Novak: Wien stärkt mit neuer Cloud-Strategie digitale Souveränität und Handlungsfähigkeit

Multi-Cloud und offene Standards schaffen Wahlfreiheit, Sicherheit und effizientere digitale Services

Die Stadt Wien stellt ihre IT-Infrastruktur strategisch neu auf. Mit der Cloud-Strategie 2026 setzt Wien künftig auf eine flexible Multi-Cloud-Strategie. Anwendungen und digitale Services können je nach Anforderungen in unterschiedlichen Cloud-Umgebungen oder weiterhin in den eigenen Rechenzentren der Stadt betrieben werden. Entscheidend sind der konkrete Nutzen für die Menschen, die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sowie die langfristige Handlungsfähigkeit der Stadt.

_„Bei der digitalen Zukunft der Stadt Wien steht nicht die Technologie im Mittelpunkt, sondern ihr konkreter Nutzen für die Menschen, Unternehmen und die Verwaltung. Die Cloud Strategie 2026 schafft dafür den passenden Rahmen. Durch den Multi-Cloud-Ansatz stärkt die Stadt ihre digitale Souveränität, indem sie Flexibilität bewahrt, einseitige Abhängigkeiten vermeidet und ihre langfristige Entscheidungs- und Wechselfähigkeit sichert. Gleichzeitig entwickelt sich die IT der Stadt Wien vom Cloud Broker zum Cloud Integrator und schafft damit die Voraussetzungen für eine möglichst unabhängige und zukunftsfähige Gesamtarchitektur“_, erklärt Vizebürgermeisterin und Digitalisierungsstadträtin Barbara Novak.

Die neue Cloud Strategie wurde in einem umfassenden Beteiligungsprozess erarbeitet. Grundlage waren strukturierte Interviews in der IT-Organisation sowie mit Senior-Stakeholdern innerhalb des Magistrats und zwei Workshops mit Expert*innen. Sie ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Wiener Weges. Bereits die Cloud-Strategie aus dem Jahr 2022 stellte Resilienz, Interoperabilität, Anbieterunabhängigkeit und den Aufbau eigenen Know-hows in den Mittelpunkt. Mit der Cloud-Strategie 2026 werden diese Grundsätze an die veränderten technologischen und geopolitischen Rahmenbedingungen angepasst. Cloud-Services ersetzen daher nicht die eigenen Rechenzentren, sondern ergänzen diese.

_„Souveränität heißt, über echte Alternativen zu verfügen. Unsere Rechenzentren bleiben deshalb ein zentraler Pfeiler der Wiener IT. Gleichzeitig nutzen wir Cloud-Angebote dort, wo sie bessere Leistungen, mehr Flexibilität oder schnellere Innovation ermöglichen. Der pragmatische Weg lautet: Innovationen des Marktes werden dort genutzt, wo sie einen konkreten Mehrwert schaffen. Gleichzeitig investiert die Stadt konsequent in den Aufbau eigener Kompetenzen, um auch künftig handlungsfähig zu bleiben und die digitale Transformation aktiv gestalten zu können“,_ so Novak.

OPENSHIFT SCHAFFT DIE GRUNDLAGE FÜR MULTI-CLOUD

Die technische Basis für diese neue Wahlfreiheit bildet eine einheitliche Containerplattform auf Grundlage von Kubernetes und Red Hat OpenShift. Diese Open Source Software wurde von Wien Digital bereits in die städtische IT-Infrastruktur eingeführt. Die Plattform ermöglicht, Anwendungen standardisiert bereitzustellen, flexibler zu skalieren und Abläufe stärker zu automatisieren. Erste Anwendungen wurden bereits produktiv in Betrieb genommen.

Mit dieser technologischen Grundlage können Anwendungen künftig grundsätzlich sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch in geeigneten Cloud-Umgebungen betrieben werden. Die Cloud-Strategie verfolgt das Ziel, Workloads automatisiert zwischen Cloud-Anbietern und den On-Premises-Rechenzentren der Stadt verschieben zu können. Einheitliche technische Standards, Infrastruktur-Blueprints und automatisierte Prozesse sollen Portabilität, Sicherheit und Nachvollziehbarkeit gewährleisten.

Multi-Cloud bedeutet dabei nicht, jede Anwendung gleichzeitig bei mehreren Anbietern zu betreiben. Vielmehr soll die gesamte IT-Landschaft nicht von einer einzigen Plattform abhängig sein. Für geeignete Anwendungen werden daher belastbare Wechselmöglichkeiten vorbereitet.

DIGITALE SOUVERÄNITÄT DURCH WAHLFREIHEIT UND EIGENES KNOW-HOW

Die neue Strategie reagiert auch auf die wachsende europäische Debatte über digitale Souveränität. Geopolitische Spannungen, technologische Abhängigkeiten und die zunehmende Konzentration digitaler Infrastrukturen auf wenige internationale Anbieter machen die Fähigkeit zu eigenständigen Entscheidungen zu einer zentralen Voraussetzung staatlicher Handlungsfähigkeit.

Beim Einsatz von Cloud-Services berücksichtigt die Stadt Wien insbesondere Datenverarbeitung im EU- und EWR-Raum, Drittstaatenzugriffe sowie Portabilität. Anforderungen an Datenstandorte, Backup-Strukturen und Supportorganisationen werden abhängig vom jeweiligen Cloud-Service festgelegt. Gleichzeitig baut die Stadt eigene technologische, rechtliche und organisatorische Kompetenzen aus und stellt so die eigene Handlungsfähigkeit auch für die Zukunft sicher.

Damit entwickelt sich Wien Digital vom Cloud-Broker zum Cloud-Architekten und Cloud-Integrator. Die Stadt will Cloud-Angebote nicht bloß beziehen, sondern unterschiedliche Plattformen in eine sichere und möglichst providerunabhängige Gesamtarchitektur integrieren.

MEHR AUTOMATISIERUNG, SCHNELLERE SERVICES

Die Cloud-Strategie ist zugleich ein wichtiger Hebel für eine leistungsfähige und effiziente Verwaltung. Standardisierte Plattformen, automatisierte Bereitstellungsprozesse und wiederverwendbare technische Bausteine verkürzen die Zeit, die für die Entwicklung und Inbetriebnahme digitaler Services erforderlich ist. Ressourcen können bedarfsgerecht bereitgestellt und Anwendungen bei steigender Nutzung rascher skaliert werden.

Für Bürger*innen und Unternehmen bedeutet das schneller verfügbare, verlässliche und benutzerinnenfreundliche digitale Angebote. Zugleich stärkt Wien die Krisenfestigkeit, Steuerbarkeit und Sicherheit seiner IT.
Die Cloud-Strategie 2026 schafft dafür einen verbindlichen Rahmen. Sie verbindet technologische Innovation mit öffentlicher Kontrolle, europäischer Werteorientierung und der langfristigen Handlungsfähigkeit der Stadt Wien.

Michaela Reichel
Mediens precherin
Vizebürgermeisterin Barbara Novak
Telefon: +43 676 8118 81203
E-Mail: Michaela.Reichel@wien.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender