
Holzheizen ist effizienteste Methode zur CO2-Emissionsreduktion
Anlässlich des 21. Biomassetages trifft sich die Bioenergie-Branche in Kufstein
Wien (OTS) – Um das österreichische Energiesystem auf erneuerbare
Energien umzustellen, wird ein Mix verschiedener Technologien nötig
sein. Zur Beurteilung möglicher Maßnahmen wird vom Forschungszentrum
Bioenergy 2020+ aktuell eine Studie durchgeführt und erneuerbare
Technologien im Wärme-, Strom- und Treibstoffsektor werden mit
fossilen Referenztechnologien hinsichtlich der Kosten für
CO2-Einsparungen verglichen. Das Ergebnis im Wärmesektor: Das Heizen
mit Holz ist die mit Abstand effizienteste Methode, CO2 einzusparen.
Diese Analysen werden im Rahmen des 21. Österreichischen
Biomassetages im Tiroler Kuftstein präsentiert, wo sich die gesamte
Biomasse-Branche unter dem Motto „Greening the strategies“
versammelt. Über 300 TeilnehmerInnen diskutieren die künftigen
Herausforderungen der Branche.
Zwtl.: Biomasse ermöglicht auch in Tirol den Heizöl-Ausstieg
„Mit dem Beschluss der #mission2030 wurden die politischen Weichen
für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energieträger in Österreich
gestellt. Nun gilt es, mit der Realisierung der ambitionierten Ziele
zu beginnen. Die Bioenergie spielt in allen Energiewendeszenarien die
entscheidende Rolle. Biomasse könnte bereits mittelfristig Erdöl und
Erdgas als bedeutendste Energieträger überholen. Deshalb freut es
mich umso mehr, dass wir gerade in Tirol unseren Biomassetag
veranstalten. Mit einem Anteil von 36% am Raumwärmemarkt hat die
Biomasse erstmals in Tirol das Heizöl überholt. Zusammen mit der
Fernwärme können wir stolz auf einen Anteil von 45% verweisen“,
erklärte Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen
Biomasse-Verbandes anlässlich der Eröffnung. „Es ist jedoch noch viel
zu tun, denn noch immer sind über 100.000 Ölkessel in Tirol
installiert, die durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden
müssen. Die Bundesregierung hat mit der Klima- und Energiestrategie
die ersten Schritte gesetzt, um den Ausstieg aus dem Heizen mit Öl zu
ermöglichen, doch es bedarf der Mithilfe der Länder, um diese
ambitionierten Ziele umzusetzen.“ Tirol verfügt über eine bedeutsame
Sägeindustrie, die große Mengen an Pellets produziert und auch ins
benachbarte Ausland exportiert. „Für Tirol ist die Forcierung von
Biomasse in Haushalten, Industrie und Gewerbe ein aufgelegter Elfer
für die regionale Wirtschaftsförderung. Durch den Einsatz modernster
Verbrennungstechnik ‚Made in Austria‘ ist auch die oft befürchtete
Feinstaubbelastung kein Argument mehr.“
Zwtl.: Bioenergie ist die effizienteste Möglichkeit, um vom Heizöl
wegzukommen
Die Kosteneffizienz von Klimaschutzmaßnahmen im Energiebereich
steht im Mittelpunkt einer Studie des Kompetenzzentrums Bioenergy
2020+. Basierend auf Heizkostenvergleichen der Technischen
Universität Wien analysiert man verschiedene bauliche und
energetische Maßnahmen. „Bioenergie ist hinsichtlich der Effizienz im
Heizungsbereich praktisch unschlagbar. In unserem Modellgebäude,
einem unsanierten Einfamilienhaus, können durch den Umstieg auf
Pellets, Hackgut, Scheitholz oder Nahwärme bis zu 14 Tonnen CO2 im
Jahr konkurrenzlos günstig eingespart werden. Die
CO2-Vermeidungskosten sind hier sogar negativ, da die Heizkosten
durch das im Vergleich teure Heizöl sogar sinken. Anders ausgedrückt:
Der Umstieg spart dem Konsumenten Geld“, fasst Christoph Strasser von
Bioenergy 2020+ die ersten Zwischenergebnisse der Studie zusammen.
Der Betrieb von Ölkesseln mit Heizöl aus Biomasse sei zwar technisch
durchaus denkbar, ist aber aufgrund der hohen Kosten nicht wirklich
konkurrenzfähig. Erneuerbares Gas könnte in Nischen, wie im
städtischen Bereich in durch Fernwärme nicht zu erschließenden
Gebieten an Bedeutung gewinnen. Im klassischen Ein- bzw.
