
Videoclips: Wie fair ist dein Krauthappel?
Bäuerin, Arbeiter und Gewerkschafterin sind sich einig: Erntehelfer_innen haben Rechte!
Wien (OTS) – „Die Gewerkschaft hat dem Chef einen Brief geschrieben,
mit freundlichen Grüßen, und ihn aufgefordert zu zahlen.“
Augenzwinkernd erzählt Andrei Oancea in einem Videoclip der
Sezonieri-Kampagne für die Rechte von Erntehelfer_innen in
Österreich, wie er zu seinem Recht gekommen ist. Oancea war
Erntehelfer in einem großen Gemüsebaubetrieb im Tiroler Inntal. Nach
vier Jahren Ausbeutung mit einem Lohn von nur 3,80 Euro pro Stunde
wandte er sich an die Produktionsgewerkschaft PRO-GE – mit Erfolg.
Der Betrieb musste mehr als 12.000 Euro nachzahlen. In der
Sezonieri-Kampagne informiert die PRO-GE – gemeinsam mit
Aktivist_innen und NGOs – Erntehelfer_innen in verschiedenen Sprachen
über ihre Rechte und unterstützt sie bei deren Durchsetzung.
Neue Videos: Keine Diskussion über Arbeitsrecht in der Erntehilfe
In den neuen Kampagnenvideos erheben auch eine Gewerkschafterin,
eine Bäuerin, eine Aktivistin und ein NGO-Mitarbeiter ihre Stimmen
für ein starkes Arbeitsrecht von Erntehelfer_innen. Die Bäuerin
Christine Pichler-Brix weiß zwar, dass der Preisdruck der Supermärkte
der Landwirtschaft wenig Spielraum lässt, aber: „Es gibt keine
Diskussion, die Landarbeiter_innen müssen den Kollektivertragslohn
bekommen.“ Lilla Hajdu von der PRO-GE: „Wir haben als Gewerkschaft
lange für Mindeststandards in den Kollektivverträgen gekämpft. Diese
Rechte lassen wir uns nicht nehmen!“
Weitere Verschlechterungen geplant
Erntehelfer_innen werden in Österreich weiterhin systematisch
ausgebeutet. Löhne werden vorenthalten, die Arbeitsbedingungen sind
hart und gefährlich. Im Sommer machte sogar der noch immer ungeklärte
Tod eines Erntehelfers in Tirol Schlagzeilen. Der Gewerkschaft PRO-GE
gelingt es regelmäßig, vor Gericht markante Lohnnachzahlungen
durchzusetzen. Mit den aktuellen Änderungen im Landarbeitsgesetz sind
jedoch auch gesetzliche Verschlechterungen für die Landarbeiter_innen
geplant.
Landwirtschaft im Kino: Hunger Macht Profite
Die fünf Videoclips sind auf der neu gestalteten Website
sezonieri.at zu sehen. Ab 15. November laufen sie bei der Filmreihe
„Hunger Macht Profite“ österreichweit im Kino. Bei den
Screeningterminen von „Rotes Gold“ – einem Film über die weltweite
Tomatenproduktion – gibt es Gelegenheit, mit Mitarbeiter_innen der
Sezonieri-Kampagne zu diskutieren.
Videos: http://www.sezonieri.at/publikationen
Termine „Rotes Gold“, Film & Diskussion:
16. 11., 19:00 – Top Kino Wien
21. 11., 19:30 – Kino Kirchdorf, OÖ
29. 11., 17:50 – Leokino Innsbruck
Gewerkschaft PRO-GE
Susi Haslinger
Abteilung Sozialpolitik
Johann-Böhm-Platz 1
1020 Wien
Tel: ++43 1 53 444 69146
Mobil: ++43 664 6145 805
E-Mail: susanne.haslinger@proge.at
Web: www. sezonieri.at, www.proge.at
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