
Diffamierungsversuche gegen Antifaschist_innen
ÖH Uni Wien: Burschenschafter versuchen, antisemitische Zwischenfälle zu verschleiern
Wien (OTS) – Gestern, Mittwoch, fand vor der Universität Wien eine angemeldete antifaschistische Kundgebung gegen den Aufmarsch deutschnationaler Korporierter vor dem Portal der Universität statt. Gleich zu Beginn, eine halbe Stunde vor dem Burschenschafteraufmarsch, kam es zu Provokationen und Störungsversuchen von Burschenschaftern direkt an der ÖH-Kundgebung. Als diese nicht die gewünschte Wirkung erzielten, starteten die Burschenschafter, mit tatkräftiger Unterstützung der FPÖ, im Laufe des Tages Diffamierungsversuche gegen uns Antifaschist_innen. „Als Kundgebungsleitung weise ich die Darstellung von Burschenschaften und FPÖ entschieden zurück. Diese wollen unseren legitimen und legalen Protest in ein falsches Licht rücken.“, so Zissi Fritsche (GRAS) vom Vorsitz-Team der ÖH Uni Wien.
Bereits am Vortag zeigte sich ein ähnliches Bild, als dieselbe Gruppe Korporierter zusammen mit gewaltbereiten „Identitären“ als Gruppe von 30 Männern grölend vor den Türen der ÖH-Räumlichkeiten aufmarschierte. Anschließend versuchten sie, sich den antifaschistischen Blockaden in der Universität zu nähern und wurden bei dem Versuch von der Polizei aufgehalten und eingekesselt. „Dies geschah weit nach offizieller Absage der Vorlesung von Höbelt, anscheinend ging es der Truppe an beiden Tagen darum, die offene Konfrontation zu suchen.“, meint Jasmin Chalendi (VSStÖ) vom Vorsitz-Team der ÖH Uni Wien.
Die nun aufgestellten Falschbehauptungen sollen wohl über das hinwegtäuschen, was eigentlich Gegenstand der Berichterstattung sein sollte: Eine erfolgreiche Blockade durch antifaschistische Studierende. Vielmehr betonen diese recht verzweifelt anmutenden Versuche der Delegitimierung den Erfolg der antifaschistischen Proteste vom Dienstag, bei denen Studierende die Vorlesung des rechtsextremen Professors Höbelt verhindert haben. Zuletzt fordern wir Medien auf, nicht ungeprüft Angaben der Rechtsextremen zu übernehmen, um billige Klicks zu generieren, sondern ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht nachzukommen. Insbesondere die Parallelisierung antifaschistischen Protests mit den antisemitischen Ausbrüchen, die jüdische Studierende, die sich an den Blockaden beteiligten, zu spüren bekamen, weisen wir entschieden zurück. „Der eigentliche Skandal ist doch, dass im Jahr 2020 jüdische Studierende an unserer Universität mit ‚Juden raus!‘ Rufen bedacht werden, ohne dass dies für die Täter ernsthafte Konsequenzen hat“, so Babsi Ordinaireteur (KSV-LiLi).
Wir lassen uns von solchen medial-transportierten Falschdarstellungen jedenfalls nicht abschrecken und rufen auch für die kommenden Wochen mittwochs um 11:30 Uhr alle Antifaschist_innen zum Protest gegen den Burschenschafter-Aufmarsch vor der Rampe der Universität Wien auf.
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