Mehrfamilienhaus ist man hier aber von der Wirtschaftlichkeit
ebenfalls weit entfernt. Die Konkurrenz zwischen Dämmmaßnahmen und
Kesseltausch sieht Strasser nur bedingt. Wer heute den Kessel tauscht
und mit dem eingesparten Geld morgen dämmt, hat im Falle eines
vorhandenen Pufferspeichers trotzdem noch ein voll funktionsfähiges,
effizientes und emissionsarmes Heizsystem. Ein solches System ist
zudem sehr gut geeignet für die Kopplung mit einer
Solarthermie-Anlage, um in der Übergangszeit die Heizung zu
unterstützen und im Sommer das Warmwasser bereit zustellen.
Zwtl.: Anstoß: 5000 Euro „Raus aus Öl“-Bonus
Ein erklärtes Ziel der #mission2030 der Energie- und
Klimastrategie der Bundesregierung ist der konsequente
Ölheizung-Ausstieg. Wie erst kürzlich von der Technischen Universität
Wien nachgewiesen, steht für praktisch jedes Gebäude ein
konkurrenzfähiges erneuerbares Heizsystem zur Verfügung. „Obwohl sich
erneuerbare Heizsysteme rechnen, sind die hohen Investitionskosten
für viele Haushalte und Betriebe eine Barriere. Hier wollen wir mit
dem ‚Raus aus Öl‘-Bonus Abhilfe schaffen. Diesen können sich Betriebe
genauso wie Privatpersonen abholen, wenn sie im Rahmen der Sanierung
eine Ölheizung oder eine andere fossile Heizung durch ein
klimafreundliches Heizsystem ersetzen“, erklärt Josef Plank,
Generalsekretär im Bundesministerium für Nachhaltigkeit und
Tourismus. Der Ausstieg aus dem Ölheizen decke sich mit dem in der
#mission2030 definierten Zieldreieck von Nachhaltigkeit,
Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Der vor kurzem wieder
stark angestiegene Heizölpreis zeige einmal mehr das hohe Risiko, das
mit fossilen Heizungen gerade auch für einkommensschwache Haushalte
einhergeht. „Erneuerbare Energien führen zu einer Diversifizierung in
der Wärmeversorgung, reduzieren unsere Importabhängigkeit von
fossilen Brennstoffen, sparen große Mengen an Treibhausgasemissionen
und senken Brennstoffkosten. Vom Brennstoff bis zur Technologie
können wir im Falle der Bioenergie auf heimische Ressourcen
zurückgreifen“, so Plank.
Nähere Informationen zu den Förderbedingungen finden sich auf
www.umweltförderung.at.
Zwtl.: Dringender Handlungsbedarf
„Ganz deutlich haben wir in den vergangenen Monaten wieder vor
Augen geführt bekommen, dass die noch dominierende fossile
Energiewirtschaft moralisch untragbar ist. Wir zahlen Milliarden
Euros für fossile Energieimporte an politisch instabile Länder. Noch
dazu wissen wir, dass unsere Milliarden nicht zur Bevölkerung sondern
oftmals in die Taschen von Diktatoren und ihren oligarchischen
Freunden fließen. Und das alles, obwohl wir genug erneuerbare
Energien in allen Technologien im Land haben. Wir brauchen in der
Energiepolitik ein „Österreich zuerst“. Das ist kein Abkapseln,
sondern aktive Friedenspolitik“, schilderte Peter Püspök, Präsident
des Dachverbandes der Erneuerbaren Energien Österreichs. „Eine
Erreichung der Ziele der Energiestrategie ist nur durch Einsatz aller
erneuerbarer Energien möglich. Erneuerbare Energien haben
unterschiedliche ‚Talente‘, die sich ergänzen. Eine Mannschaft kann
nicht nur aus Torleuten oder nur aus Verteidigern oder nur aus
Stürmern bestehen. Gegenseitiges Ausspielen der einzelnen
Technologien, zum Beispiel durch technologieoffene Ausschreibungen,
ist kontraproduktiv. Das Team der Erneuerbaren läuft derzeit Gefahr,
dass ein wichtiger Player, nämlich die Holzkraftwerke, vom Platz
gestellt werden. In Unterzahl werden wir das Match gegen den
Klimawandel nicht gewinnen. Hier haben wir dringenden
Handlungsbedarf.“
Mehr Informationen, Abbildungen und Grafiken finden Sie [HIER]
(http://www.biomasseverband.at/presse/presseaussendungen/).
Österreichischer Biomasse-Verband
Antonio Fuljetic-Kristan
+43 (0)1 533 07 97 – 31, 0660 855 6804
fuljetic@biomasseverband.at
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