
WWF kritisiert Wolf-Abschusspläne in Niederösterreich
Wien/St.Pölten (OTS) – Naturschutzorganisation gegen
Schnellschuss-Aktion: Freibrief für Abschüsse auf Basis willkürlich
festgelegter Zahlen widerspricht EU-Recht – Herdenschutz fachgerecht
umsetzen statt schlechtreden.
Der WWF Österreich kritisiert die heute präsentierte
Schein-Wolfs-Verordnung von Agrar-Landesrat Stephan Pernkopf als
rechtlich und inhaltlich fragwürdige Schnellschuss-Aktion. „Ein
Freibrief für Abschüsse auf Basis willkürlich festgelegter Zahlen und
Kriterien widerspricht mit Sicherheit dem EU-Naturschutzrecht. Diese
Wolfs-Verordnung vernachlässigt die zentralen Punkte eines
naturschutzfachlich korrekten Managements, davon hat niemand etwas,
auch nicht jene, die sich eine Abschuss-Verordnung wünschen“, sagt
WWF-Experte Christoph Walder. „Mit ihrem hektischen Alleingang ohne
öffentliche Begutachtung will die Landesregierung wohl offenbar
erneut von den jahrelangen Versäumnissen ablenken. Zu lange wurde
nämlich wenig bis nichts getan, um Weidetierhalter zu unterstützen
und fachgerechten Herdenschutz zu ermöglichen. Anders als in der
Schweiz und anderen Bundesländern gibt es in Niederösterreich keine
Förderungen für Herdenschutz. Damit lässt die Politik bisher auch die
betroffenen Kleinbauern im Stich“, nennt Walder konkrete Defizite.
Dabei stünden EU-Fördermittel in Millionenhöhe für Natur- und
Artenschutz und somit auch für Herdenschutzmaßnahmen zur Verfügung.
Das zeigen aktuelle Angaben der Europäischen Kommission zu den
künftigen Finanzierungschancen im nächsten EU-Finanzrahmen.
„Die Sorgen der Bevölkerung müssen absolut ernst genommen werden.
Daher muss Niederösterreich aber auch endlich den geltenden
Managementplan vollständig umsetzen, der zunächst auf sachliche
Beratung und professionellen Herdenschutz setzt, bevor weitere
Maßnahmen überhaupt in Frage kommen. Auch das EU-Recht sieht immer
das Prinzip des ‚gelindesten Mittels‘ vor“, bekräftigt Walder.
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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