
Frauenarbeitslosigkeit steigt weiter: Arbeitsmarktpolitik darf nicht länger wegschauen
ÖGB-Schuberth: „Höheres Frauenpensionsalter ohne Jobchancen treibt Arbeitslosigkeit nach oben. Ältere brauchen Beschäftigungsperspektiven statt Absagen aufgrund ihres Alters.“
Die aktuellen Arbeitsmarktdaten zeigen weiterhin eine besorgniserregende Entwicklung: Während die Arbeitslosigkeit der Männer im Oktober um 1,3 Prozent zurückging, stieg jene der Frauen um 4,3 Prozent. Ein wesentlicher Grund dafür ist auch die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters. Dadurch bleiben mehr Frauen länger am Arbeitsmarkt, finden aber nicht automatisch auch einen Arbeitsplatz. Die steigenden Zahlen machen deutlich, dass arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitische Maßnahmen mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten.
„Es reicht nicht, das Pensionsalter anzuheben und darauf zu hoffen, dass der Arbeitsmarkt die zusätzlichen Arbeitnehmerinnen schon aufnehmen wird. Wer länger arbeiten soll, braucht auch reale Chancen auf Beschäftigung. Das bedeutet, es braucht Betriebe, die ältere Menschen einstellen, und Arbeitsplätze, die ein Arbeiten bis zur Pension auch tatsächlich ermöglichen”, sagt ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.
ÖGB FORDERT BONUS-MALUS-SYSTEM
Besonders schwierig bleibt die Lage für ältere Arbeitsuchende. Wer mit über 50 Jahren arbeitslos wird, hat nach wie vor deutlich schlechtere Chancen auf eine Wiederbeschäftigung, obwohl viele Unternehmen gleichzeitig über Fachkräftemangel klagen. „Es ist widersprüchlich, einerseits über fehlende Arbeitskräfte zu klagen und andererseits erfahrene Beschäftigte auszugrenzen. Altersdiskriminierung kostet Menschen Chancen und dem Arbeitsmarkt wertvolle Fachkräfte“, so Schuberth.
Der ÖGB fordert daher gemeinsam mit der AK die Einführung eines Bonus-Malus-Systems. Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer:innen beschäftigen und neu einstellen, sollen belohnt werden. Betriebe, die ältere Beschäftigte systematisch abbauen oder kaum Menschen über 50 beschäftigen, sollen einen höheren Beitrag leisten. „Wer ältere Arbeitnehmer:innen einstellt, handelt im Interesse des gesamten Arbeitsmarkts. Genau dieses Verhalten muss gefördert werden“, fordert Schuberth abschließend.
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