
Atomkraftwerk Krško: Grenzübergreifende UVP gefordert
Seiser, Darmann, Malle, Köfer: Landtag fordert grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung zum AKW Krško. Petition an Bundesregierung einstimmig verabschiedet.
Klagenfurt (OTS) – In der heutigen Landtagssitzung hat der Kärntner
Landtag einstimmig eine Petition betreffend das Atomkraftwerk Krško
eingebracht.
„Das slowenische Atomkraftwerk Krško nahe der österreichischen
Grenze ist eine latente Bedrohung für Kärnten. Ursprünglich haben die
Betreiberstaaten Slowenien und Kroatien eine Laufzeit bis 2023
vorgesehen, allerdings haben sich die slowenische und die kroatische
Regierung mittlerweile auf eine massive Laufzeitverlängerung um 20
Jahre geeinigt – das Atomkraftwerk wäre im Jahr 2042 dann 60 Jahre
alt und immer noch am Netz“, macht SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser die
Rahmenbedingungen klar.
„Das Sicherheitsrisiko ist enorm. Wir wissen, dass das AKW Krško
laut Seismologen von allen europäischen AKWs das höchste
Erdbebenrisiko aufweist und wie nun öffentlich wurde, können wichtige
Anlagenteile beim Reaktor gar nicht auf den neuesten Stand gebracht
werden. Alle politischen Verantwortungsträger auf Landes- und
Bundesebene sind daher aufgefordert, tätig zu werden“, betont
FPÖ-Klubobmann Gernot Darmann.
„Diese Entwicklung ist mehr als beunruhigend. In der Vergangenheit
hat es bereits mehrfach gröbere Zwischenfälle gegeben, zuletzt 2017,
als eine Notabschaltung aufgrund einer Störung der Wasserzufuhr
erfolgen musste. Deshalb ist das Kraftwerk ein nur schwer
kalkulierbares Risiko“, ergänzt ÖVP-Clubobmann Markus Malle. Die Lage
in einem Gebiet, in dem gehäuft Erdbeben auftreten, erhöhe dieses
Risiko weiter.
„Die Risiken, die von Kernkraft ausgehen, sind enorm. Es sollte die
sofortige Schließung des AKWs angestrebt werden“, unterstreicht Team
Kärnten-Chef Gerhard Köfer die klare Position des Team Kärnten. Köfer
sichert zudem sämtlichen Initiativen, die auf allen Ebenen gegen den
Ausbau ankämpfen, seine vollste Unterstützung und Solidarität zu.
Der Kärntner Landtag fordert gemeinschaftlich eine alsbaldige
Stilllegung des Kraftwerkes. In der eingebrachten Petition wird die
Bundesregierung aufgefordert, sich gegen den Fortbestand des AKW
einzusetzen und eine grenzübergreifende Umweltverträglichkeitsprüfung
einzufordern, um so für Österreich das Recht einer Stellungnahme im
Verfahren um die unbegrenzte Laufzeitverlängerung zu erwirken.
„Es kann nicht sein, dass Österreich kein Mitspracherecht hat,
wenn es um derart gravierende Entscheidungen in Nachbarländern geht,
denn Umweltkatastrophen kennen keine Staatsgrenzen. Das Recht der
Kärntnerinnen und Kärntner auf eine sichere Zukunft und eine
unbelastete Umwelt muss unbedingt gewahrt werden“, schließen die
Obleute.
(Schluss)
SPÖ Landtagsklub Kärnten, Klagenfurt
Freiheitlicher Landtagsklub, Klagenfurt
ÖVP Club im Kärntner Landtag, Klagenfurt
Team Kärnten-Liste Köfer IG, Klagenfurt
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