
„profil“-Interview: Gerhard Zeiler: „Das Pfeifkonzert war Rotzbubentum“
Der Medienmanager fordert von der SPÖ in der Migrationsdebatte eine klarere Positionierung
Wien (OTS) – In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe
des Nachrichtenmagazins „profil“ spricht der Medienmanager Gerhard
Zeiler, Präsident von Turner Broadcasting System International, über
die Versäumnisse der SPÖ. Zeiler gilt seit Jahren als Personalreserve
der Partei. Vor zweieinhalb Jahren entschied sich die SPÖ jedoch
gegen ihn und für Christian Kern. Zeiler: „Hätte die große Mehrheit
der Landesorganisationen mich gewollt, hätte ich darüber sehr
ernsthaft nachgedacht. Das war aber nicht der Fall, also war es kein
Thema.“ Die neue SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner sei intelligent,
ambitioniert und verfüge über eine hohe emotionale Intelligenz. „Das
ist ein besseres Gesamtpaket als das ihrer drei Vorgänger“, so Zeiler
in „profil“.
Das Pfeifkonzert gegen Werner Faymann am 1. Mai 2016 empfand
Zeiler als „schlicht und einfach unanständig – das war Rotzbubentum,
nichts anderes“. Beim Thema Migration würde Zeiler klarer auftreten
als seine Partei. „Ich habe Verständnis, wenn Leute sagen, dass wir
in den letzten drei Jahren eigentlich genug Leute aus anderen
Kulturen hereingelassen haben.“ Nun müsse man diese Menschen
integrieren – und von ihnen auch verlangen, dass sie die Werte
Europas zur Kenntnis nehmen. „Jeder hat eine zweite Chance verdient,
aber keine dritte und vierte“, so Zeiler im „profil“-Interview.
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