
SPÖ-Himmer zu KI-Strategie: „Haben es selbst in der Hand, wie sich Schulen verändern“
Über 90 Prozent aller Schüler:innen nutzen bereits KI – Massive Veränderung für Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern
Bildungsminister Wiederkehr hat heute, Freitag, seine KI-Strategie präsentiert. SPÖ-Bildungssprecher Heinrich Himmer begrüßt sie als richtigen Schritt, will aber noch weiter gehen: „KI verändert Lernen grundlegend. Wir selbst haben es in der Hand, wie sich unsere Schulen verändern werden. Wir brauchen verbindliche Regeln für KI an Schulen und müssen auch über strenge gesetzliche Regeln diskutieren, die den KI-Gebrauch einschränken.“ ****
Die Zahlen sprächen Bände: Über 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen nutzen Künstliche Intelligenz (KI), die meisten auch für schulische Zwecke – etwa für Hausübungen oder zum Lernen. Viele lassen von der KI ganze Texte schreiben oder Mathematik-Aufgaben lösen, ohne selbst zu denken. Die Ergebnisse sind dann fehlerfrei und makellos. Das hat negative Auswirkungen auf das Lernen, meint Himmer: „Die Weisheit, dass man aus Fehlern lernt, gilt noch immer. Aber sie funktioniert nicht mehr, wenn keine Fehler mehr gemacht werden. Und genau das sehen wir aktuell in vielen Fällen.“
Die SPÖ wolle „die beste Bildung für unsere Kinder. Kinder sollen mit Spaß und Kreativität die Welt entdecken und gemeinsam mit Gleichaltrigen selbst Inhalten erarbeiten. Sie sollen Fehler machen und aus ihnen lernen“, so Himmer. KI werde all das grundlegend verändern und auch neue Fragen von Chancengerechtigkeit und Ungleichheit bei der Bildung aufwerfen – etwa, wenn es um den Zugang zu KI-Modellen und den Umgang damit geht.
Für Himmer steht außer Frage, dass KI an Schulen und beim Lernen sinnvoll eingesetzt werden kann und schon jetzt viele Lehrkräfte einen guten, kritischen Umgang damit gefunden haben. Die Politik dürfe Kinder, Lehrkräfte und Eltern mit diesen Veränderungen aber nicht alleine lassen. „Daher müssen wir uns die Grundsatzfrage stellen: Wollen wir unsere Grundfertigkeiten, die wir als Kinder erlernen, Schritt für Schritt an eine künstliche Intelligenz auslagern? Oder wollen wir die ‚menschliche Intelligenz’ bei unseren Kindern in den Mittelpunkt stellen – beim Schreiben, beim Rechnen, beim eigenen Denken?“ Auch die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, beim Thema KI Maßnahmen zu ergreifen, um einen sicheren und kritischen Umgang mit KI an Schulen zu gewährleisten und den Erwerb von Grundfähigkeiten in Schulen zu stärken.
Nicht nur für Schüler:innen ändert sich viel. Auch Lehrkräfte stehen vor großen Herausforderungen. Viele nutzen bereits KI für ihre Arbeit, etwa in den Stunden selbst oder zur Vor- und Nachbereitung. Fast alle Lehrkräfte würden laut Himmer zudem täglich vor die Fragen gestellt: „Wie kann ich sicher sein, dass die Schüler:innen nicht alles mit KI gemacht haben? Wie viel KI im Unterricht ist gut, wie viel ist zu viel?“ Himmer appelliert daher, neben der KI-Strategie und dem neuen Unterrichtsfach „Medien und Demokratie“ auch Fortbildungen in diese Richtung massiv auszubauen und gesetzliche Änderungen zu diskutieren. (Schluss) mf/mb
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