
ÖGB zu Inflation: Krisengewinner in die Pflicht nehmen
Gewerkschaftsbund fordert: Haushalte schützen, Spritpreisbremse ausweiten und Mietpreisbremse verbessern
Die heute von Statistik Austria veröffentlichte Inflation von 3,6 Prozent im Oktober zeigt: Weitere Entlastungsmaßnahmen sind notwendig. Vor allem Treibstoffe und Mieten treiben die Preise. Es wurden mit der Senkung der Elektrizitätsabgabe, dem Sozialtarif und der Spritpreisbremse wichtige Schritte zur Abfederung der Teuerung gesetzt. Diese wirken, sind aber nachzuschärfen.
Der ÖGB fordert, bei der Margenbegrenzung nachzuschärfen und diese auch auf Heizöl auszuweiten sowie Maßnahmen gegen die Teuerung bei Gas und Pellets. „Die Menschen brauchen spürbare Entlastung – beim Tanken, beim Heizen und beim Wohnen“, sagt Angela Pfister, Leiterin des volkswirtschaftlichen Referats im ÖGB.
OMV UND BANKEN IN DIE PFLICHT NEHMEN
Während die Haushalte unter der Teuerung leiden, erzielen OMV und Banken Milliardengewinne: Die OMV verzeichnete einen Gewinnsprung. Das bereinigte operative Ergebnis der OMV stieg im dritten Quartal 2026 um 68 Prozent auf 2,12 Milliarden Euro. Die österreichischen Banken erwirtschafteten allein im Jahr 2025 einen Gewinn von 11,5 Milliarden Euro. Die Gewinnmargen liegen in diesen Sektoren auf außergewöhnlich hohem Niveau – finanziert direkt über die Rechnungen der Konsumentinnen und Konsumenten.
„Es ist untragbar, dass Menschen jeden Cent umdrehen müssen, während andere auf deren Rechnung Rekordgewinne einfahren. Wer außergewöhnlich hohe Krisengewinne erzielt, muss einen fairen Beitrag zur Entlastung leisten“, fordert Pfister. Der ÖGB verlangt deshalb eine Ausweitung der Margenregelung bei Sprit und eine Erhöhung der Bankenabgabe mit einem Aussetzen der Indexierung der Banken- und Versicherungsgebühren.
MIETPREISBREMSE NUN NACHBESSERN
Zudem fordert der ÖGB eine Nachbesserung bei der Mietpreisbremse und weitere Einschränkungen bei befristeten Mietverträgen. „Wohnen ist ein Grundbedürfnis und darf nicht zum Luxus werden. Mieter:innen brauchen Schutz vor übermäßigen Preissteigerungen und mehr Planungssicherheit“, betont Pfister.
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
Mag. Toumaj Faragheh
ÖGB-Kommunikation
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