67 Milliarden Euro: Regionalvergabe stärkt Österreich & Europa

RUND 67 MILLIARDEN EURO GIBT DIE ÖFFENTLICHE HAND IN ÖSTERREICH JÄHRLICH FÜR PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN AUS. HIER ÖSTERREICH UND EUROPA ZU STÄRKEN, IST DAS ZIEL. CEOS FOR FUTURE SETZT SICH FÜR EINHEITLICHE, RECHTSSICHERE UND NACHHALTIGE VERGABEN EIN.

Rund 67 Milliarden Euro gibt die öffentliche Hand in Österreich laut einer Analyse des Lieferketteninstituts ASCII jährlich für Produkte und Dienstleistungen aus. Jede Ausschreibung entscheidet so mit, ob Aufträge und Arbeitsplätze in der Region bleiben. Mit dem Leitprinzip „Made in Europe and Partner Countries“ hat das Wirtschaftsministerium einen richtungsweisenden Vorstoß unternommen: Bei Vergaben sollen künftig neben dem Preis europäische Wertschöpfung, Versorgungssicherheit, Qualität und Lebenszykluskosten stärker zählen.

Am 14. Oktober folgte der nächste Schritt: Bundesregierung und staatsnahe Unternehmen wie ÖBB, APG, Post und Verbund unterzeichneten die „Made in Europe“-Deklaration. Bis Jahresende soll ein Aktionsplan für strategische Beschaffung vorliegen. Nun geht es um die Umsetzung: Was zählt als europäische Wertschöpfung und wie kommen regionale Betriebe zum Zug?

Antworten aus der Praxis lieferte ein Hintergrundgespräch von CEOs FOR FUTURE gemeinsam mit Schiefer Rechtsanwälte, KPPK Ziviltechniker, SynerGIS und Loud4Planet Development.

SPIELRÄUME NUTZEN: REGIONALVERGABE IST SCHON HEUTE MÖGLICH

Für MARTIN SCHIEFER, Gründer und Partner von Schiefer Rechtsanwälte, ist die Initiative ein Meilenstein: „Als Pioniere der Buy-European-Bewegung arbeiten wir seit Jahren auf diesen Moment hin. Vergaberecht ist Zukunftsrecht. Schon heute erleichtern Losvergaben KMU den Zugang, das Bestbieterprinzip berücksichtigt Qualität und Wertschöpfung vor Ort.“ Wie das gelingt, zeigen der 2026 mit Schiefer erarbeitete Vergabeleitfaden der WKO Steiermark und der Leitfaden „Rot-Weiß-Rote Vergaben“ der Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH).

Das Potenzial zeigt die Baupraxis: Bei offenen Verfahren investieren oft 30 bis 40 Architektur- und Ingenieurteams mehrere tausend Stunden. „Der Vorstoß zur Regionalvergabe stärkt die heimische Bau- und Planungswirtschaft. Bei KPPK Ziviltechniker sehen wir täglich, wie aufwendig Vergabeverfahren sind. Gezielte Direktvergaben entlasten Planungsbüros spürbar“, erklärt KLAUS PETRASCHKA, geschäftsführender Gesellschafter von KPPK Ziviltechniker. Allein der Nachweis von Kompetenz sowie wirtschaftlicher und technischer Leistungsfähigkeit erfordert zahlreiche Dokumente und Bestätigungen. Die Datenbanken des Auftragnehmerkatasters Österreich (ANKÖ) leisten hier einen wertvollen Beitrag, sofern Auftraggeber sie nutzen.

DATENQUALITÄT: KRITERIEN MESSBAR MACHEN

Damit Herkunft, Qualität und Lebenszykluskosten zählen, müssen sie bewertbar sein – möglichst ohne neue Berichtspflichten, wie auch die WKÖ-Bundessparte Industrie fordert. RENATE MESSNER, CEO von SynerGIS, sieht in Daten den Schlüssel: „Bei SynerGIS zeigen digitale Zwillinge, wie Gebäude und Infrastruktur zielgerichtet begleitet werden. Auch im Vergabeverfahren wird Datenqualität zunehmend zum echten Wettbewerbsfaktor.“ Bei den ÖBB etwa dokumentieren digitale Zwillinge den gesamten Lebenszyklus vom Materialeinsatz bis zum Ressourcenverbrauch und bilden so die Grundlage für Kreislaufwirtschaft.

EIN MASSSTAB FÜR GANZ ÖSTERREICH: WAS DER AKTIONSPLAN BRAUCHT

„Die Richtung im Vergaberecht stimmt. Österreichische Unternehmen stehen für hohe Umwelt- und Sozialstandards, qualifizierte Fachkräfte und Know-how. Das muss sich lohnen: Bei öffentlichen Vergaben soll der Bestbieter zum Zug kommen, nicht der Billigstbieter. Dafür braucht es bundesweit einheitliche, transparente und verbindliche Maßstäbe“, sagt CAROLINE PALFY, Baumeisterin und Geschäftsführerin von Loud4Planet Development. Einheitliche Kriterien sichern aus ihrer Sicht Wertschöpfung und halten Arbeitsplätze im Land.

JETZT HANDELN – WERTSCHÖPFUNG & RESILIENZ SICHERN

Für CEOSFORFUTURE ist klar: Wer Wertschöpfung in Österreich und Europa halten und die Resilienz der Wirtschaft stärken will, muss die öffentliche Beschaffung strategisch einsetzen. Der Aktionsplan ist die Chance, das Bekenntnis der Deklaration in konkrete Vergaben zu übersetzen.

„Rund 67 Milliarden Euro an öffentlichen Aufträgen sind ein starker Hebel für den Neubau. Als starke Stimme aus der Wirtschaft wollen wir ihn nutzen – für einen fossilfreien, ressourcenschonenden und erfolgreichen Standort. Unser Credo: Gemeinsam ins Tun kommen!“, sagt BIRGIT KRAFT-KINZ, stellvertretende Obfrau von CEOs FOR FUTURE.

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GRUPPENBILD (v.l.n.r.): Klaus Petraschka, geschäftsführender Gesellschafter von KPPK Ziviltechniker | Caroline Palfy, Baumeisterin und Geschäftsführerin von Loud4Planet Development | Renate Messner, CEO von SynerGIS | Birgit Kraft-Kinz, stellvertretende Obfrau von CEOs FOR FUTURE GmbH | Martin Schiefer, Gründer und Partner von Schiefer Rechtsanwälte

FOTOCREDIT: CEOS FOR FUTURE / MARTIN HRON

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ÜBER CEOS FOR FUTURE

CEOs FOR FUTURE ist eine Plattform zur Förderung und Beschleunigung der nachhaltigen Transformation zu einer fossilfreien, umwelt- und rohstoffschonenden Wirtschaft und Gesellschaft – mit mehr als 100 Topmanager:innen und Unternehmen. Botschafter der C4F Wirtschaftsplattform ist Wolfgang Anzengruber. C4F Botschafterin der Generationenplattform ist Doris Schmidauer. Im Fokus stehen Perspektivenvielfalt, Wettbewerbsstärkung und Resilienz. www.ceosforfuture.at

CEOS FOR FUTURE
Christina Weiß
Telefon: +43 1 803 30 84 14
E-Mail: ceosforfuture@kraftkinz.com

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