Kommentar Kopftuch-Urteil / Titel: „Freibrief für Populisten“

Frankfurt (ots) – „Der enttäuschende Spruch des Bundesverfassungsgerichts ist Wasser auf die Mühlen derer, die – auch in den Parlamenten und aus populistischen Motiven – das Kopftuch pauschal zum Verdachtsobjekt erklären und eingrenzen wollen. Warum, muss sich Karlsruhe fragen lassen, soll eine muslimische Richterin mit Kopftuch nicht neutral Recht sprechen können, der strenge Katholik, dessen Glaubenswelt frei von Bekleidungspflichten ist, aber doch? Und sehen die Richter heute nicht, was sie noch 2015 richtig erkannten? Dass nämlich das muslimische Kopftuch zum Alltag der pluralen Einwanderungsrepublik gehört und deshalb sein Anblick allen zugemutet werden kann. Die Antwort kann nicht beruhigen: Es weht ein anderer, ein rechter Wind, er hinterlasst wohl auch in Karlsruhe Spuren. Dabei hätte das Land gerade jetzt von den Hütern unserer freiheitlichen Verfassung anderes gebraucht.“

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