gesundheitsinformationen, E-Rezepten, Überweisungen, Untersuchungsergebnissen und weiteren Leistungen. Insgesamt wurden in Polen bereits mehr als 3 Milliarden E-Rezepte ausgestellt.

EINFACHERER ZUGANG ZUR GESUNDHEITSVERSORGUNG

Ein weiterer Meilenstein ist die zentrale elektronische Terminbuchung (Centralna e-Rejestracja). Über IKP und mojeIKP können Patientinnen und Patienten freie Termine suchen, vereinbaren, ändern und absagen. Bereits mehr als 7,2 Millionen Termine wurden über das System gebucht; aktuell stehen landesweit fast 900.000 freie Termine zur Verfügung.

Derzeit umfasst die zentrale Terminbuchung neun Leistungsbereiche, darunter Kardiologie, Nephrologie und Endokrinologie. Bis Ende 2027 soll das System auf 40 Fachgebiete und Leistungsbereiche ausgeweitet werden. Damit entsteht eine gemeinsame digitale Infrastruktur, die den Zugang zur Versorgung erleichtert und vorhandene Kapazitäten effizienter nutzbar macht.

MILLIARDENINVESTITIONEN IN DIE NÄCHSTE GENERATION DER GESUNDHEITSVERSORGUNG

Für die nächste Phase der digitalen Transformation stellt Polen mehr als 4,2 Milliarden Zl̸oty aus dem Nationalen Aufbau- und Resilienzplan bereit. Rund 3,1 Milliarden Zl̸oty fließen in die Digitalisierung von Krankenhäusern, weitere mehr als 1,2 Milliarden Zl̸oty in zentrale Infrastruktur und E-Health-Dienste.

Gleichzeitig rücken Gesundheitsdaten und künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Die Plattform für intelligente Dienstleistungen verbindet Krankenhausinformationssysteme mit zentralen KI-basierten Anwendungen. Fünf zertifizierte Algorithmen unterstützen bereits die Analyse radiologischer Untersuchungen – unter anderem bei Mammografie, Computertomografie, Röntgenaufnahmen des Brustkorbs und der Schlaganfalldiagnostik. Ziel ist es, medizinisches Personal zu entlasten und Diagnosen schneller zu unterstützen, während die Verantwortung bei den Ärztinnen und Ärzten bleibt.

Polen bereitet sich zudem auf den Europäischen Gesundheitsdatenraum vor. Die Erfahrungen mit der P1-Plattform und den landesweiten digitalen Gesundheitsdiensten bilden dafür eine wichtige Grundlage.

Die nächste Etappe wird jedoch ebenso von Interoperabilität, Datenqualität und Cybersicherheit geprägt sein. Die digitale Transformation des Gesundheitswesens ist damit nicht nur ein nationales Projekt, sondern eine europäische Aufgabe. Zusammenarbeit, Erfahrungsaustausch und gemeinsame Standards werden entscheidend sein, um moderne und resiliente Gesundheitssysteme aufzubauen.

DIGITALE GESUNDHEIT IM EUROPÄISCHEN DIALOG

Die Erfahrungen und Herausforderungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen in POLEN, ÖSTERREICH UND MOLDAU werden am 15. OKTOBER UM 09:00 UHR im Rahmen einer Konferenz “DIGITAL HEALTH TRANSFORMATION IN EUROPE” in der BOTSCHAFT DER REPUBLIK POLEN IN WIEN diskutiert. Die Veranstaltung bietet Gelegenheit zum Austausch über digitale Gesundheitsdienste, Daten, künstliche Intelligenz und die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Europa.

ANMELDUNG: wieden.amb.sekretariat@msz.gov.pl

Botschaft der Republik Polen
Telefon: 01 870 15 834
E-Mail: wieden.amb.sekretariat@msz.gov.pl

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