
Österreichischer Verpackungstag: Handel und Industrie leisten Beitrag für starke Kreislaufwirtschaft
Handelsverband gratuliert Gewinnern des Verpackungs-Staatspreises. Österreich bei Recycling EU-weit führend. Mehrweg-Quote steigt weiter.
Wien (OTS) – Im Rahmen des 3. Österreichischen Verpackungstages, der
heuer unter dem Motto „Circular Economy und Digitalisierung – Konsum
im Umbruch?“ stand, ist am Dienstag in Wien der Staatspreis „Smart
Packaging“ verliehen worden. Mit dem Award wurden moderne Lösungen im
heimischen Verpackungsbereich vor den Vorhang geholt. Der
Handelsverband gratuliert den Preisträgern, darunter auch die
Handelsunternehmen Rewe und Coop, herzlich.
Zwtl.: EU-Kreislaufwirtschaftspaket: Österreich als europäischer
Recycling-Vorreiter
In Zusammenhang mit der Verpackung von Getränken wird auch das
Thema Einweg- oder Mehrwegverpackungen immer wieder Evaluierungen
unterzogen. Die Fachmeinungen über die Ökobilanzen und das
CO2-Einsparungspotenzial durch Mehrwegverpackungen sind geteilt, da
diese von verschiedensten Faktoren abhängig sind. Das Engagement des
Handels fokussiert daher insbesondere auf das Recycling von
PET-Flaschen. Die österreichischen Händler prüfen gemeinsam mit der
Industrie fortlaufend, wie sie Produktverpackungen verbessern, das
Gewicht und den Materialverbrauch reduzieren und damit Rohstoffe und
CO2 einsparen können.
„Fakt ist, Frau und Herr Österreicher sind beim Mülltrennen und
Recycling vorbildlich, drei von vier PET-Flaschen werden in der
getrennten Sammlung erfasst. Wir sind auch ein Vorzeigeland, was das
Verpackungssammlungssystem insgesamt angeht. Daher erfüllt Österreich
sämtliche EU-Vorgaben bis 2025 bereits heute. Lediglich beim
Recycling von Kunststoff haben wir noch etwas Luft nach oben. Um auch
dieses Ziel zu erreichen, ist der einzige Weg, auf innovative
Verpackungen, Verpackungsreduktion und – wo möglich – 100 Prozent
Recyclingfähigkeit bei Kunststoffverpackungen zu setzen“, bestätigt
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Um auch Mehrweg-Verpackungen zu fördern ist es allerdings
unerlässlich, auch den Endverbraucher mit seinen veränderten
Konsumgewohnheiten – Stichwort Convenience, Stichwort Paketlawine in
Zeiten des E-Commerce-Booms – stärker in die Pflicht zu nehmen. „Eine
Einwegflaschenpfand-Lösung wäre hingegen kontraproduktiv, da sie etwa
in Deutschland zu einer 33-prozentigen Reduktion der Mehrwegquote
geführt hat“, so Will.
Zwtl.: „Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen“ – eine
Erfolgsgeschichte mit 456 Maßnahmen
Die heimische Händlerschaft engagiert sich darüber hinaus seit
2004 gemeinsam mit der Getränkewirtschaft in der Arbeitsgemeinschaft
„Nachhaltigkeit für Getränkeverpackungen“, um den Anteil von
Mehrweggebinden in Österreich zumindest stabil zu halten und Mehrweg
für die Konsumenten zu attraktivieren. „Die Nachhaltigkeitsagenda für
Getränkeverpackungen ist eine echte Erfolgsgeschichte. Alle
bisherigen Zielvorgaben wurden erfüllt. Über 1.000 Handels- bzw.
Einzelhandelsbetriebe sind bereits beigetreten“, erklärt Will.
Zwtl.: Grundsätzlich begegnet der Handel dem Thema Verpackungen mit
einer drei-Säulen Strategie:
1. VERMEIDEN:
Verpackungen sollen vermieden und der Materialeinsatz reduziert
werden, z.B. durch einen Verzicht auf Verpackungsfolien bei Bananen.
2. WIEDERVERWENDEN:
Mehrwegalternativen werden gefördert, auf Einwegplastik wird hingegen
weitgehend verzichtet bzw. dieses aus dem Sortiment entfernt
(Plastik-Strohalme, Wattestäbchen, etc). Allein im Rahmen der
freiwilligen Initiative „Pfiat di Sackerl“ von BMNT und
Handelsverband konnten im österreichischen Handel seit 2014 mehr als
112 Millionen Kunststoff-Tragetaschen eingespart werden.
3. RECYCELN:
Die Recyclingfähigkeit soll erhöht und die Kreislaufwirtschaft
gestärkt werden, z.B. fördert der Handel aktiv Studien und
Forschungsprojekte auf diesem Gebiet.
Dank all dieser gemeinsamen Anstrengungen konnte u.a. die
heimische Mehrweg-Quote langfristig stabilisiert und zuletzt auf 22,3
Prozent erhöht werden. „Die österreichischen Vollsortimenter bieten
ihren Kunden mittlerweile eine breite Mehrweg-Auswahl an, etwa bei
Mineralwasser, Bier und Wein. Aber auch die Diskonter testen bereits
Bier-Mehrwegflaschen in ausgewählten Filialen und setzen für den
Transport von Brot, Gebäck, Obst und Gemüse vom Lager in die Filialen
wo immer möglich wiederverwendbare Mehrweg-Transportkisten ein“, sagt
Rainer Will.
Zwtl.: Milch in der Glasflasche – aus hygienischen Gründen nur Einweg
möglich
Einige Lebensmittelhändler haben – auf vielfachen Kundenwunsch –
seit etwa einem halben Jahr auch Milch in der Einweg-Glasflasche neu
im Sortiment. Derzeit ist hier nur ein Einwegsystem möglich, da es in
Österreich keinen Betrieb gibt, bei dem die Abfüllung in Glasgebinde
in der erforderlichen Größenordnung im Mehrwegsystem möglich wäre.
Zwar wird Mehrweg-Glas in vielen Verpackungsstudien
umweltfreundlicher eingestuft als Einweg-Glas, es ist aber zu
berücksichtigen, dass diese Studien meist nur Mineralwasser und Bier
berücksichtigen und von absoluten Idealvorstellungen bei der
Wiederbefüllbarkeit (40mal) ausgehen. In der Realität liegt die
Rücklauf-Quote bei Mehrwegflaschen jedoch deutlich unter 30 Prozent,
und die Flaschen können aufgrund von Verunreinigung, Bruch oder
Abnutzung nur drei bis maximal fünfmal wieder befüllt werden. Darüber
hinaus fallen bei Milch aufgrund der mikrobiologischen
Zusammensetzung sehr hohe Transport- und Reinigungskosten an, welche
die Vorteile der Wiederbefüllbarkeit annähernd aufheben.
Im heimischen Handel wird daher für Milch in der Glasflasche
zurzeit österreichisches Einwegglas verwendet, das mit 100 Prozent
Grünstrom produziert wird. Dabei werden die Transportkosten gering
gehalten und Arbeitsplätze in Österreich gesichert. Hinzu kommt:
Einweg-Glas erreicht in Österreich eine Recyclingquote von beinahe 90
Prozent. Das Glasrecycling stellt einen natürlich vollendeten
Materialkreislauf dar, denn in jeder gebrauchten Glasverpackung
steckt eine neue.
Handelsverband
Mag. Gerald Kuehberger, MA
Communications Manager
Tel.: +43 (1) 406 22 36 – 77
gerald.kuehberger@handelsverband.at
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