
Dritter AK Klimadialog: Energie- und Klimaplan der Regierung muss für gerechte Kostenverteilung sorgen
Klima-Sektionschef Schneider erläutert, wie Österreich die europäischen Klima- und Energieziele bis 2030 erreichen will
Wien (OTS) – Wie kann die Energiezukunft sozial gerecht gestaltet
werden? Diese Frage stand heute, Dienstag, wieder im Mittelpunkt des
AK Klimadialogs. Verkehr, Raumwärme, Industrie, Stromerzeugung – in
all diesen Sektoren sind tiefgreifende Veränderungen nötig, wenn die
Klimaziele der EU bis 2030 erreicht werden sollen, so
Klima-Sektionschef Jürgen Schneider. Für die AK ist aber auch klar,
dass bei diesen Veränderungen auf die ArbeitnehmerInnen geschaut
werden muss. „Der Umbau des Energiesystems darf nicht zu einer
Zwei-Klassen-Energiegesellschaft führen. Alle Haushalte müssen von
den neuen Technologien profitieren, die Kosten der Energie-wende
müssen fair verteilt werden“, sagt AK Klimaexperte Christoph
Streissler.
Im Juni hat die Bundesregierung eine Klima- und Energiestrategie
vorgelegt. Deren Ziele sind ambitioniert, doch vielerorts fehlt es an
handfesten Maßnahmen und an der Finanzierung. Nun braucht es deutlich
Konkreteres: Bis Ende des Jahres muss Österreich den Entwurf eines
Plans an die EU-Kommission schicken, der zeigt, wie die Ziele der
Energieunion bis 2030 erreicht werden – Verringerung der
Treibhausgasemissionen, Aus-bau der Erneuerbaren Energieträger,
Begrenzung des Energieverbrauchs, Versorgungssi-cherheit,
Energieforschung, etc. Welche Maßnahmen wird der Plan enthalten, was
kosten sie, wie werden sie finanziert, welche Hürden sind zu
überwinden? Um dieses Thema dreht sich der dritte AK Klimadialog, den
die AK Wien gemeinsam mit dem Institute for Ecological Economics der
Wirtschaftsuniversität Wien veranstaltet.
Jürgen Schneider, seit Mitte des Jahres für Klimapolitik
zuständiger Sektionschef im Umweltministerium betont, dass nur ein
breiter Dialog der Klimastrategie zum Erfolg verhelfen kann: „Wir
arbeiten derzeit mit den betroffenen Stakeholdern in den maßgeblichen
Bereichen daran, die Ziele der #mission2030 mit Leben zu erfüllen.
Klar ist, dass wir da-bei eine breite Mitarbeit und Unterstützung der
Gebietskörperschaften, der Bevölkerung, des privaten Sektors und der
Sozialpartner benötigen.“
Für Christoph Streissler, Klimaexperte der AK Wien, müssen dabei
vor allem die Verteilungswirkungen der Maßnahmen im Vordergrund
stehen. „Der Umbau des Energiesystems darf nicht zu einer
Zwei-Klassen-Energiegesellschaft führen. Alle Haushalte müssen von
den neuen Technologien profitieren, und die Kosten der Energiewende
müssen fair verteilt werden. Damit der Strukturwandel auch im Sinne
der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerecht gestaltet wird, muss
sich die Strategie besonders mit den negativ betroffenen Branchen
auseinandersetzen, die noch stark an fossilen Energieträgern hängen.
Die nachteiligen Auswirkungen müssen abgemildert werden, das positive
Potenzial, das in der Transformation steckt, muss im Sinne der
Beschäftigten genutzt werden.“
SERVICE: Die Stellungnahme der AK zur Klima- und Energiestrategie
der Bundesregierung unter https://www.arbeiterkammer.at/klima.
Arbeiterkammer Wien
Doris Strecker
(+43-1) 501 65-12677, mobil: (+43) 664 845 41 52
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