
Tiroler Bergsommer bilanziert positiv
Ankünfte und Nächtigungen mit Plus – LH Platter: Fokus auf Wertschöpfung legen
Innsbruck (OTS) – Die Sommersaison im Tiroler Tourismus schließt
sowohl bei den Ankünften als auch bei den Nächtigungen mit einem Plus
gegenüber dem Vorjahr. In den sechs Monaten von Mai bis Oktober 2018
haben 6,1 Millionen Gäste ihren Urlaub in Tirol verbracht, was im
Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme um 240.000 (4,1 Prozent)
entspricht. Die Nächtigungen sind um 600.000 oder 2,9 Prozent auf
21,8 Millionen gewachsen. Damit hat Tirol seine Position als
führendes Sommerurlaubsland im Bundesländervergleich gefestigt.
Verantwortlich für diese positive Entwicklung der Tourismusbilanz im
heurigen Sommer sind vor allem die Nachbarn aus Deutschland, deren
Nächtigungen um 500.000 (4,6 Prozent) auf 11,8 Millionen kletterten.
Die weiteren wichtigen Herkunftsmärkte entwickelten sich
unterschiedlich. Während die Nächtigungen aus Österreich um 3,2
Prozent auf 2,3 Millionen zulegten, gingen jene aus den Niederlanden
um 2,5 Prozent auf 1,5 Millionen zurück. Ein Minus gab es auch bei
Nächtigungen aus der Schweiz, die um 1,3 Prozent auf 1,4 Millionen
sanken.
Großen Zuspruchs erfreut sich das Urlaubsland Tirol bei der
eigenen Bevölkerung: Tirolerinnen und Tiroler sorgten in der
abgelaufenen Sommersaison für mehr als 460.000 Nächtigungen und
bilden damit die wichtigste und am stärksten wachsende Gästegruppe
aller österreichischen Bundesländer. In den vergangenen zehn Jahren
legten die Nächtigungen von Tirolerinnen und Tirolern um 53 Prozent
zu.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist konstant geblieben und
liegt weiterhin bei 3,6 Tagen.
Zwtl.: Potenzial für die Wertschöpfung
„Eine positive Entwicklung bei Ankünften und Nächtigungen ist
erfreulich, steht für uns allerdings schon lange nicht mehr im
Vordergrund“, resümiert Tirols Landeshauptmann und Tourismusreferent
Günther Platter das Sommerergebnis. „Viel wichtiger ist uns eine
angemessene Wertschöpfung.“ Diese hat das MCI Tourismus für den
heurigen Sommer nach Abschluss der Saison mit 1,55 Milliarden Euro
berechnet, was einer Steigerung gegenüber 2017 um 4,9 Prozent
entspricht. Gleichzeitig biete der Sommer in dieser Hinsicht noch
Luft nach oben. Das belege der Vergleich der Tagesausgaben:
„Wintergäste geben in Tirol durchschnittlich 155 Euro pro Tag aus,
Sommergäste 119 Euro.“ Um dieses Potenzial zu heben, gelte es, sich
noch stärker in Richtung Qualitätstourismus zu entwickeln und mehr
Selbstbewusstsein bei der Preisbildung zu zeigen.
Zwtl.: Langfristige Entwicklung
Erfreulich aus Sicht von Tirol Werbung-Geschäftsführer Josef
Margreiter ist die Kontinuität in der Entwicklung des
Sommertourismus. Seit 2009 geht die Nachfrage stetig bergauf. „Mit
den aktuellen Werten rücken wir den Zahlen aus den frühen
1990er-Jahre wieder nahe“, so Margreiter. Das beste Sommerergebnis
war 1991 erreicht worden, als Tirols Gastgeber dank Ostöffnung 23,6
Millionen Nächtigungen erzielt hatten. „Wir verdanken dieses Wachstum
der vergangenen Jahre übrigens einem deutlich verbesserten Angebot
und keiner Steigerung der Betten. Im Gegenteil: Deren Zahl ist in den
vergangenen zehn Jahren um 2,4 Prozent auf 328.000 gesunken, sodass
endlich eine bessere Auslastung gelingt“, erläutert Margreiter.
Zwtl.: Tourismusjahr: Mehr Gäste, die kürzer bleiben
Nicht nur die Sommersaison, sondern auch das Tourismusjahr 2017/18
ist mit 31. Oktober zu Ende gegangen und brachte das beste Ergebnis
im historischen Vergleich: Knapp 49,4 Millionen Übernachtungen im
Zeitraum November 2017 bis Oktober 2018 entsprechen einer Steigerung
um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 12,3 Millionen Gäste bedeuten
eine Zunahme um 4,5 Prozent bei den Ankünften. Leicht rückläufig ist
hingegen die Aufenthaltsdauer: Diese ist im Vergleich zum
Tourismusjahr 2016/17 um 0,1 Tage auf 4,0 Tage gesunken. Noch
deutlicher zeigt sich die Abnahme in der langfristigen Betrachtung,
denn der Trend zu kürzeren Reisen hält ungebrochen an. Im
Tourismusjahr 2012/13 sind die Gäste im Schnitt 4,4 Tage geblieben,
2007/08 noch 4,8 Tage.
Mag. Florian Neuner
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