Österreichweite Jugendbefragung: Chancen bei Ausbildung und Arbeitsmarkt ungleich verteilt!

Mehr als 3.000 junge Menschen beteiligten sich am Jugenddialog.

Wien (OTS) – Die Koordinierungsstelle Jugenddialog in der Bundesjugendvertretung (BJV) ermöglicht jungen Menschen Beteiligung von lokaler bis zur europäischen Ebene. Der Jugenddialog ist ein EU-weiter Beteiligungsprozess, der die Interessen und Bedürfnisse junger Menschen sichtbar macht.

Für die laufende Beteiligungsrunde wurde in Österreich im zweiten Halbjahr 2019 eine quantitative und qualitative Befragung mit mehr als 3.000 jungen Menschen unter 30 Jahren durchgeführt. Schwerpunktthemen der Konsultation waren die drei Youth Goals #6 „Jugend im ländlichen Raum voranbringen“, #7 „Gute Arbeit für alle“ und #8 „Gutes Lernen“. Die insgesamt elf Youth Goals sind die europäischen Ziele für ein jugendgerechtes Europa der Zukunft.

Ausbildung, Arbeitsmarkt und Infrastruktur im ländlichen Raum stärken

92% der befragten Jugendlichen gaben an, dass ihnen gute Jobs und Arbeitsmöglichkeiten wichtig sind, wenn sie am Land leben wollen. Nur 28% sehen gute Chancen, hochwertige Arbeit im ländlichen Raum zu finden. Weiteren 94% ist es wichtig, dass sie einen Zugang zu guter Bildung haben. „Um der Abwanderung vom Land entgegen zu steuern, braucht es ein besseres Ausbildungs- und Arbeitsangebot für junge Menschen. Fachkräfte und Lehrstellen müssen besonders gefördert werden. Junge Menschen müssen ihr Potential voll ausschöpfen können, egal ob am Land oder in der Stadt“, erklärt BJV-Vorsitzender Derai Al Nuaimi.

Um den ländlichen Raum für junge Menschen attraktiver zu machen, empfinden 93% der Befragten eine gute Infrastruktur als wichtig. „Junge Menschen wollen unabhängig und nicht auf das Auto ihrer Eltern angewiesen sein. Es gilt nachhaltige Alternativen zu schaffen und leistbare Öffis zur Verfügung zu stellen“, appelliert BJV-Vorsitzende Isabella Steger.

Zugang zu guten Jobs ermöglichen

35% sind nicht der Meinung, dass junge Menschen in Österreich Zugang zu guten Jobs mit fairen Arbeitsbedingungen haben. Eine Lücke gibt es auch beim Einstieg in den Arbeitsmarkt: „36% der Befragten finden nicht, dass junge Menschen bei der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt gute Informationen und angemessene Unterstützung erhalten. Hier gibt es noch Aufholbedarf, vor allem im schulischen Bereich“, erklärt Steger.

64% der Befragten sind nicht der Meinung, dass alle jungen Menschen die gleichen Chancen haben, Fähigkeiten zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln, die sie für den Arbeitsmarkt brauchen. „Dies ist aus unserer Sicht bedenklich. Jeder junge Mensch in Österreich muss dieselben Chancen auf Bildung und Ausbildung haben. Hier gibt es Handlungsbedarf“, betont Steger.

Wichtige Rolle der Jugendarbeit

Die TeilnehmerInnen äußerten hohe Wertschätzung zur Jugendarbeit und zu Jugendzentren als Freizeitbeschäftigung und Zufluchtsort. „Insgesamt wurden JugendarbeiterInnen sehr positiv eingeschätzt, was auch daher rührt, dass sich junge Menschen von ihnen ernst genommen fühlen“, erklärt Al Nuaimi. „Jugendarbeit stellt wichtige Angebote für junge Menschen zur Verfügung – sowohl in der offenen Jugendarbeit als auch in Kinder- und Jugendorganisationen. Diese Arbeit muss stärker anerkannt werden“, so Al Nuaimi.

Junge Menschen in Politik einbeziehen

„Junge Menschen wollen mitgestalten und das muss von der Politik aktiv aufgenommen werden. Der Jugenddialog leistet hier eine besonders wichtige Arbeit, in dem er Partizipation auf allen Ebenen schafft“, erklären Steger und Al Nuaimi und verweisen auf die 2. Österreichische Jugendkonferenz in Vorarlberg von 4.-6. März 2020. Junge Menschen aus ganz Österreich arbeiten dort gemeinsam mit politischen VertreterInnen an der Umsetzung der Beteiligungsergebnisse.

Link zu den Befragungsergebnissen: [www.jugenddialog.at]
(http://jugenddialog.at/ergebnisse)

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Anna Pranic
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