Europäischer Rechnungshof: Kontrollen im Tierschutz viel zu schwach

VIER PFOTEN: Tierschutz muss in der EU ernster genommen werden!

Wien (OTS) – VIER PFOTEN drängt nach dem heute erschienen Bericht des
Europäischen Rechnungshofs zum Schutz von Nutztieren in der EU auf
mehr Effizienz in der europäischen Tierschutzpolitik. Der Bericht
kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Kontrollen im Tierschutz
sind viel zu schwach. Außerdem brauchen die Mitgliedsländer viel zu
lange, um Richtlinien umzusetzen. Ein dritter Kritikpunkt: Lediglich
1,5 Prozent der EU Förderungen für den ländlichen Raum werden auch
tatsächlich verwendet. Österreich gibt in der aktuellen Förderperiode
2014-2020 insgesamt 210.000.000 Euro für Tierwohlmaßnahmen aus. Dies
entspricht 2,67 Prozent der Förderungen.

„Der Rechnungshof hat gestern bei der Präsentation des Berichts
eindeutig darauf hingewiesen, dass Tierschutz die
Wettbewerbsfähigkeit nicht schwächt, sondern vielmehr steigern kann.
Europa wird langfristig nur mit Qualität und nicht mit Quantität am
Markt bestehen. Das Ergebnis des Berichts ist also ein Auftrag an die
EU-Mitgliedsstaaten, Tierschutz ernster zu nehmen“, sagt Andreas
Manz, VIER PFOTEN Experte für EU-Nutztierpolitik in Brüssel.

Bislang fehlt es in den Mitgliedsstaaten eindeutig an Effizienz in
der Tierschutzpolitik. „Wir haben es hier schwarz auf weiß, dass
teilweise auf vorhandene Daten nicht zurückgegriffen wird“, so Manz.
„So haben beispielsweise sehr oft Beanstandungen und Beschwerden an
Veterinäre keine Auswirkungen. Das ist inakzeptabel.“

Der Rechnungshof hat Höfe mit Nutztieren in fünf Mitgliedsstaaten
besucht: Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Rumänien. „Die
Berichtergebnisse reflektieren aber die Situation in der gesamten EU,
das wurde ausdrücklich vom Rechnungshof betont“, so Manz.

Dass die Umsetzung von Richtlinien zu lange dauert, ist aus
Tierschutzsicht unverständlich. „Diese Schwerfälligkeit hat System,
und das geht natürlich immer zu Lasten der Tiere“, sagt Manz. „Es ist
wirklich ein Skandal, dass nur 1,5 Prozent der Förderungen für den
ländlichen Raum auch angemessen, das heißt auch für den Tierschutz,
verwendet werden. Und das, obwohl immer gejammert wird, die
Landwirtschaft kann sich Tierschutz nicht leisten. Es scheint eher,
als will sie sich Tierschutz nicht leisten.“

Link zum Bericht des EU-Rechnungshofs:
[https://www.eca.europa.eu/en/Pages/NewsItem.aspx?nid=11024]
(https://www.eca.europa.eu/en/Pages/NewsItem.aspx?nid=11024)

Mag. Elisabeth Penz
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VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
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