„Ein klares NEIN“ zum neuen Ärztegesetzesentwurf seitens der österreichischen Osteopathie

Einladung zur Pressekonferenz am Mittwoch, 7. November 2018, 10 Uhr im Billrothhaus

Wien (OTS) – Die „Österreichische Gesellschaft für Osteopathie“
(OEGO) wird am Mittwoch, 7. November 2018 eine Stellungnahme zum
neuen Ärztegesetz einbringen. Dabei geht es der Interessenvertretung
der österreichischen OsteopathInnen, vor allem um das Wohlergehen der
PatientInnen.

Der Entwurf zur Novellierung des Ärztegesetzes, der derzeit zur
Begutachtung aufliegt, sieht vor, dass in Zukunft alle komplementär-
und alternativmedizinischen Heilverfahren von nun an ausschließlich
Ärzten vorbehalten sind.

Komplementär- und alternativmedizinische Methoden erfreuen sich
bei der Bevölkerung großer Beliebtheit. Deshalb ist einerseits die
Klarstellung begrüßenswert, dass Ärztinnen und Ärzte diese Methoden
anwenden dürfen. Andererseits wird Osteopathie in Österreich
überwiegend von nicht-ärztlichen OsteopathInnen ausgeübt. Eine
Behandlung dauert zwischen 30 und 60 Minuten. Es ist nicht
realistisch, dass der Bedarf an Behandlungen allein von Ärzten
abgedeckt werden könnte. Deshalb sollte die Ausübung der Osteopathie
– ähnlich wie die der Psychotherapie – in einer Weise geregelt
werden, die die Ausübung durch ärztliche und nicht-ärztliche
OsteopathInnen gleichermaßen ermöglicht.

Die OEGO fordert seit Jahren, den Beruf der OsteopathInnen
anzuerkennen. Ein entsprechender Entwurf wurde bereits 2015
eingebracht. Die Verhandlungen mit dem Gesundheitsministerium laufen
allerdings schon seit dem Jahr 2005.

Diese Regelung ist im Sinne der PatientInnen dringend
erforderlich. In der derzeitigen Situation sind die Begriffe
„Osteopathie“ und „OsteopathIn“ nicht geschützt, und somit ist es für
PatientInnen fast nicht möglich, gut ausgebildete von unzureichend
ausgebildeten OsteopathInnen zu unterscheiden.

Osteopathie ist bereits in 12 europäischen Ländern (UK, Island,
Frankreich, Portugal, Finnland, Schweiz, Dänemark, Italien,
Luxemburg, Belgien, Malta, Niederlande) als nicht-ärztlicher Beruf
geregelt. Ein Arztvorbehalt für Osteopathie besteht hingegen nur in 3
Ländern, in denen Osteopathie praktisch nicht ausgeübt wird
(Lettland, Slowenien, Ungarn).

Der Gesetzesentwurf vergisst ebenso darauf, Entwicklungen im
Gesundheitswesen zu beachten und realistisch einzuschätzen:

Alle Vorhersagen gehen in den nächsten Jahren von einem eklatanten
Ärztemangel in Österreich aus. Dieser Entwicklung sollte
gegengesteuert werden, indem ein arbeitsteiliges Gesundheitssystem
erstellt wird, in welchem die Ärzte für die wirklich Ärzte-relevanten
Bereiche zur Verfügung stehen, während nicht-ärztliche
Gesundheitsberufe mehr Verantwortung übernehmen. Die Entwicklung in
den meisten EU-Staaten geht seit einigen Jahren in diese Richtung,
den immer mündigeren Patienten mehr Freiheit bei der Wahl der
Therapie zu geben, anstatt das ärztliche Monopol weiter zu stärken.

Als Vorlage für ein Berufsgesetz für OsteopathInnen können
folgende Dokumente herangezogen werden:

2010 wurde von der WHO das Richtliniendokument „Benchmarks for Training in Osteopathy“ veröffentlicht.
Seit 2015 gibt es eine Europäische Norm für osteopathische Gesundheitsversorgung (EN 16686).
Die OEGO leistet einen Beitrag zur Qualität, indem sie nur
OsteopathInnen mit gründlicher Ausbildung als Mitglieder akzeptiert,
einen detaillierten Ethik-Codex („Der osteopathische Standard“)
vorgibt sowie für PatientInnen eine Schlichtungsstelle zur Verfügung
stellt.

In Österreich bieten derzeit zwei Schulen adäquate Ausbildungen
an:

1. „Wiener Schule für Osteopathie“ (WSO)
2. „International Academy of Osteopathy“ (IAO)


Pressekonferenz

Die „Österreichische Gesellschaft für Osteopathie“ nimmt Stellung
zur neuen Ärztenovellierung.

Datum: 7.11.2018, um 10:00 Uhr
Ort: Billrothhaus
Frankgasse 8, 1090 Wien

Mag. Monika Hochholzer
Sekretariat „Österreichische Gesellschaft für Osteopathie“
1030 Wien, Erdbergstraße 10/57

Tel: +43 699 119 068 87
Mail: office@oego.org
Internet: www.oego.org

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