
Bildungs-Dringliche – Hammerschmid drängt auf Chancenindex, Mittel für ganztägige Schulen und Schulautonomie
Wien (OTS/SK) – Die Dringliche Anfrage an Bildungsminister Faßmann
zum Thema Bildung nahm Sonja Hammerschmid, Bildungssprecherin der
SPÖ, zum Anlass, einmal mehr auf Maßnahmen für mehr
Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich zu pochen. „Bildung wird in
Österreich wie in kaum einem anderen Land vererbt. Das sind wir fast
Schlusslicht in Europa. Es braucht Chancengerechtigkeit, die sich
über modernste Pädagogik, begeisterte LehrerInnen, ganztägige Schulen
und die Zuteilung der Mittel über einen Chancenindex definiert“, so
die Abgeordnete im Nationalrat. ****
Hammerschmid verwies auf jüngste Aussagen des renommierten
Bildungswissenschafters Michael Schratz, der als wichtige Kriterien
für erfolgreiche Bildungssysteme u.a. innovativen Unterricht,
ganztägige Schulen und ein Abgehen von der frühen Trennung mit 9 bzw.
10 Jahren ausmacht. Es brauche laut Schratz eine positive Schulkultur
und Arbeiten „am System, nicht nur im System“. Dazu brauche es
Schulautonomie, also mehr Freiheiten für die Schulstandorte, die ja
2017 im Rahmen der Bildungsreform beschlossen wurden – „es geht nicht
um Drill, Druck und Drohung mit schlechten Noten“. Umso
unverständlicher sei, dass man mit dem schwarz-blauen Pädagogik-Paket
Freiheiten der Schulen streicht. „Haben Sie mehr Vertrauen in die
Lehrerinnen und Lehrer!“
Ebenso unverständlich für Hammerschmid ist die de facto Halbierung
der Mittel für die Ganztagsschulen. Auch dazu zitierte Hammerschmid
Michael Schratz: „Dass Österreich und Deutschland noch immer auf ein
Halbtagsmodell setzen, ist durch die internationale Brille eine
Skurrilität.“ Was es zudem brauche, sei mehr Personal für Schulen mit
besonderen Herausforderungen: „Ein Chancenindex im Rahmen der
Ressourcenzuteilung wäre eine wichtige Maßnahme. Wir warten noch
immer auf die ausstehende Verordnung – werden Sie tätig!“, so
Hammerschmid Richtung Faßmann.
Insgesamt – und besonders mit dem heute beschlossenen
Pädagogik-Paket – habe sich der Bildungsminister von einer
evidenzbasierten Bildungspolitik verabschiedet – „und das ist gerade
für Sie als Wissenschafter ein Armutszeugnis.“ (Schluss) ah/sc
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